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"Stasi-Ausstellung" im Juni in Kassel

24.02.1999 - (idw) Universität Kassel

Vom 10. bis 27. Juni präsentiert die Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) - als erste Hochschule in Deutschland - die Wanderausstellung "Staatssicherheit. Garant der SED-Diktatur". Voraussichtlicher Veranstaltungsort ist das Kulturhaus "Dock 4" in Kassel.
Die Ausstellung wurde erstellt vom "Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik", bekannter unter dem Namen "Gauck-Behörde".
Begleitet wird die Ausstellung von einer Veranstaltungsreihe, die das Thema erweitert und vertieft, aber auch die speziellen Kenntnisse und Sichtweisen der Besucher aus den sog. alten Bundesländern berücksichtigt.

Kassel. Vom 10. bis 27. Juni präsentiert die Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) - als erste Hochschule in Deutschland - die Wanderausstellung "Staatssicherheit. Garant der SED-Diktatur". Voraussichtlicher Veranstaltungsort ist das Kulturhaus "Dock 4" in Kassel.
Die Ausstellung wurde erstellt vom "Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik", bekannter unter dem Namen "Gauck-Behörde". 100 Tafeln, Vitrinen mit Exponaten und Video-Filme informieren über Funktion und Arbeitsweise des "Ministeriums für Staatssicherheit". Von der Gründung der "Stasi" 1950 als "Schild und Schwert" der SED bis zur Zerschlagung durch die Bürgerbewegung 1989/90 wird die Geschichte dieses Geheimdienstes geschildert. Seine Aufgaben reichten von der Auslandsspionage, der Bespitzelung der Bürgerinnen und Bürger der DDR, v.a. tatsächlicher oder vermeintlicher Regimekritiker, der Überwachung von Bürgerrechtsgruppen bis zur Mithilfe bei der Absicherung der Grenze gegen Fluchtversuche.

Während der Präsentation in Kassel bieten Mitarbeiter der Gauck-Behörde Führungen durch die Ausstellung an. Dieses Angebot kann von Schulklassen, Besuchergruppen und Einzelpersonen in Anspruch genommen werden.

Begleitet wird die Ausstellung von einer Veranstaltungsreihe, die das Thema erweitert und vertieft, aber auch die speziellen Kenntnisse und Sichtweisen der Besucher aus den sog. alten Bundesländern berücksichtigt.
Dieses Begleitprogramm wird von den Mitarbeitern des Fachbereiches Gesellschaftswissenschaften der GhK, Prof. Dr. Ulrich Mayer, Dr. Gerhard Henke-Bockschatz und Thomas Haubrich vorbereitet und betreut.
Kompetente Teilnehmer an diesem Begleitprogramm werden Wissenschaftler, Künstler und Mitarbeiter der Abteilung für Bildung und Forschung der Gauck-Behörde sein.
Klaus Bölling, ehemaliger Regierungssprecher und Anfang der 80er Jahre Ständiger Vertreter der Bundesrepublik in der DDR, wird über die Sicht eines Westdeutschen auf die DDR-Gesellschaft, die Repressionen, aber auch Nischen im Alltagsleben berichten.

Die Grauzone zwischen berufsbedingter Kooperation und vermuteter oder bewiesener Stasi-Mitarbeit sowie dem Umgang damit nach 1989 ist Thema von Prof. Dr. Heinrich Fink, Theologe und bis zu seiner Entlassung wegen Stasi-Tätigkeit 1991 Rektor der Berliner Humboldt-Universität, seit 1998 Mitglied des Bundestages.

Weitere Vorträge befassen sich mit einem Vergleich des Umgangs mit der Geschichte nach den Systemveränderungen in Südafrika und der DDR, dem Einfluß der Stasi auf die politische Justiz, den Möglichkeiten und Grenzen widerständigen Verhaltens in der DDR sowie der "West-Arbeit" der Stasi.

Das Programm wird sich jedoch nicht in Vorträgen und Diskussionen erschöpfen:

Eva-Maria Hagen, Schauspielerin und Chansonette wird ein eigens für diesen Anlaß konzipiertes Programm mit Liedern und einer Lesung aus ihrem Buch zum Leben in der DDR und dem Briefwechsel mit Wolf Biermann präsentieren.
Ein Dokumentarfilm über das Leben von drei befreundeten Intellektuellen in der DDR und der Wendezeit wird das Programm abrunden.

Informationen und Kontakte:
Universität Gesamthochschule Kassel
Thomas Haubrich, Tel. (0561) 804-3641

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