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Forschungsstipendien der Roche GmbH an die Mediziner Dr. Axel Haferkamp und Dr. Anton Musial

19.02.1999 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Rektor Prof. Dr. Jürgen Siebke: "Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses liegt uns sehr am Herzen" - Universität Heidelberg "ist dankbar, daß die Wirtschaft sich hier engagiert" - 125 000 Mark für Forschungsprojekte in den USA und der Schweiz

Mit knapp 125 000 Mark Forschungsgeldern fördert die Roche Diagnostics GmbH auch in diesem Jahr zwei Nachwuchswissenschaftler der Universität Heidelberg: Dr. Axel Haferkamp aus der Chirurgischen Klinik, Abteilung Urologie, des Universitätsklinikums Heidelberg und Dr. Anton Musial aus der Urologie des Klinikums Mannheim. Bei der heutigen Verleihung der Stipendien in der Bel Etage der Alten Universität unterstrich Rektor Prof. Dr. Jürgen Siebke, daß die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Universität Heidelberg erste Priorität genieße und "uns sehr am Herzen liegt". Siebke weiter: "Die Universität Heidelberg ist dankbar, daß die Wirtschaft sich hier engagiert." Im Zusammenhang mit der Nachwuchs-Förderung verwies Siebke auf die 17 Graduiertenkollegs, mit denen die Universität Heidelberg bundesweit an erster Stelle steht.

Seinem Dank an die Roche Diagnostics GmbH folgte eine Kurzansprache des Mitglieds der Geschäftsführung des Unternehmens, Prof. Dr. Dr. Klaus Strein, der vor allem die Folgen der Globalisierung für den Pharmabereich und das Gesundheitswesen skizzierte. Strein verwies auf eine interne Studie der Roche Diagnostics GmbH über besonders erfolgreiche Kooperationen seines Hauses. Hier stünden die Universitäten eindeutig an erster Stelle. Er wünschte dann den beiden Stipendiaten Glück und Erfolg bei ihrer Forschung. Gewürdigt wurden die Preisträger im Anschluß von Prof. Dr. Gerd Staehler, Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, und Prof. Dr. Klaus Peter Jünemann, Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg.

Ziel des Forschungsstipendiums ist die Förderung der anwendungsorientierten Grundlagenforschung in der Klinischen Medizin, vor allem in internationaler Kooperation. Das Stipendium soll es qualifizierten medizinischen Nachwuchswissenschaftlern der Universität Heidelberg ermöglichen, an ausgewiesenen ausländischen Forschungsstätten eigene wissenschaftliche Projekte zu verfolgen oder neue wissenschaftliche Methoden zu erlernen. Dr. Axel Haferkamp wird an der State University of New York in Syracuse/USA seine "Untersuchung funktioneller und morphologischer Veränderungen der Harnblasenmuskulatur von Patienten mit angeborener oder erworbener Querschnittlähmung" durchführen, Dr. Anton Musial an der Dermatologischen Universitätsklinik der Medizinischen Hochschule in Zürich an der "Entwicklung einer neuen, auf den Dendritischen Zellen basierenden Tumorvakzine" arbeiten. Hierbei geht es um erfolgversprechende Konzepte gegen das fortgeschrittene metastasierende Nierenkarzinom.

Dr. Axel Haferkamp, geboren am 13.5.1968 in Recklinghausen, studierte Medizin an der RWTH Aachen und an der Philipps-Universität Marburg. Teile seiner Ausbildung absolvierte er am Universitätsspital Zürich, der University of Newcastle upon Tyne und an der University of Louisville in Kentucky/USA. Seit 1994 arbeitet Haferkamp an der Universität Heidelberg.

Dr. Anton Musial, geboren am 7.9.1967 in Kendzierzyn-Kozle/Polen, studierte Medizin an der Medizinischen Akademie in Kattowitz. Seine Dissertation erarbeitete er an der Urologischen Abteilung der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Seit 1998 ist Anton Musial an der Urologischen Klinik Mannheim beschäftigt und gehört der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg an.

Die Forschungsthemen

Bei Patienten mit angeborener oder erworbener Querschnittlähmung kommt es häufig zu neurogenen Blasen- und Mastdarmlähmungen mit veränderter Kontraktilität der Harnblasenmuskulatur. Dr. Axel Haferkamp untersucht in seinem Forschungsprojekt die pathophysiologischen Veränderungen der Harnblasenmuskulatur bei neurogener Blasenfunktionsstörung. Dabei sollen die funktionellen Blasenveränderungen der verschiedenen Formen der Querschnittlähmung mit ultrastrukturellen Veränderungen der Harnblasenmuskulatur - vor allem ihrer Kompartimente Muskelzelle, Interstitium und intrinsischer Nerv - in Beziehung gesetzt werden. Ziel ist es, eine Neuklassifizierung neurogener Blasenfunktionsstörungen anhand funktioneller und morphologischer Kriterien zu erreichen.

Das fortgeschrittene metastasierende Nierenkarzinom hat nach wie vor eine sehr schlechte Prognose. "Konventionelle" Behandlungsmethoden wie Chemo- und Radiotherapie zeigen nur eine sehr geringe oder keine Wirksamkeit. Das Konzept, die eigenen Abwehrkräfte des Organismus zur Bekämpfung einer Krankheit zu mobilisieren, ist so alt wie die Medizin selbst. Ein neues Therapiekonzept stellen die Tumorvakzine dar. Dr. Anton Musials Konzept geht davon aus, daß die Immunisierung mit Dendritischen Zellen - deren physiologische Funktion darin besteht, Antigene zur Erkennung den Lymphozyten zu präsentieren - in der klinischen Anwendung viel einfacher zu handhaben ist als andere Methoden. Im Rahmen seines Projekts wird er die Möglichkeit einer spezifischen Stimulation cytotoxischer Lymphozyten nach Inkubation mit DC, die zuvor mit HLA-assoziierten Peptiden beladen wurden, überprüfen.

Rückfragen bitte an:

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

oder:
Roche Diagnostics GmbH
Public Relations
Tel. 0621 7592818 & 7593502
Fax 0621 7592902
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