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GRÜNCOL! - GRÜNdungen in COLogne

18.01.1999 - (idw) Universität zu Köln

11/99

Erste Erkenntnisse zu Unternehmensgründungen aus Kölner Hochschulen

Neugegründeten Unternehmen wird von der Wissenschaft und der Politik eine Schlüsselrolle in der Marktwirtschaft zugeschrieben. Sie sollen für eine Revitalisierung des Wettbewerbs sorgen, neue Arbeitsplätze schaffen, den Fortschritt unterstützen und Innovationsimpulse geben. Somit gelten sie als wichtiger Faktor für die Erhaltung eines funktionsfähigen marktwirtschaftlichen Systems und für den Strukturwandel einer Volkswirtschaft und ihrer Regionen. Diesbezüglich wird für Deutschland jedoch ein qualitativer und quantitativer Nachholbedarf behauptet. Während die Quote derjenigen, die den Wunsch geäußert haben, selbständig zu sein, in den USA 63 Prozent beträgt, liegt sie in Deutschland nur bei 49 Prozent. Die aktuelle Selbständigenquote liegt sogar nur bei 15 Prozent, so daß ein großes ungenutztes Potential an Unternehmensgründern zu existieren scheint. Bei Hochschulabsolventen ist der Nachholbedarf an Unternehmensgründungen sogar noch größer, da maximal 10 Prozent der Hochschulabsolventen ein Unternehmen gründen und zwar mit einer Zeitverzögerung von bis zu 10 Jahren nach Studienabschluß.

Es fragt sich also, worauf die eher geringen Gründungsaktivitäten zurückzuführen sind und ob mit einer Erhöhung der Gründungsaktivitäten tatsächlich die anfangs aufgezeigten Hoffnungen erfüllt werden können. Diesen und weiteren Fragen versucht ein Forschungsteam des Wirtschafts- und Sozialgeographischen Instituts (Leitung Professor Dr. Rolf Sternberg) und des Seminars für Personalwirtschaftslehre (Leitung Professor Dr. Uschi Backes-Gellner) im Rahmen des Forschungsprojektes "Gründungen aus Kölner Hochschulen" nachzugehen. Das Vorhaben wird von der DFG im Rahmen des Schwerpunktprogramms "Interdisziplinäre Gründungsforschung" finanziert und wird zusätzlich von der Deutschen Ausgleichsbank, der Stadtsparkasse Köln, der Stadt Köln und der örtlichen IHK unterstützt. In einer ersten Erhebung werden Neugründungen in der Region Köln im Zeitraum 1992 bis 1997 untersucht. In einer zweiten Erhebung sollen die potentiellen Gründer aus Hochschulen, also die Studierenden, befragt werden. Vorauswertungen aus der ersten Erhebung auf der Grundlage eines kleinen Teils des Datensatzes deuten daraufhin, daß

originäre Gründungen die Gesamtheit der Gründungen eindeutig dominieren,

die überwiegende Zahl der Gründungen im Dienstleistungssektor erfolgt, kaum dagegen im Verarbeitenden Gewerbe,

die meisten Gründungen nur von einer Person vorgenommen werden (nur selten Teamgründungen)

ca. die Hälfte aller Gründer einen Hochschulabschluß besitzen,

wissensintensive Gründungen zwar einen vergleichsweise geringen Bedarf an Startkapital haben, dafür aber einen überpropor-tional steigenden Kapitalbedarf in der Wachstumsphase, was dann zu entsprechenden Problemen führen kann.

Die zweite Teilerhebung, die Befragung potentieller Gründer an Kölner Hochschulen, soll im Frühjahr 1999 starten. Befragt werden sollen die Studierenden an der Universität zu Köln, der Fachhochschule Köln, der Musikhochschule Köln, der Deutschen Sporthochschule sowie an der Kunsthochschule für Medien. An-hand der Studentenbefragung soll beispielsweise aufgedeckt werden, wieviele Studierende schon einmal mit dem Gedanken ge-spielt haben, sich selbständig zu machen, wieviele sich be-reits in der sogenannten Vorgründungsphase befinden und schon konkrete Aktivitäten unternommen haben oder wieviele bereits ein Unternehmen während des Studiums gegründet haben. Dabei interessiert insbesondere, ob und welche Lehrveranstaltungen oder Beratungsangebote von Hochschulen oder externen Institutionen die Gründungsneigung von Studierenden beeinflussen. Auch wird zu klären sein, in-wiefern sich gründungswillige Studierende von ihren Kommilito-nen hinsichtlich persönlicher Merkmale und hinsichtlich ihres mikrosozialen Umfeldes unterscheiden. Auch die Wissenschaftler an den Hochschulen sollen anhand obiger Fragestellungen untersucht werden.

Ziel des Projektes ist es, das Gründungsgeschehen zu vereinfachen oder zu unterstützen, um so die potentielle Gründungsneigung stärker in tatsächliche Gründungen münden zu lassen. Da die Qualität der Ursachenanalyse und damit die Verbesserungschancen entscheidend von der Datengrundlage abhängen, hofft das GrünCol-Team auf eine hohe Beteiligung der Studierenden an der Befragungsaktion. Das Team würde sich freuen, wenn alle diejenigen, die in den nächsten Wochen einen Fragebogen erhalten werden, den Bogen ausgefüllt an die Institute zurückschicken könnten. Wer sich über das Projekt informieren möchte, kann auf den Homepages der beiden Institute unter den Adressen http: //www.uni-koeln.de/wiso-fak/wigeo/ und http: //www.uni-koeln . de/wiso-fak/pwl/ näheres erfahren.


Verantwortlich: Anette Hartkopf
Für Rückfragen steht Ihnen Gülden Demirer unter der Telefonnummer 0221/470-6310, der Fax-Nummer 0221/470-5078 und der Email-Adresse g.demirer@uni-koeln.de zur Verfügung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.htm).

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