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Spätfolgen nach Krebsbehandlung bei Kindern

13.01.1999 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Jährlich erkranken in der Bundesrepublik etwa 1700 Kinder an Krebs. Dank der Therapiepläne der Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie konnten die Überlebenschancen dieser Kinder enorm gesteigert werden. Doch Überleben ist nicht mit Beschwerdefreiheit gleichzusetzen: Krankheit und Therapie können massive Spuren hinterlassen, die später nicht mehr zu tilgen sind. Mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe wird derzeit in Erlangen das Dokumentationssystem LESS (Late Effects Surveillance System) aufgebaut, das einen strukturierten Überblick über mögliche Spätfolgen bieten soll.

Heute leben in Deutschland mehr als 25.000 Menschen, die als Kind an einer Krebserkrankung litten und nun als geheilt angesehen werden können. Während viele dieser Patienten ein völlig normales Leben führen können, müssen andere ein Leben lang mit den Folgen der Erkrankung zurechtkommen. Dazu gehören Spätfolgen, die nach Abschluß der aktiven Krebstherapie weiterbestehen oder sich erst danach entwickeln. Spätfolgen können alle Organe betreffen. Besondere Beeinträchtigungen entstehen durch Störungen des Wachstums und der Entwicklung, durch Herzschwäche oder durch Zweittumore, welche sich auch viele Jahre nach der Behandlung bilden können. In der Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie hat sich unter Leitung von Prof. Dr. Jörn-D. Beck eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich der Erforschung, Behandlung und Vermeidung von Spätfolgen widmet. Für ein Pilotprojekt über den Zeitraum von zwei Jahren hat die Deutsche Krebshilfe nun 600.000 Mark zur Verfügung gestellt und damit die Gründung eines Dokumentationszentrums zur bundesweiten Erfassung möglicher Spätfolgen von Krebsbehandlungen im Kindesalter ermöglicht.


Service für Deutschland und für die Region

Innerhalb des Dokumentationszentrums sollen spezifische Untersuchungsprogramme etabliert werden, mit deren Hilfe Spätfolgen erfaßt und eingestuft werden können. Ein Programm zur Beurteilung der Lebensqualität wird künftig darauf aufbauen. Im Vergleich zur Beurteilung und Dokumentation von Störungen bei einzelnen Patienten erleichtert die zentrale, bundesweite Erfassung und Bewertung von Spätfolgen eine umfassende Nachsorge.

Wenn Spätfolgen auftreten, soll das Dokumentationssystem möglichst frühzeitig Therapie- und Rehabilitationsmaßnahmen für die ehemaligen Krebspatienten bereitstellen. Das Dokumentationssystem LESS an der Klinik mit Poliklinik für Kinder und Jugendliche der Universität Erlangen-Nürnberg versteht sich ebenso als Service-Einrichtung für alle medizinischen Einrichtungen bundesweit wie als überregionale Beratungsstelle für Hausärzte und niedergelassene Kinderärzte, die die jungen Patienten nach deren abgeschlossener Krebsbehandlung weiterbetreuen.

* Kontakt:
Prof. Dr. Jörn-D. Beck, Dr. Thorsten Langer
Klinik mit Poliklinik für Kinder und Jugendliche, Abteilung für Immunologie und Onkologie
Loschgestraße 15, 91054 Erlangen, Tel.: 09131/85 -36227, Fax: 09131/85 -33133

FAU-Pressestelle, Redaktion Forschung, Gertraud Pickel M.A., Tel.: 09131/85 -24036, -26167
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