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Zwei neue Sonderforschungsbereiche

30.12.1998 - (idw) Technische Universität München

TU München wieder an der Spitze

Am 1. Januar 1999 nehmen an der Technischen Universität München (TUM) zwei neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ihre Arbeit auf. Die TUM ist dann bei 14 Sonderforschungsbereichen Sprecherhochschule und steht damit wieder an der Spitze der deutschen Universitäten. Wissenschaftler der TUM arbeiten darüber hinaus auch an dem ebenfalls neuen SFB 455 "Virale Funktionen und Immunmodulation" (Sprecherhochschule LMU) mit. Die Hochschulleitung der TUM fördert das Zustandekommen von Sonderforschungsbereichen und Bayerischen Forschungsverbünden vorrangig, insbesondere wegen der hohen Querschnittwirkung über Fächer- und Hochschulgrenzen hinaus. "Wirklich neues Wissen entsteht an den Rändern der Fächer, also zwischen den Fächern", so TU-Präsident Wolfgang A. Herrmann beim dies academicus 1998.


Am neuen SFB 453 "Wirklichkeitsnahe Telepräsenz und Teleaktion" sind die TUM-Lehrstühle für Steuerungs- und Regelungstechnik, für Prozeßrechner und für Mechanik (B) sowie das Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) beteiligt; dazu kommt das Institut für Robotik und Systemdynamik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Oberpfaffenhofen. Sprecher des SFB ist Prof. Georg Färber, Ordinarius für Prozeßrechner der TUM. Ziel dieses SFB ist die Verbesserung der Wirklichkeitsnähe von Telepräsenz- und Teleaktionssystemen. Dem Bediener eines ferngesteuerten, technischen Systems soll der realistische Eindruck vermittelt werden, selbst am entfernten Einsatzort präsent zu sein. Hierzu sollen alle seine Sinne, insbesondere auch der Tastsinn, angesprochen werden.

Wie es dazu in einer Expertise des Wissenschaftsrates heißt, verfügt die TUM über gute personelle und apparative Voraussetzungen zur Einrichtung dieses SFB. Es bestehen ausgewiesene und leistungsfähige Schwerpunkte in der Elektro- und Informationstechnik sowie im Maschinenbau. Vorteilhaft ist auch, daß die DLR als außeruniversitäre Forschungseinrichtung auf einem zentralen Gebiet des SFB einbezogen wird. Durch diese Initiative könnten deutsche Wissenschaftler im Bereich der Telepräsenz und Teleaktion, auf dem die USA und Japan weltweit führend sind, Spitzenpositionen erreichen.

Im neuen SFB 456 "Zielstrukturen für selektive Tumorinterventionen", in dem auch die LMU, das Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried und das GSF-Forschungszentrum in Neuherberg mitarbeiten, geht es um die Identifikation von zellulären und interzellulären Regelkreisen der Tumorgenese und Tumorprogression. Sprecher dieses SFB ist Prof. Hermann Wagner, Ordinarius für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der TUM. Weitere beteiligte Einrichtungen der TUM sind die Chirurgische Klinik, die Frauenklinik, die III. Medizinische Klinik, die Nuklearmedizinische Klinik sowie die Institute für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie, für Experimentelle Onkologie und Therapieforschung, für Virologie, für Säugetiergenetik und für Organische Chemie und Biochemie.

Die Wissenschaftler wollen Zielstrukturen für selektiv wirkende therapeutische Interventionsmaßnahmen definieren. Auf längere Sicht könnten daraus klinisch anwendbare, für einzelne Krebsarten maßgeschneiderte Therapien entwickelt werden. Untersucht werden sowohl gynäkologische und hämopoetische Tumoren als auch Tumoren des Gastrointestinaltraktes. Der Schwerpunkt des SFB liegt in der möglichst schnellen Übertragung von Ergebnissen aus dem Labor in die Klinik - Stichwort "translational medicine".

Forschungspolitisch von Bedeutung ist nach Auffassung des Wissenschaftsrates, daß durch andere Schwerpunkte der klinischen Forschung in München und durch die Zusammenarbeit mit den außeruniversitären Instituten ein international hohes Niveau der Forschung vorhanden ist. Die TUM hat den onkologischen Schwerpunkt durch gezielte Berufungen verstärkt; es bestehen Kontakte zur Pharmaindustrie, die auf diesen Gebieten ebenfalls sehr intensiv forscht. Dies sowie institutionalisierte Fortbildungsprogramme lassen eine spezifische Qualifikation des Nachwuchses erwarten. Durch eine Rotations-Stelle, die es Klinikern erlaubt, sich zeitweise für Forschungsarbeiten freistellen zu lassen, erfahren klinische Nachwuchswissenschaftler eine besondere Förderung.

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