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Das Immunsystem reguliert die Stärke seiner Kampftruppen

23.02.1999 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Ungeheuer kompliziert ist das Immunsystem des Menschen. Wer es gezielt beeinflussen will, muß die Signale, welche die Abwehrzellen auf Trab bringen oder bremsen, genau kennen. Vor diesem Hintergrund arbeiten Immunologen der Universitäten Würzburg und Stellenbosch (Südafrika) an einem gemeinsamen Projekt, das von der Volkswagen-Stiftung gefördert wird.

Ein Erwachsener besitzt etwa zwei Billionen spezifische Abwehrzellen oder Lymphozyten, die im Körper zirkulieren, um eingedrungene Krankheitskeime aufzuspüren und zu vernichten. Dieses Heer ist zwar von seiner Gesamtzahl her konstant, doch kann sich die Stärke einzelner Kampftruppen dramatisch verschieben: So werden beispielsweise diejenigen Lymphozyten, die speziell Grippeviren erkennen können, als Antwort auf eine Infektion mit diesen Erregern mehr als tausendfach vermehrt. Ist die Abwehrschlacht gewonnen, sinkt die Truppenstärke wieder auf das normale Maß.

Prof. Dr. Thomas Hünig vom Institut für Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg erläutert, auf welchem Weg das Immunsystem die Stärke seiner Kampftruppen reguliert, wie es also die Vermehrung benötigter und die Eliminierung nicht mehr benötigter Lymphozyten steuert: Dies geschehe über Signale, die von bestimmten Empfängern an der Zelloberfläche, den Rezeptoren, an das Steuerungszentrum der Zelle, den Zellkern, weitergeleitet werden. Letzten Endes sei ein Zusammenspiel mehrerer Rezeptoren nötig, um die Zellvermehrung zu regulieren. Was dabei im Detail abläuft, ist bislang aber nur unvollständig bekannt.

Die an dem deutsch-südafrikanischen Projekt beteiligten Wissenschaftler werden sich damit beschäftigen, wie das Wechselspiel zwischen stimulierenden und hemmenden Rezeptoren die Vermehrung und Funktion von T-Lymphozyten steuert. Diese Sorte von Abwehrzellen ist besonders wichtig für die Bekämpfung von Viren und Krebszellen sowie für die Koordinierung der Immunreaktion.

Das Projekt ist aus den gemeinsamen Forschungsinteressen von Prof. Hünig und dem gebürtigen Südafrikaner Prof. Dr. Albertus Beyers entstanden, der bis zum Ende der Apartheid in England tätig war, dann aber in seine Heimat zurückkehrte. Als Preisträger der Humboldt-Stiftung, die den internationalen Wissenschaftler-Austausch fördert, hatte der Würzburger Immunologe bei einem Forschungsaufenthalt am Kap den Kontakt wiederbelebt. Mit dem von der Volkswagen-Stiftung bewilligten Geld werde nun, so Prof. Hünig, vor allem der Forschungsetat der südafrikanischen Partner aufgestockt. Vorgesehen sei auch ein Austausch von Mitarbeitern.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Thomas Hünig, T (0931) 201-3951, Fax (0931) 201-2243, E-Mail: huenig@vim.uni-wuerzburg.de
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