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Auf dem Weg zu einer individuellen Therapie akuter Leukämien

18.02.1999 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Neueste Ergebnisse und Erfahrungen aus Grundlagenforschung und Klinik akuter Leukämien tauschen Wissenschaftler aus aller Welt vom 27. Februar bis 3. März beim 8. Internationalen Leukämie-Symposium an der Uni Münster aus.

Neue Erkenntnisse der Grundlagenforschung über die Entstehung akuter Leukämien haben neue Perspektiven für die Behandlung dieser Krebserkrankungen eröffnet. Aktuelle Ergebnisse und Erfahrungen aus Grundlagenforschung und Klinik werden international renommierte Kliniker und Forscher vom 27. Februar bis 3. März 1999 beim 8. Internationalen Symposium über akute Leukämien an der Universität Münster austauschen. Rund 500 Teilnehmer aus aller Welt werden zu diesem alle zwei Jahre in Münster stattfindenden Kongreß erwartet, der sich seit der ersten Veranstaltung 1986 zu einem weltweit hochangesehenen Forum des wissenschaftlichen Austausches entwickelt hat und die führenden Experten auf dem Gebiet der experimentellen und klinischen Leukämieforschung zusammenführt.

Die Leitung des Symposiums "Acute Leukemias VIII - Prognostic Factors and Treatment Strategies" liegt bei den Professoren Wolfgang Hiddemann (München), Bernhard Wörmann (Göttingen) sowie Thomas Büchner und Jörg Ritter (Münster). Ziel der Veranstaltung ist es, den Weg zur erfolgreichen Bekämpfung akuter Leukämien auch in Zukunft konsequent weiterzuentwickeln. Akute Leukämien sind seit jeher Erkrankungen, an denen modellhaft neue Erkenntnisse zur Entstehungsweise bösartiger Tumoren gewonnen werden konnten. Dies trifft nach Angaben der Veranstalter heute mehr denn je zu.

So werden dank moderner Methoden der Molekularbiologie und Zelldiagnostik in zunehmendem Maße Schritte erkennbar, die zur bösartigen Entartung von Zellen des blutbildenden Systems und zur Entstehung akuter Leukämien führen. Darüber hinaus sind die zunehmenden Einblicke in die Biologie von akuten Leukämien auch Grundlage für die Abschätzung der Therapieaussichten im Einzelfall und der entsprechenden Anpassung der Behandlungsintensität und -art.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel stellt eine Unterform akuter Leukämien dar, bei der eine spezifische Anomalie der Chromosomen vorliegt. Die mit dieser Veränderung verbundene Fehlregulation des Wachstums leukämischer Zellen kann durch die Gabe eine vitamin- ähnlichen Präparates überwunden werden. Dieses Medikament führt zu einer Ausdifferenzierung leukämischer Zellen und kann nach Angaben der Kongreßveranstalter in Kombination mit einer zytostatischen Chemotherapie bei mehr als 70 Prozent aller Patient zu langfristiger Krankheitsfreiheit und Heilung führen. Auch andere Formen von akuten Leukämien sind mittlerweile spezifischeren Ansätzen zugänglich, wenngleich bei den meisten von ihnen auf eine zytostatische Chemotherapie als Grundlage nicht verzichtet werden kann.

Eine entscheidende Voraussetzung dafür, daß neue Erkenntnisse der Grundlagenforschung in die klinische Praxis übertragen werden, ist die Diskussion und der Austausch von Erfahrungen zwischen Grundlagenforschern und Klinikern auf internationaler Ebene. Dies wird seit 16 Jahren in Münster erfolgreich praktiziert. So werden auch diesmal wieder Vertreter international führender Gruppen aus Deutschland, Europa und dem außereuropäischen Ausland ihre neuesten Daten und Erfahrungen aus der Grundlagenforschung und insbesondere auch aus der Klinik vorstellen und miteinander diskutieren. Dazu gehören auch Berichte über aktuelle Therapiestudien, die die Grundlage des therapeutischen Fortschritts in den vergangenen 20 Jahren dargestellt haben. Erörtert werden bei dem Symposium in Münster auch neue Verfahren der Transplantation und die Entwicklung von Immunstrategien gegen Leukämien.

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