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Geometrische Strukturen in der Mathematik

03.02.1999 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Der münstersche Mathematiker Prof. Dr. Joachim Cuntz erhält am Montag, 8. Februar 1999, den mit 1,5 Millionen Mark dotierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft für seine Arbeiten zur "nichtkommutativen Geometrie".

Wenn am Montag (8. Februar 1999) in Bonn in Anwesenheit von Bundespräsident Herzog die diesjährigen Leibniz-Preise verliehen werden, ist unter den Preisträgern erneut ein Wissenschaftler aus Münster: Prof. Dr. Joachim Cuntz, Direktor des Mathematischen Instituts der Westfälischen Wilhelms-Universität, erhält zur Förderung seiner Forschungsarbeiten insbesondere auf dem Gebiet der "Nichtkommutativen Geometrie" von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 1,5 Millionen Mark.

Der Leibniz-Preis ist der höchstdotierte deutsche Förderpreis. Ziel des 1985 eingerichteten Preises ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von Verwaltungsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern. Für das Jahr 1999 überreicht DFG- Präsident Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker die Leibniz-Preis am Montag in der Aula der Universität Bonn an zehn Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachgebieten, von der Theologie bis zur Zellbiologie.

Leibniz-Preisträger Prof. Cuntz, geboren 1948 in Mannheim, wurde nach einem Studium der Mathematik und Physik in Heidelberg und Paris bereits mit 27 Jahren an der Universität Bielefeld promoviert. Mit 29 Jahren habilitierte er sich an der TU Berlin. Es folgten Stationen in Kanada, Frankreich und den USA. 1988 folgte der Mathematiker dem Ruf auf eine Professur an der Universität Heidelberg. Seit 1997 ist Prof. Cuntz Direktor des Mathematischen Instituts an der Universität Münster und Leiter eines Teilbereichs im münsterschen Sonderforschungsbereich "Geometrische Strukturen in der Mathematik".

Seine Forschungsarbeiten liegen vornehmlich auf dem Gebiet der Funktionsanalysis. Ein junges, sich rasch entwickelndes Gebiet mit großem Zukunftspotential ist die "nichtkommutative Geometrie", die ein ungewohntes mathematisches Bild unserer Welt entwirft und zu neuartigen Raumvorstellungen führt. Hier ist Prof. Cuntz nach dem Urteil der Deutschen Forschungsgemeinschaft "einer der führenden Köpfe und in Deutschland unangefochten an der Spitze". In seiner eindrucksvollen internationalen Wissenschaftler- Karriere veröffentlichte er eine Vielzahl wichtiger Arbeiten und wurde mit angesehenen Preisen und Ehrungen bedacht, darunter 1993 den Max-Planck-Forschungspreis und 1997 die Medaille des Collège de France in Paris.

Mit Prof. Cuntz erhält zum zweiten Mal in Folge ein Forscher der Universität Münster den höchstdotierten deutschen Wissenschaftspreis. Vor einem Jahr war der Zellbiologe Prof. Dr. Dietmar Vestweber vom Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung in Bonn ausgezeichnet worden. Besonders bemerkenswert ist, daß es am Mathematischen Institut der Universität Münster künftig sogar drei Leibniz-Preisträger geben wird: Vor Prof. Cuntz waren bereits 1992 seine Fachkollegen Prof. Dr. Christopher Deninger und Prof. Dr. Peter Schneider geehrt worden.
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