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Die Optimierung des transalpinen Güterverkehrs im Fokus

10.02.1999 - (idw) Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

"Kombinierter Verkehr München/Verona in sechs Stunden"...
Das ist das Leitthema des gemeinsamen Projektes des Fraunhofer-Instituts für Materialfluß und Logistik IML und der Bahnen, Kombiverkehrsgesellschaften und Transportunternehmen aus drei Ländern.
Gemeinsam wird an einer umweltfreundlichen und kostengünstigen Lösung zur Optimierung des alpenüberquerenden Güterverkehrs gearbeitet.

Der alpenüberquerende Güterverkehr wird nach allen Prognosen weiter zunehmen. Ein weiterer Ausbau des Straßenverkehrs ist aus ökologischen, ökonomischen und politischen Gründen weder sinnvoll noch möglich. Um den drohenden Verkehrsinfarkt auf der Straße abzuwenden, kann die Lösung nur in einer Stärkung des kombinierten Verkehrs liegen.
Um Rationalisierunspotentiale vorhandener Kapazitäten auszuschöpfen, beauftragte das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie mit Unterstützung des Österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft und Verkehr ein Team, bestehend aus der Deutschen Bahn, der Österreichischen Bundesbahn und der Italienischen Staatsbahn und den jeweiligen Kombiverkehrsgesellschaften sowie weiteren Partnern aus der Wirtschaft. Federführend im zu 50% von den Ministerien und zu 50% von den Bahnen, Kombiverkehrsgesellschaften und Unternehmen geförderten Projekt ist die Simssee-Transport GmbH, Hemhof. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluß und Logistik IML begleitet wissenschaftlich vom LogistikKompetenzZentrum Prien a. Chiemsee aus mit der Fachhochschule Rosenheim das auf 20 Monate veranschlagte Projekt. Experten aus dem operativen Geschäft der Bahnen und Kombiverkehrsgesellschaften sorgen gemeinschaftlich für eine abgestimmte und möglichst effektive Projektorganisation.
Geschwindigkeitsreserven sind vor allem bei der Bahn noch nicht voll ausgeschöpft. Abschätzungen der Durchschnittsgeschwindigkeiten und ein Vergleich mit dem Personenverkehr auf der Schiene lassen bei vorhandenem Equipment durch organisatorische, technische und informationstechnische Verbesserungen eine Reduzierung der Systemzeiten von bisher zwölf auf sechs Stunden zwischen München und Verona als realistisch erscheinen. Dadurch sind Leistungen erzielbar, die den durchgehenden Straßengüterfernverkehr übertreffen.
Das Projekt gliedert sich in Analyse und ein anschließendes Pilotprojekt, welches wesentliches Ziel des Gesamtprojektes ist. Zunächst werden in mehreren Stufen Daten aufgenommen, mittels Transponder der gesamte Materialfluß inklusive Wechselbrücken geographisch und zeitlich aufgezeichnet, um Schwachstellen zu analysieren. Dazu parallel soll eine Marktuntersuchung zusätzliche Transportvolumina für die Schiene und eventuell notwendige technische Investitionen aufzeigen. Vom Gesamtteam werden abschließend Kosten und Nutzen der Maßnahmen bewertet. Bewußt wird durch das anschließende Pilotprojekt ein Nachahmungseffekt provoziert, um dem umweltfreundlichen kombinierten Verkehr eine zusätzliche Nachfrage zu verschaffen.

Ansprechpartner:
Simssee-Transport Karl Fischer Tel.: 08053 / 90 71 Fax: 08053 / 97 47

Fraunhofer IML Dipl. Geogr. Dirk Düsenberg Tel.: 08051 / 901-113 Fax: 08051 / 901-111
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