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Europäischer Innovationspreis für Fraunhofer IPA-Tankroboter

25.02.1999 - (idw) Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Zur Förderung der europäischen Industrie wird in Monaco seit 1994 jährlich der "Grand Prix Européen de l'Innovation et des Technologies Nouvelles de Monaco" vergeben. Die letztjährige Ausschreibung stand unter dem Motto "Robotik". Gewinner des "Grand Prix du Jury" war Fraunhofer IPA-Abteilungsleiter Martin Hägele mit Erfindungen zum Tankroboter.

Seit 1991 denkt man in Monaco über einen europaweiten Erfinder-Wettbewerb zur Förderung der europäischen Industrie nach. Drei Jahre später war es dann soweit: 1994 fand im Fürstentum die erste Verleihung des "Grand Prix Européen de l'Innovation et des Technologies Nouvelles de Monaco" statt. Der "Grand Prix du Jury" der letzten Preisverleihung im Dezember 1998 ging an Martin Hägele, Abteilungsleiter am Fraunhofer IPA. Ausgezeichnet wurden Hägeles Erfindungen, die die Entwicklung eines Tankroboters ermöglichten: des weltweit ersten voll funktionsfähigen Roboters zum automatischen und emissionsfreien Betanken von unterschiedlichen Fahrzeugen.

Ein Fahrer, der den Service der Robotertankstelle in Anspruch nimmt, muß zum Tanken weder aussteigen noch kommt er mit dem Kraftstoff in Berührung. Er meldet sich lediglich beim Bedienterminal an, teilt mit, wieviel er tanken will, und bezahlt dort schließlich. Den Rest erledigt das Robotersystem. Über einen an der Fahrzeugunterseite angebrachten Datenträger erhält es bereits beim Anfahren des Tankplatzes alle erforderlichen Daten über Fahrzeugtyp, Lage des Tankdeckels und die benötigte Kraftstoffsorte. Gleichzeitig bestimmen zwei Laserscanner die genaue Fahrzeugposition. Sobald der Tankwunsch eingegeben ist, öffnet der Roboter die Tankklappe, dockt an und betankt das Fahrzeug. Zwei bis drei Minuten nach seiner Ankunft kann der Fahrer seinen Weg bereits wieder fortsetzen.

Der erste Prototyp dieses Tankroboters wurde Ende 1995 der Öffentlichkeit vorgestellt. Er ist das Ergebnis eines gemeinsamen Forschungsprojekts von Aral, BMW, Mercedes Benz, Reis Robotics, Tankanlagen Salzkotten, Albert Hiby und Lengyel Industrie Design. Ziel des Forschungsprojektes "Robottanken" war es, Erfahrungen mit neuen Tank-Technologien zu sammeln - die etwa die Betankung mit flüssigem Wasserstoff erlauben. Wasserstoff gilt als besonders zukunftsträchtige umweltfreundliche Treibstoffalternative, verlangt jedoch ein besonderes Handling. BMW und Aral setzen das Projekt "Robottanken" u. a. mit der automatischen Betankung von wasserstoffbetriebenen Flughafenfahrzeugen auf dem Münchner Flughafen fort. Die dortige Anlage geht im Frühjahr 1999 in Betrieb. Zum Einsatz kommt eine Weiterentwicklung des Fraunhofer IPA-Prototyps von Reis Robotics.

Der Erfinder-Wettbewerb in Monaco findet jedes Jahr mit einem anderen Schwerpunkt statt. "Umweltschutz" war das Motto der ersten Veranstaltung 1994. Letztes Jahr lautete das Thema "Robotik". Teilnehmen können selbständige Erfinder sowie Wissenschaftler von Unternehmen, Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen mit ihren nach 1990 patentierten Erfindungen. Insgesamt drei Preise werden jährlich vergeben: Der "Grand Prix Européen de l'Innovation et des Technologies Nouvelles" zeichnet eine Erfindung aus, die auf ihrem Gebiet zu einem signifikanten Fortschritt geführt hat. Der "Prix Européen de l'Innovation et des Technologies Nouvelles" wird für die Auswirkung einer Erfindung auf die Verbraucher vergeben und der "Grand Prix du Jury" für eine besonders kreative Forschungsarbeit.

Fünf Wettbewerbsbeiträge kamen 1998 in Monaco in die Endausscheidung. Neben dem Tankroboter wurden noch zwei weitere patentierte Forschungsarbeiten ausgezeichnet. Der "Grand Prix Europeen" ging an Dr. Jean-Marc Breguet von der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne für seine Arbeit an Mikroaktuatoren, die auf dem "Stick & Slip"-Prinzip basieren. Lego, Dänemark, erhielt für sein "Mindstorm Robotics System" den "Prix Europeen". Es ermöglicht spielerisch, eine Vielzahl unterschiedlichster Roboter zu Hause zu bauen und zu programmieren.


Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Stuttgart
Nobelstraße 12, 70569 Stuttgart

Pressestelle: Michaela Neuner und Hubert Grosser
Telefon 0711/970-1667, Telefax 0711/970-1400, e-mail presse@ipa.fhg.de
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