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Therapie zur Entkalkung der Nieren gesucht

02.02.1999 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die im Stoffwechsel des Menschen gebildeten Säuren werden im Normalfall über Lungen und Nieren aus dem Körper entfernt. Ist dieser Mechanismus gestört, kommt es zur Übersäuerung des Blutes, was wiederum eine Verkalkung der Nieren nach sich ziehen kann. Für diese Erkrankung wollen Wissenschaftler der Universität Würzburg Behandlungsverfahren erarbeiten.

Die Übersäuerung des Blutes, die auf eine nicht ausreichende Säure-Ausscheidung durch die Nieren zurückgeht, bezeichnen Mediziner als "renale Azidose". Hierbei werde der Kalzium-Stoffwechsel massiv beeinträchtigt, wie Dr. Bernd Püschel vom Anatomischen Institut erklärt. Die möglichen Folgen: Rachitis, Knochenerweichung und Nierenverkalkung. Letztere schränkt die Nierenfunktion ein - bis hin zum Nierenversagen.

Die Verkalkung der Nieren könne bisher, so Dr. Püschel, therapeutisch nicht rückgängig gemacht werden. Deshalb bleibe die Nierenfunktion auch nach der Behandlung einer Azidose beeinträchtigt. Die Ursachen für eine renale Azidose können einerseits vererbt sein - dann sind die für die Säureausscheidung wichtigen Transportproteine mutiert. Andererseits kann eine renale Azidose auch durch verschiedene Erkrankungen erworben werden.

Die Würzburger Anatomen interessieren sich in diesem Zusammenhang besonders für die sogenannten A-Schaltzellen der Nieren. In diesem Zelltyp haben sie als Transportprotein den Bikarbonat/Chlorid-Anionenaustauscher gefunden, der maßgeblich an der Säureausscheidung beteiligt ist.

In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt wollen die Wissenschaftler nun mit gentechnischen Methoden Mäuse züchten, bei denen die säureausscheidenden A-Schaltzellen fehlen oder bei denen diese Zellen zu definierten Zeitpunkten zerstört werden können - ein Tiermodell also, bei dem sich voraussichtlich auch eine Nierenverkalkung ausbilden wird. Auf dieser Grundlage sollen Therapieverfahren erarbeitet werden, mit denen sich die Verkalkung rückgängig machen und die Nierenfunktion wieder vollständig herstellen läßt. Darüber hinaus wollen die Würzburger Forscher bei ihrem Projekt allgemeine Fragen zur Funktion der A-Schaltzellen und ihrer Vorläuferzellen beantworten.

Weitere Informationen: Dr. Bernd Püschel, T (0931) 31-2384, Fax (0931) 15988, E-Mail:
bernd.pueschel@mail.uni-wuerzburg.de
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