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Fernsehen & Co als Tagesinhalt

13.01.1999 - (idw) Universität zu Köln

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Das Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen

Köln, den 12. Januar 1999 - Der Tagesablauf von Kindern und Jugendlichen ist durch einen intensiven Konsum der Massenmedien geprägt. Zudem verfügt ein Großteil der Heranwachsenden bereits über eigene Geräte. Zu diesen Erkenntnissen gelangt Margitta Backes bei der Untersuchung des Medien- und Sozialverhaltens von 10- bis 17-jährigen. Die Studie wurde am Psychologischen Institut der Universität zu Köln durchgeführt.

Zwei Drittel der Heranwachsenden sind im Besitz eines Fernsehers, bei weit über siebzig Prozent sind Radio und CD-Player zu finden. Auch die interaktiven Medien haben zunehmende Verbreitung in der jungen Generation gefunden. So besitzt knapp die Hälfte der Befragten einen eigenen Heimcomputer. Noch etwas größerer Beliebtheit erfreut sich der Gameboy. Weitaus weniger verbreitet sind dagegen Videorekorder (bei knapp 30 Prozent der untersuchten Altersgruppe vorhanden) und Plattenspieler (23 Prozent).

Bei der Mediennutzung an Schultagen rangieren das Fernsehen mit annähernd drei Stunden täglich und das Musikhören mit über zwei Stunden auf den vorderen Plätzen. An freien Tagen steigt die durchschnittlich zum Fernseh- oder Musikkonsum genutzte Zeit noch um jeweils mehr als eine Stunde an. Mit dem Lesen von Büchern und Zeitschriften beschäftigen sich die Heranwachsenden hingegen lediglich eine Stunde pro Tag.

Auch die von der jungen Generation präferierten Genres der Fernseh- und Videobranche wurden in der Kölner Studie unter die Lupe genommen. Es zeigte sich, daß eine große Vorliebe für Videoclipsendungen, Action- und Horrorfilme besteht, während Heimatfilme, politische Sendungen sowie Kinder- und Schulfernsehen auf Abneigung stoßen. Auch die Werbung liegt im Hinterfeld der Beliebtheitsskala.

Die audiovisuellen Medien Video und Fernseher werden häufig zusammen mit anderen Personen konsumiert. Dabei bevorzugen jüngere Kinder den Fernseh- und Videokonsum mit den Geschwistern, wohingegen bei den älteren der gemeinsame Konsum mit mehreren Freunden an Bedeutung gewinnt. Insgesamt gesehen ist jedoch der Fernseher als "Familienmedium" anzusehen, da er im Gegensatz zur Musik oder zu Computerspielen wesentlich häufiger gemeinsam mit den Eltern und den Geschwistern genutzt wird. Auf einen interessanten Aspekt stieß die Kölner Psychologin bei der Beantwortung der Frage, wen die 10- bis 17-jährigen als Gesprächspartner für Medieninhalte wählen: Es zeigte sich, daß die Väter beim Dialog über Fernsehsendungen dreimal so häufig als Partner auftreten wie die Mütter. Insgesamt gesehen kommuniziert jedoch ohnehin die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen mit ihren Freunden über die Medieninhalte.

Auf der Suche nach den Motiven für den Medienkonsum kristallisierte sich heraus, daß neben dem Wunsch nach Entspannung und Unterhaltung auch die Gewohnheit einen wesentlichen Faktor darstellt. Dies gilt insbesondere für das Musikhören und das Fernsehen. Bei einem Vergleich der Medien fällt auf, daß dem Musikhören zudem oft der Wunsch zugrunde liegt, sich nicht alleine zu fühlen. Das Motiv Zeitvertreib ist hingegen beim Computerspielen am stärksten ausgeprägt. Überdies ist der Computer für die Heranwachsenden inzwischen noch vor Radio und Fernseher zur zentralen Informationsquelle geworden. Bei der Befragung nach dem Internet zeigte sich jedoch, daß ein Drittel diesen Begriff nicht mit Inhalt füllen kann. Die Frage, ob sie schon einmal im Internet gearbeitet haben, beantworten mehr als drei Viertel der heranwachsenden mit "nein". Jedenfalls ist bei den jungen Menschen in zunehmendem Maße der Wunsch vorhanden, besser mit dem Computer umgehen zu können. Ausgehend von diesem Wunsch und dem Bedürfnis, sich beim Arbeiten am Computer zu informieren, fordert die Kölner Psychologin Konzepte, welche den Heranwachsenden die Möglichkeit zur sinnvollen Computernutzung bieten.

erantwortlich: Dr Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Margitta Backes unter der Telefonnummer 0221/2220069 zur Verfügung.

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.htm).

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