Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 19. September 2019 

Preis der guten Lehre an Bayreuther Wissenschaftler

22.02.1999 - (idw) Universität Bayreuth

Vom Wissenschaftsminister ausgeschrieben und am Mittwoch zum ersten Mal verliehen
PREIS FÜR GUTE LEHRE '98 AN GERMANISTEN BAUER M.A. UND THEORETISCHEN PHYSIKER PROF. DR. HELMUT BRAND
Votum der Studenten hatten hohen Stellenwert - Teilung des mit 8.000.- dotierten Preises

Bayreuth (UBT). Der Germanist Ulrich Bauer M.A. und der theoretische Physi-ker Professor Dr. Helmut R. Brand gehören zu denjenigen 16 Wissenschaftlern bayerischer Universitäten, die am kommenden Mittwoch in Regensburg den "Preis für gute Lehre 1998" entgegennehmen werden. Sie teilen sich einen von 15 vom Münchner Wissenschaftsministerium ausgeschriebenen und mit jeweils 8.000.- DM dotierten Preise.

Anreiz schaffen, sich in der Lehre vermehrt zu engagieren und zugleich ein Signal setzen, dass die Lehre gleichberechtigt neben Forschungsaufgaben steht, war im Zuge der Novellierung des bayerischen Hochschulgesetzes im Sommer des vergangenen Anlaß für Wissenschaftsminister Hans Zehetmair, an den Universitäten des Freistaates diesen Lehrpreis auszuloben: jeweils einen für die kleineren Universitäten Augsburg, Bamberg, Bayreuth und Passau, je zwei für die mittelgroßen in Erlangen-Nürnberg, Regensburg und Würzburg sowie die TU München und drei für die größte Landesuniversität in München.

Während die Möglichkeit, Drittmittel einzuwerben, zu Leistungen in der Forschung ansporne, fehle bislang solch ein Anreiz für besondere Anstrengungen in der Lehre, ließ der Minister bekanntgeben und wollte den Preis auch als Unterstützung der ebenfalls neu eingerichteten Institution der Studiendekane gewertet wissen.

Wer anders als die Studierenden selber können Lehrleistungen am besten be-urteilen, fragte man sich in Bayreuth und Maß dem Votum der Studentenschaft damit einen besonders hohen Stellenwert bei. Insgesamt fünf Vorschlägen gingen von den Lernenden ein, wurden vom Senat der Universität begutachtet und schließlich die beiden Preisträger unter dem Gesichtspunkt herausragender Lehrleistungen im Kopf-an-Kopf-Rennen als gleichwertig vorgeschlagen.

Bei Ulrich Bauer M.A., der von den Fachschaften der beiden Bayreuther geisteswissenschaftlichen Fakultäten (Sprach- und Literaturwissenschaften sowie Kulturwissenschaften) vorgeschlagen worden war und der als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Deutsch als Fremdsprache (Interkulturelle Germanistik) arbeitet, wurden die gewissenhafte Planung und Vorbereitung seiner Lehrveranstaltungen und die anschauliche Stoffvermittlung als herausragend gewürdigt. Kein Wunder, denn Bauer ist selber Dozent für Didaktik an der Universität Mainz, weiß, daß Atemtechnik, Tonlagenwechsel und Auftreten genauso wie die gewissenhafte Vorbereitung des Stoffs, den er den Studierenden vermitteln will, zu den Elementen erfolgreicher Lehre gehören. Daß die Zusammenstellung eines umfangreichen Handapparats - also Bücher und Materialien, die zur Aneignung des Lernstoffes wichtig sind - bereits drei Wochen vor Beginn der Lehrveranstaltungen eines Semesters für eine erfolg-reiche Stoffvermittlung nötig ist, gehört für ihn genauso zur Selbstverständlichkeit wie die Einhaltung der behandelten Themen, die die Studierenden auf ei-nem Ablaufplan wiederfinden.

Und bei ihm ist "ganzer Einsatz" gefragt, was bedeutet, daß er sich quasi rundum um seine akademischen Schüler kümmert, die zu mehr als 60 Prozent aus dem Ausland kommen. Da erhält der Begriff "Fremdheit", ohnehin so etwas wie ein Schlüsselbegriff für die interkulturellen Germanisten, seine praktische Bedeutung in der Überwindung vieler organisatorischer und sonstiger Hindernisse und Hürden. Und Bauer, das wis-sen die Studenten, ist bei deren Überwindung immer behilflich, was gleichzei-tig bedeutet, daß sein halbe-Stelle-Job in Wahrheit eine 50- und 60-Stunden Angelegenheit in der Woche ist und Präsenz auch am Wochenende bedeutet.

Für den anderen Preisträger, den Physiker Professor Dr. Helmut R. Brand gilt, daß er von den Studierenden im vergangenen Jahr am besten beurteilt wurde. Denn die Bewertung der Lehrleistungen ist in der Fakultät für Mathematik und Physik schon seit Jahren gängige Praxis. Vorbildliche Gestaltung von Vorlesungen und Übungen fielen den Studierenden ebenso auf wie Brands Engagement, wenn es um die Betreuung der jungen Akademiker geht. Und für ihn gilt, daß er selbstverständlich auch außerhalb der Vorlesungen und Seminare und seiner Sprechstunden zur Verfügung steht, um die jungen Leute zu beraten und anzuleiten.

Spricht man ihn darauf an, was er denn anders mache als andere, scheint er ein wenig ratlos und meint kurz und bündig: "Ich halte gerne Vorlesungen und versuche, mich gut vorzubereiten."

uniprotokolle > Nachrichten > Preis der guten Lehre an Bayreuther Wissenschaftler

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/47518/">Preis der guten Lehre an Bayreuther Wissenschaftler </a>