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Kann man mit Überlichtgeschwindigkeit in die Vergangenheit reisen?

19.01.1999 - (idw) Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Die Fakultät Elektrotechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg lädt am Freitag, dem 22. Januar 1999, 14.00 Uhr, Gebäude 10 (ehemals N-Gebäude), Raum 312/Universitätscampus, zur öffentlichen Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Jürgen Nitsch ein. Der Wissenschaftler greift ein jüngst unter Experten und in den Medien heiß diskutiertes Thema auf "Signalübertragung durch Tunnelstrecken mit Überlichtgeschwindigkeit" (Das Kölner Experiment und seine Deutung).

Mit den öffentlichen Antrittsvorlesungen neu berufener Professoren setzt die Alma Mater eine gute Tradition fort. Dazu ist wie immer auch die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen.

Prof. Dr. Jürgen Nitsch wird in der Vorlesung sein Lehr- und Forschungsgebiet, die Elektromagnetische Verträglichkeit, vorstellen und verschiedene Aspekte seiner wissenschaftlichen Arbeit erläutern. Darüber hinaus wird der studierte Physiker auch auf Disziplinen wie die Relativitätstheorie und die Quantentheorie eingehen. Danach wird der Magdeburger Wissenschaftler zu den spektakulären Theorien seines Kollegen Günter Nimtz von der Universität Köln überleiten. Dieser hatte anhand von aufsehenerregenden Experimenten nachgewiesen, daß mit Überlichtgeschwindigkeiten in die Vergangenheit gereist werden könne oder die Aufführungen von Mozartsinfonien mit Überlichtgeschwindigkeit zeitgleich oder sogar vorzeitig übertragen werden könnten. In den letzten Wochen und Monaten hatten die Thesen des Kölner Professors, Signale mit mehrfacher Lichtgeschwindigkeit zu übertragen, in den Medien zu heftigen Disputen pro und kontra gesorgt. Nach bislang vorherrschenden Lehrmeinungen ist ein solches Phänomen nicht möglich.

Anhand von Experimenten und Videoclips will Nitsch diese Theorien kritisch beleuchten und mit Fachkollegen diskutieren. Sein Standpunkt dazu ist, daß die Ausbreitung von Signalen mit mehrfacher Lichtgeschwindigkeit ein klassisches Experiment ist und die von Nimtz vertretenen Theorien der Überlichtgeschwindigkeit von Wellen anhand mathematischer Gleichungen erklärt werden können, ohne klassische Lehrsätze in Frage zu stellen.

Jürgen Nitsch studierte an der Universität zu Köln Physik. Danach folgten mehrjährige wissenschaftliche Tätigkeiten an der Kölner Uni, an der Fachschule für Augenoptik sowie eine Vertretungsprofessur an der Universität Göttingen. 1986 trat der Physiker in das Wehrwissenschaftliche Institut für Schutztechnologien in Munster ein, wo er sich intensiv mit der Forschung zur Ausbreitung hochfrequenter Wellen und zu neuronalen Netzwerken befaßte, deren Ergebnisse in hochentwickelte Minenräumtechnik einflossen. Nach zwei Forschungsaufenthalten an den Air Force Research Laboratories/Neumexiko nahm der Wissenschaftler 1996 den Ruf auf die Professur Elektromagnetische Verträglichkeit und Theoretische Verträglichkeit an der Magdeburger Uni an.
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