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Software-Experten machen Unternehmen in Sachen »Groupware« fit

18.02.1999 - (idw) Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST

Wer meint, daß der Computer zwischenmenschliche Kontakte verarmen läßt, kann sich eines Besseren belehren lassen: In dem jüngst gestarteten Projekt "LOOK" arbeiten Computer-Experten des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST und der Universität Dortmund Hand in Hand, mit dem Ziel, durch den Einsatz des Computers, die zwischenmenschlichen Kommunikationsmöglichkeiten in großen Betrieben mittels Groupware zu verbessern.

Wer meint, daß der Computer zwischenmenschliche Kontakte verarmen läßt, kann sich eines Besseren belehren lassen: In dem jüngst gestarteten Projekt "LOOK" arbeiten Computer-Experten des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST und der Universität Dortmund Hand in Hand, mit dem Ziel, durch den Einsatz des Computers, die zwischenmenschlichen Kommunikationsmöglichkeiten in großen Betrieben mittels Groupware zu verbessern.

Der Begriff "Groupware" bezeichnet Softwaresysteme zur Unterstützung dreier Komponenten: Kommunikation, Kooperation und Koordination. "LOOK" ist ein Verbundprojekt zwischen dem Dortmunder Fraunhofer ISST, der Universität Dortmund, der Weiterbildungseinrichtung Akademie Fresenius und dem Medien Zentrum Duisburg. Finanziert wird "LOOK" im Rahmen des Förderprogramms QUATRO vom Land Nordrhein-Westfalen und der EU.

"Wir wollen von der Vorstellung vom isolierten Computernutzer herunter und stattdessen zeigen, daß Computertechnik auch ein gemeinsames Arbeiten fördern kann," so der Leiter des LOOK-Projektes, Diplom-Informatiker Thomas Goesmann. Eigentlich liegt das Problem auf der Hand, mit dem sich die Wissenschaftler vom Fraunhofer ISST herumschlagen. Bei jeder Einführung von Groupware in einem Unternehmen muß man die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Mitarbeiter neu strukturieren. Die Mitarbeiter selber benötigen eine gründliche Vorbereitung und Qualifizierung.

Bislang will man diese Situation routinemäßig durch eine praxisferne Modellbildung der Kommunikationsstrukturen und Geschäftsabläufe in den Griff bekommen: ein Versuch, der sehr oft fehl schlägt. Daher gehen die Wissenschaftler im Projekt "LOOK" einen anderen Weg. Sie schulen die zukünftigen Nutzer an einem Groupware-Prototypen. Auf diese Weise lernen die Mitarbeiter eines Unternehmens sofort die Groupware selbst kennen, mit allen Stärken und Schwächen. "Die Kritik der Mitarbeiter in dieser Phase ist die Grundlage für unsere weitere Arbeit," sagt Thomas Goesmann.

Benutzerfreundlichkeit haben sich die Fraunhofer-Wissenschaftler groß auf ihre Fahnen geschrieben. Bei der anschließenden technischen Realisierung der Konzepte geht es vor allem darum, Groupwarelösungen sowohl für eine breite Anwenderschaft, die Nutzer, als auch auf die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmt, zu konzipieren. Die Softwaretechniker stellen hierfür aus dem Katalog der vorhandenen "Groupware" ein Sortiment nach den genannten Kriterien zusammen, das anschließend zu einem kompakten praxisnahen System zusammengeschnürt wird.

Ein Ziel der Einführung von Groupware ist, das individuelle Know How der einzelnen Mitarbeiter für das gesamte Unternehmen verfügbar zu machen. Da per Groupware die Mitarbeiter computergestützt miteinander kommunizieren, weiß jeder bald, wer im Unternehmen bei konkreten Fragen die Antworten kennt - falls man die Antworten nicht schon direkt im Computer findet. Denn durch die Groupware kann jeder Einzelne zum Aufbau eines "organizational memory" beitragen und dem Unternehmen steht das kollektive Wissen der Mitarbeiter zur Verfügung.

Die Methoden des Projektes "LOOK" kann man prinzipiell in jedem Unternehmen anwenden. Konkret konzentrieren sich die Wissenschaftler jedoch auf die Akademie Fresenius, da die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich eine besondere Herausforderung darstellen. Unter dem Stichwort CSCL (Computer Supported Cooperative Learning -Computer-Unterstützes Lernen) wendet man sich von der Vorstellung ab, daß man einen Einzelnen allein an einem Computersystem trainiert. Statt dessen möchte man ein gemeinsames Lernen unterstützen - und schafft so ein ideales Anwendungsfeld für Groupware. Nicht jeder einzelne lernt ein Computerprogramm kennen und kann gerade noch mit seinem Nachbarn oder dem Sitzungsleiter kommunizieren, sondern man lernt gemeinsam über die Tisch-nachbarschaftlichen Grenzen hinaus. Gleichzeitig könnte das Ergebnis des LOOK-Projektes eine Wissensdatenbank sein, die nach Ende der Schulung jedem einzelnen Teilnehmer Antwort auf die leidige Frage gibt: "Wie war das noch?"

Ansprechpartner:

Dipl. Inf. Thomas Goesmann:
Tel: +49 (0) 231/9700-743
Fax: +49 (0) 231/9700-799
E-mail: goesmann@do.isst.fhg.de
Dipl. Inform. Thomas Walter

Universität Dortmund, FB Informatik
Fachgebiet Informatik und Gesellschaft
Tel.: 0231 / 755 2012 (Sekr.:) -2779
Fax.: 0231 / 755 2405
E-mail: walter@iug.informatik.uni-dortmund.de

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