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10. Würzburger Symposium: "Weltwunder Sprache"

15.02.1999 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

"Die Frage, welche Sprachen in Brüssel Arbeits- und Amtssprachen sind, ist Sprachenpolitik. Sprachenpolitik ist immer auch ein Teil Machtpolitik": Der Würzburger Universitätspräsident Prof. Dr. Theodor Berchem forderte dazu auf, Überlegungen anzustellen, durch die Auswahl der Fremdsprachenvermittlung Einfluß zu nehmen, den Einfluß der englischen Sprache auf Dauer etwas einzudämmen.

Im Rahmen eines Pressegesprächs aus Anlaß des 10. Würzburger Symposiums zum Thema "Weltwunder Sprache" sagte Prof. Berchem, der auch Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, DAAD ist, man könnte zwar englisch frühzeitig im Kindergarten und der Grundschule anbieten, sollte aber auf dem Gymnasium fordern, daß die englische Sprache nicht erste Sprache sein sollte, sondern eine oder mehrere Sprache aus dem Kreis der Sprachen mit den meisten Sprechenden in der Europäischen Gemeinschaft, verbunden mit besonderen Möglichkeiten für Randländer: "Auf diese Art und Weise könnte man gewährleisten, daß man in 15-30 Jahren auf eine Tagung gehen kann, auf der nicht von vorneherein englisch dominiert."

Das 10. Würzburger Symposium, in seiner interdiziplinären Form wohl einzigartig in der Bundesrepublik, mit dem Titel "Weltwunder Sprache" verspricht spannende, anregende und informative Beiträge und Diskussionen. Dem Thema werden sich am Donnerstag und Freitag, 18. und 19. Februar, in der Würzburger Neubaukirche etwa 20 Referenten unterschiedlichster wissenschaftlicher Fachrichtungen nähern. Ihre Vorträge sind öffentlich und kostenlos zugänglich.

Im Verlauf des Symposiums untersuchen die Redner das Phänomen Sprache unter medizinischen, biologischen, erzieherischen, literarischen, kommunikativen, kulturphilosophischen, religiösen und politischen Aspekten. Zur Eröffnung am Donnerstag, 18. Februar, um 9.00 Uhr, sprechen Universitätspräsident Prof. Dr. Theodor Berchem und Michael Klett Grußworte. Den Reigen der Vorträge eröffnet dann Pulitzer-Preisträger Prof. Dr. Bert Hölldobler, Inhaber des Lehrstuhls für Verhaltensphysiologie und Soziobiologie an der Universität Würzburg. Sein Thema heißt "Die Evolution der Kommunikation".

Weitere Referate befassen sich zum Beispiel mit dem Prozeß der Aneignung der Sprache beim Kind bis zur Ausbildung der Schrift beim Erwachsenen, mit dem Fremdsprachenerwerb oder mit Störungen der Sprache bei Hirnschädigungen oder der Sprachenpolitik. Auch der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 1998, Martin Walser, ist zu Gast beim Würzburger Symposium. Er spricht am Freitag, 19. Februar, über "Die Stimmung, das Wissen, die Sprache". Danach spricht Prof. Berchem zjm Thema ""Sprachenpolitik".

Das Symposium, das vom Stuttgarter Ernst Klett-Verlag und der Universität Würzburg veranstaltet wird, findet im Rahmen des Studium Generale statt und richtet sich an Wissenschaftler und Studierende aller Fachrichtungen. Weiterhin ermöglicht es Schülerinnen und Schülern sowie anderen Interessierten, Universitätsluft zu schnuppern. Wie schon bei den vorangegangenen Würzburger Symposien treffen auch diesmal Geistes- und Naturwissenschaften in der Neubaukirche zum interdisziplinären Dialog zusammen.

In diesem Jahr gibt es im Rahmen des Symposiums zwei Gründe zu feiern: Zum einen jährt sich das Würzburger Symposium zum zehnten Mal, zum anderen wird dem Verleger Senator Michael Klett in der Neubaukirche die Ehrendoktorwürde der Universität Würzburg verliehen. Der Dekan der Philosophischen Fakultät II, Prof. Dr. Rüdiger Ahrens, wird Michael Klett am 18. Februar, 18 Uhr, in der Neubaukirche, die Promotionsurkunde überreichen. Prof. Dr. Hugo Laitenberger hält die Laudatio.

Die Universität Würzburg und der Ernst Klett-Verlag pflegen seit 1983 diese gemeinsame Veranstaltung. In den vorangegangenen Symposien wurden immer wieder übergreifende gesellschaftliche Aspekte beleuchtet und hinterfragt. Beispielsweise standen beim 4. Würzburger Symposium 1989 die Fragen nach dem menschlichen Leben im Mittelpunkt. 1994, beim 7. Würzburger Symposium, setzten sich die Teilnehmer mit der Drogen- und Suchtproblematik auseinander. 1992 kreisten die Vorträge um das Thema "Europäischer Geist - europäische Verantwortung".

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