Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 29. März 2020 

Schneller zu metallischen Prototypen

08.02.1999 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Feingußformen für komplexe metallische Prototypen zu fertigen, ist ein äußerst zeitaufwendiger Prozeß. Fraunhofer-Forscher modifizierten das Selektive Lasersintern, ein Rapid-Prototyping-Verfahren, und können nun Gußformen innerhalb von zwei Tagen herstellen.


Mit Hilfe des Selektiven Lasersinterns entstehen innerhalb von zwei Tagen Feingußformen für Metallprototypen. Schneller zu metallischen Prototypen

Flügelschrauben, Gehäuse für Autogetriebe und Türschlösser sind komplexe Feingußteile aus Metall. Für die Produktentwicklung und -optimierung ist es notwendig, Materialeigenschaften und -verhalten möglichst nahe am Original zu untersuchen. Metallische Prototypen sind gefragt. Doch sie können bisher nur aufwendig und kompliziert gefertigt werden. Bis die Gußform hergestellt ist, vergehen oft bis zu 14 Tage. Mit Hilfe des Selektiven Lasersinterns können Ingenieure am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT nun Formschalen direkt aus Keramikpulver aufbauen - ohne zeitraubende Zwischen-schritte.

"Der herkömmliche Weg, Gußschalen für das Feingießen herzustellen, ist umständlich", beschreibt Holger Wirtz aus dem IPT. "Erster Schritt ist, ein Wachsmodell mehrmals zu beschlickern und zu besanden, solange bis sich eine dicke Schicht um das Modell bildet. Anschließend wird das Wachs ausgeschmolzen und die Form gebrannt. Dann erst kann man das gewünschte Teil abgießen." Das IPT nutzt nun ein bekanntes Rapid-Prototyping-Verfahren, das Selektive Laser-sintern: Schichtweise verschmilzt der Laser ein keramisches Pulver - Zirkonsilikat - zur Gießform. Die fertige Formschale muß nur gereinigt und vorgewärmt werden. Dann kann der Abguß in die noch heiße Form erfolgen. "Mit unserem Verfahren ist es möglich, komplexe Prototypen aus Metall innerhalb von nur zwei Tagen zu produzieren", erklärt Holger Wirtz die Besonderheit der neuen Methode, die sich für alle metallischen Prototypen verwenden läßt.

Neben seiner Schnelligkeit bietet die Technik aus dem IPT alle Vorteile des Feingießens: eine praktisch unbegrenzte Vielfalt an verarbeitbaren Metallen, geringe Wandstärken, hohe Genauigkeit und Oberflächenqualität. Ob Getriebegehäuse für Pkws, Flügelschrauben oder Türschlösser - durch die schnellere Prototypenherstellung bleibt mehr Zeit, die Produkte zu testen und zu optimieren.


Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Holger Wirtz
Telefon 02 41/89 04-1 20
Telefax 02 41/89 04-1 98
email: wirtz@ipt.fhg.de

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT
Steinbachstraße 17
D-52074 Aachen
Pressekontakt:
Dipl.-Inform. Anne Spielberg-Schweinitz
Telefon 02 41/89 04-1 80
Telefax 02 41/89 04-1 98
email: sz@ipt.fhg.de
uniprotokolle > Nachrichten > Schneller zu metallischen Prototypen

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/47293/">Schneller zu metallischen Prototypen </a>