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Interdisziplinäres Forschungsprojekt der VW-Stiftung

02.02.1999 - (idw) Universität Bayreuth

Interdisziplinäres Forschungsprojekt von Juristen und Historikern
"STAAT UND PRIVATHEIT" - ANALYSE STAATLICHER
REGULIERUNG BÜRGERLICHEN VERHALTENS 1750 - 1850
Gesamtfördervolumen von 639.000 DM - Laufzeit zweieinhalb Jahre

Bayreuth (UBT). Die Volkswagen-Stiftung hat für ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zum Thema "Staat und Privatheit. Die Grenzen der Regulierung bürgerlichen Verhaltens (1750-1850)" das Gesamtfördervolumen von 639.700,-- DM bewilligt; die Laufzeit beträgt zweieinhalb Jahre.
Das Projekt steht unter der Federführung von Prof. Dr. Diethelm Klippel (Bayreuth, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Rechtsgeschichte). Daran beteiligt sind des weiteren Prof. Dr. Günther Lottes (Justus-Liebig-Universität Gießen, Lehrstuhl für Neuere Geschichte II) und Prof. Dr. Hans-Peter Ullmann (Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte).

Das aus sechs Teilprojekten bestehende Forschungsvorhaben verfolgt als übergeordnetes Ziel die historische Analyse der Möglichkeiten und Grenzen der staatlichen Regulierung bürgerlichen Verhaltens in dem Zeitraum von ca. 1750 bis ca. 1850. Anhand von drei Themenfeldern der 'Privatheit' - Religion, Familie und Haus, Eigentum - soll einerseits untersucht werden, mit welchen Mitteln, Zielen und theoretischen Vorstellungen der neuzeitliche Staat menschliches Verhalten regulierte und wo der staatliche Zugriff aufhören sollte. Darüber hinaus soll der Frage nachgegangen werden, wie sich Individuen gegenüber diesen staatlichen Regulierungsbemühungen verhielten und ob (und ggf. wie) sie sie beeinflußten.

Die von den Bayreuther Rechtshistorikern bearbeiteten Teilprojekte beschäftigen sich mit zwei zentralen Aspekten von Ehe und Familie: der Eheschließung und der elterlichen Gewalt. Gegenstand des von Martin Fuhrmann bearbeiteten Forschungsprojekts ist die Analyse der Zusammenhänge und möglichen Wechselwirkungen zwischen Bevölkerungstheorie, staatlicher Bevölkerungspolitik, Familien- und Eherechtstheorie und staatlichem Eherecht - insbesondere dem Eheschließungsrecht - einerseits und dem tatsächlichen oder vorgestelltem menschlichen Verhalten andererseits in dem Zeitraum von 1770 bis 1870. Dietrich Berding untersucht die theorie- und gesetzgebungsgeschichtliche Entwicklung des Verhältnisses zwischen elterlicher Gewalt und Staat. Im Vordergrund steht die Frage nach der Verschiebung der Grenzen des staatlichen Einflusses auf Ausgestaltung und Ausübung der elterlichen Gewalt.
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