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Unbekannte Frühwerke von Grieg gefunden

22.02.1999 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Der münstersche Musikwissenschaftler Prof. Dr. Joachim Dorfmüller entdeckte in Bergen/Norwegen bislang unbekannte Frühwerke des norwegischen Komponisten Edvard Grieg. Anfang März werden die bislang unbekannten Stücke für Klavier und Orgel in Leipzig uraufgeführt. Im Sommersemester steht in Münster ein Komponistenfestival über Grieg an.


Edvard Grieg (1843-1907) Bislang unbekannte Werke des norwegischen Komponisten Edvard Grieg (1843-1907) hat Prof. Dr. Joachim Dorfmüller vom Institut für Musikpädagogik der Universität Münster in Bergen/Norwegen gefunden. Die mehr als 40 Stücke für Klavier und Orgel stehen in drei Studienbüchern, die Grieg während seines Studiums am Konservatorium Leipzig, der heutigen Musikhochschule Leipzig, zwischen 1858 und 1862 angelegt hat. Dorfmüller, der als Grieg- Forscher gilt und Präsident der Deutschen Grieg-Gesellschaft ist, stieß auf die Bücher im Tresor der Norwegischen Grieg-Gesellschaft in Bergen, wo er auf Einladung der Norwegischen Akademie der Wissenschaften zu einem zweimonatigen Forschungsaufenthalt weilte.

Die in den drei Aufgabenbüchern gefundenen Stücke sind nicht in der 1993 zum 150. Geburtstag Edvard Griegs in 20 Bänden vorgelegten Gesamtausgabe enthalten. Nach Ansicht von Prof. Dorfmüller zeigen sie ein neues Bild des jungen Grieg, das eher barocke als romantische Züge trage. Die bislang unbekannten Stücke erinnerten an Bach und Händel, auch an frühe Werke von Mendelssohn-Bartholdy und Schumann. Entstanden sind sie in Leipzig während des Studiums in den Kompositions-Meisterklassen von Dr. Robert von Papperitz, Prof. Moritz Hauptmann und Prof. Ernst Friedrich Eduard Richter.

Während das 176 Seiten umfassende Studienbuch der Klasse von Papperitz noch nicht ausgewertet ist, finden sich in dem 74 Seiten starken Buch der Klasse Richter neben einem umfangreichen Aufgabenpensum in der fundamentalen Harmonie- und Kompositionslehre 21 Werke für Klavier,Orgel, Streichquartett und gemischen Chor aus der Hand von Edvard Grieg. Das dritte Buch aus der Klasse Hauptmann enthält auf 97 Seiten neben einem weiteren umfangreichen Aufgabenpensum 27 Werke für Orgel und Klavier.

Sieben Klavierkompositionen aus dem zweiten Buch, mit der neuen Opus-Nummer 184 versehen, werden noch in diesem Frühjahr beim Verlag Peters (Frankfurt/Main und Leipzig) veröffentlicht. Zusammen mit Prof. Dr. Patrick Dinslage von der Musikhochschule Berlin plant Prof. Dorfmüller einen Ergänzungsband zur 20-bändigen Grieg-Gesamtausgabe unter anderem mit den nun wiedergefundenen Werken.


Anfang März wird Prof. Dorfmüller im Rahmen einer Welt-Uraufführung in Leipzig einige der bislang unbekannten Orgel- und Klavierwerke vorstellen: Am 5. März in einem Konzert an der Wilhelm-Sauer-Orgel der Thomaskirche neun Fugen und am 6. März im Musiksalon des Mendelssohn-Hauses sieben Klavierwerke, denen er den Namen "Sieben Leipziger Klavierfugen" gegeben hat. Im Rahmen des alljährlich zweimal stattfindenden Komponistenfestivals des Instituts für Musikpädagogik der Westfälischen Wilhelms- Universität, das im Sommersemester Edvard Grieg gewidmet ist, werden die Stücke im Mai und Juni dann auch in Münster zu hören sein. Prof. Dorfmüller wird jeweils die Einführungsvorträge halten und die Erstaufführungen an Klavier und Orgel auch selbst spielen.
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