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Hamburger Tropeninstitut veranstaltet LEOPOLDINA Symposium

10.02.1999 - (idw) Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Hamburg

Symposium "Probleme wichtiger tropischer Infektionskrankheiten" der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina wird vom 12. bis 13. Februar 1999 vom Hamburger Tropeninstitut veranstaltet

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind ein Drittel aller Todesfälle weltweit auf Infektionskrankheiten zurückzuführen. Ein großer Teil dieser Infektionen betrifft die Entwicklungsländer. Infektionskrankheiten mit tropischen "exotischen" Erregern sind aber seit langen nicht mehr auf die Tropen beschränkt. Durch die Zunahme der Fernreisen und als Folge internationaler Migration nimmt die Zahl importierter tropischer Infektionen auch in Deutschland ständig zu.

Das Symposium behandelt den aktuellen Stand der Forschung auf dem Gebiet solcher Infektions-erreger, die speziell in den Tropen vorkommen, also im Wesentlichen von Parasiten und tropischen Fieberviren. Diese Erreger stellen ein bedeutendes Gesundheitsproblem der Menschheit dar. Nur wenige der bedeutenden parasitären Erkrankungen sind weltweit zurückgegangen. Zwar waren zwischenzeitliche lokale Zurückdrängungen einzelner Erkrankungen zu verzeichnen, meist durch Kontrolle der Überträger, jedoch hat dies nicht zu einer allgemeinen Abnahme geführt. Gegen keinen einzigen Parasiten gibt es einen wirksamen Impfstoff.

Die Bekämpfung der Tropeninfektionen ist daher dingend geboten und bedarf für ihre Umsetzung insbesondere der Unterstützung durch neue Erkenntnisse der Forschung. Leider wird in die Erforschung dieser Erkrankungen seitens der pharmazeutischen Industrie als auch seitens staatlicher Gesundheitsforschung weit weniger investiert als in die entsprechenden Erkrankungen der Industrieländer. Malaria z. B. ist die wichtigste und bedeutendste Tropenkrankheit, es gibt 1 Milliarde Infizierte und mehrere Millionen Todesfälle jedes Jahr. Eine vom Wellcome Trust publizierte vielbeachtete Studie hat ergeben, daß Deutschland hinsichtlich seiner Beiträge zur Malaria Forschung Rang 7 hinter Indien und Thailand einnimmt. Unter den Institutionen, die Malariaforschung fördern, liegen DFG und Max-Planck-Gesellschaft weltweit auf Plätzen 28 bzw. 43.

Sinn der Tagung ist eine Bestandsaufnahme der Forschung auf diesem Gebiet. Es wird dabei auch die Möglichkeit eröffnet werden, über gemeinsame Strategien der Erforschung von tropischen Infektionen und über gesundheitsorganisatorische Fragen zu sprechen. Initiiert wird das Symposium von der "Deutschen Akademie der Naturforscher LEOPOLDINA", einer der ältesten Gelehrtenvereinigungen der Welt, die ca. 1000 namhafte Wissenschaftler des In- und Auslandes zu ihren Mitgliedern zählt. Veranstalter ist das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg, größtes und ältestes Institut für Tropenmedizin in Deutschland. Die LEOPOLDINA wird eine Bestandsaufnahme zur gegenwärtigen Situation erstellen und ein Strategiepapier erarbeiten, das der Öffentlichkeit vorgelegt werden soll.

Am Freitag, den 12. Februar 1999, 13.30 Uhr, wird im Dienstzimmer der Direktors des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin eine Pressekonferenz durchgeführt, zu der Journalisten herzlich eingeladen sind.
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