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Medizin-Preis an Göttinger Molekular-Genetiker

14.01.1999 - (idw) Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Professor Herbert Jäckle vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen wird für seine bahnbrechenden Arbeiten zur molekularen Analyse der embryonalen Entwicklung mit dem Louis-Jeantet Preis für Medizin ausgezeichnet. Mit dem Preis, der 1999 zum 14. Mal seit seiner Gründung vergeben wird, werden vor allem neue Forschungsprojekte von höchster Qualität gefördert. Die diesjährigen Preisträger, Professor Adrian P. Bird (Edinburg), Professor Herbert Jäckle (Göttingen) und Professor Jean-Louis Mandel (Straßburg), arbeiten alle auf dem Gebiet der molekularen Genetik.

Die Louis-Jeantet-Stiftung für Medizin geht auf Louis Jeantet, einen französischen Geschäftsmann, zurück, der 1981 in Genf (Schweiz) starb. Die Stiftung vergibt jährlich einen der größeren europäischen Preise, mit dem die innovative Forschung in der biomedizinischen Wissenschaft gefördert werden soll. Der Preis ist nicht dazu bestimmt, frühere, bereits anerkannte Fortschritte zu würdigen, sondern will exzellente neue Forschungsprojekte unterstützen. Die Preisträger müssen in der Grundlagen- oder klinischen Forschung der Medizin tätig sein und in einem Mitgliedstaat des Europarats arbeiten. Seit seiner Gründung im Jahre 1986 wurde der Louis-Jeantet-Preis für Medizin an 44 Forscher in Europa vergeben, Deutschland steht dabei mit 4 Preisträgern an vierter Stelle, nach Großbritannien (16 Preisträger), der Schweiz (9) und Frankreich (8). Die diesjährigen Preisträger teilen sich einen Gesamtpreis von 1.800.000 Schweizer Franken, der zur Weiterführung ihrer Forschungsarbeiten gedacht ist. Zusätzlich erhält jeder Preisträger einen persönlichen Preis von 100.000 Schweizer Franken.

Der Louis-Jeantet Preis 1999 ehrt die Forschung auf dem Gebiet der molekularen Genetik. Die Arbeiten der Preisträger reichen von grundlegenden Entdeckungen in der Genetik bis zu konkreten Entwicklungen in der klinischen Diagnostik. Professor Herbert Jäckle, seit 1991 Leiter der Abteilung "Molekulare Entwicklungsbiologie" am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie und derzeit Geschäftsführender Direktor des Instituts, gilt als Pionier in der molekularen Analyse der embryonalen Entwicklung. An der Fruchtfliege Drosophila hat er als erster das Gen isoliert, das zur Entstehung von Thorax und abdominaler Region notwendig ist. Die besondere Bedeutung dieses Gens bei der Expression anderer Gene hat innerhalb kurzer Zeit zur Isolierung weiterer ähnlicher Gene in anderen Organismen einschließlich des Menschen geführt. Weiterführende Arbeiten haben dann gezeigt, daß durch eine präzise Kombination von Segmentierungsgenen jedes embryonale Segment bereits in frühen Entwicklungsstadien in seiner Identität und weiteren Entwicklung festgelegt ist.

Zur Zeit erforscht Professor Jäckle die genetische Kontrolle von Gastrulation und Organbildung bei Drosophila-Embryonen. Seine Arbeitsgruppe sucht systematisch nach Genen, die die Zellmigration, Adhäsion und gegenseitige Erkennung der verschiedenen embryonalen Zelltypen beeinflussen. Drosophila dient dabei als ein genetisch zugängliches Modell, aus dem man langfristig auch die genetische Kontrolle der normalen und pathologischen Entwicklung menschlicher Embryonen zu verstehen hofft.

(modifizierter Text einer Pressemitteilung der Louis-Jeantet Fondation)


Kontakt:
für Information über die Stiftung:
Frau Marianne Morard, Louis-Jeantet Stiftung für Medizin, Chemin Rieu 17, P.O.Box 277, CH-1211 Genf 17, Schweiz;
Tel: +41 22 704 3737, FAX: +41 22 704 3637, eMail: morard@jeantet.ch

für weitere Informationen über Preis und Preisträger:
Dr. Lukas Kühn, Sekretär des wissenschaftlichen Komitees der Louis-Jeantet Stiftung für Medizin, Tel: +41 21 692 5836, eMail: Lukas.Kuehn@isrec.unil.ch

Professor Herbert Jäckle, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Abteilung Molekulare Entwicklungsbiologie, 37070 Göttingen; Tel: 0551 201 1482, eMail: hjaeckl@gwdg.de
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