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Forschungsobjekt "Sprechstundengespräche an der Hochschule"

13.01.1999 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Die besondere Situation von Sprechstunden zu untersuchen, fächerspezifische Unterschiede herauszuarbeiten sowie Handlungs- und Interaktionsvorschläge für die Beteiligten abzuleiten, ist Ziel des Projekts "Sprechstundengespräche an der Hochschule" an der Ruhr-Universität Bochum.

Bochum, 12.01.1999
Nr. 9

Was wohl zwischen vier Augen passiert ...
Beratung und Betreuung Studierender vis-à-vis
Forschungsobjekt "Sprechstundengespräche an der Hochschule"


Sprechstunden von Lehrenden für Studierende sind ein elementarer Bestandteil des universitären Lebens - und dennoch bisher völlig unerforscht. Gerade in der Prüfungsvorbereitung treten die Bedeutung des Beratungsgesprächs, aber auch die Schwierigkeit des Kontaktes deutlich zutage. Diese besondere Situation zu untersuchen, fächerspezifische Unterschiede herauszuarbeiten sowie Handlungs- und Interaktionsvorschläge für die Beteiligten abzuleiten, ist Ziel des Projekts "Sprechstundengespräche an der Hochschule", das seit kurzem an der RUB läuft (Leitung: Prof. Dr. Wolfgang Boettcher, Fakultät für Philologie der RUB, Germanistisches Institut). Das NRW-Wissenschaftsministerium (MSWWF) fördert das Projekt mit 190.000 DM aus dem Hochschulsonderprogramm III für insgesamt 15 Monate.

Individuelle Unterstützung

Beratung und Betreuung Studierender finden in der Universität auf vielfältige Art statt, z. B. in Tutorien zum Studienbeginn, in Mentorenprogrammen zur Examensvorbereitung. Hierbei handelt es sich jedoch um Gruppen, während Sprechstunden unter vier Augen ablaufen. Gerade diese "dyadische" Betreuungsform hat für Studierende eine zentrale Bedeutung: Es ist im Laufe des Studiums die einzige Kommunikationsbeziehung, in der sie sich durch Lehrende als Individuen wahrgenommen fühlen und individuelle Unterstützung erhalten; vor allem in den großen geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern. Insoweit sind Sprechstunden für Studierende der entscheidende institutionelle Ort, an dem sie ihre studienrelevanten Fragen mit Lehrenden thematisieren können.

Ärgernis Sprechstunde

Sprechstunden sind nach wie vor nicht in den Arbeitsplatzbeschreibungen von Hochschullehrern enthalten; daher legen Dozenten Anzahl und Dauer ihrer Sprechstunden selbst fest. Sie stellen jedoch, vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Personalstruktur, immer auch eine ärgerliche Anforderung dar, weil sie Zeit von den Lehrenden verlangen, die anderen Arbeiten abgeht.

Unterschiede herausarbeiten

Ziel des Projekts ist eine empirische Untersuchung solcher Sprechstundengespräche mit Hilfe von Kameras und Aufnahmegeräten, und zwar unter der Vorgabe, Unterschiede herauszuarbeiten: sowohl unterschiedliche Gesprächstypen und -zwecke als auch verschiedene Kontaktformen zwischen Lehrenden und Studierenden in den einzelnen Studienfächern. Das Projekt soll daher auch einen Vergleich zwischen diversen "Fach-Kulturen" ermöglichen.

Fernziel: "Handbuch Sprechstunde"

Langfristig sollen die gesammelten Erkenntnisse dazu beitragen, ein "Handbuch Sprechstunde" zu entwickeln, das sich an Lehrende und Studierende richtet sowie fachspezifische Unterschiede berücksichtigt. Damit wollen die Initiatoren Ände-rungsmö-glichkeiten sowohl in der Gesprächsführung als auch hinsichtlich einer veränderten Einbettung von Sprechstunden in die studentische Betreuung sondieren. Nach der 15monatigen Laufzeit des Projekts liegen die analytischen Grundlagen für die Entwicklung eines anschließenden Fortbildungsdesigns vor, das das Weiterbildungszentrum (WBZ) der RUB erproben und realisieren soll, um Lehrende im Umgang mit Sprechstunden zu schulen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Wolfgang Boettcher, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Philologie, Germanistisches Institut, Tel.: 0234/700-5835, Fax: 0234/7094-254, Dr. Dorothee Meer, GB 4/159, Tel.: 0234/700-2570, Friederike Bergstedt, M.A., Projektstelle "Qualität der Lehre", UV 3/376, Tel.: 0234/700-2928, E-Mail: friederike.bergstedt@ruhr-uni-bochum.de

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