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Multidisziplinäres Umweltethik-Diplom

04.08.2002 - (idw) Universität Augsburg

Viersemestriges Aufbaustudium vermittelt Beratungskompetenz im Interesse ökologischer Risikobewältigung -


Ab dem kommenden Wintersemester bringt die Universität Augsburg die in ihren Fakultäten vorhandenen Kompetenzen im Bereich Umweltforschung mit einem neuen Aufbaustudiengang gebündelt und vernetzt in die Lehre ein. Der vom Wissenschaftsministerium zunächst auf einen Erprobungszeitraum von fünf Jahren befristet genehmigte Studiengang Umweltethik zielt darauf ab, Studierende mit Geschichte, Grundbegriffen und Rahmenbedingungen der Umweltethik vertraut zu machen. Er will insbesondere die Fähigkeit vermitteln, Strategien zur ökologischen Risikobewältigung zu entwickeln und entsprechend qualifizierte Beratung bieten zu können.

Vom Freistaat Bayern gefördert, ist die Region Augsburg/Schwaben in den letzten Jahren durch die gezielte Ansiedlung einschlägiger Forschungseinrichtungen, Behörden und Firmen zu einem Umweltkompetenzzentrum herangewachsen. Eine zentrale Rolle dabei spielt die Universität Augsburg; an ihr wurde im Zuge der High-Tech-Offensive Bayern das WissenschaftsZentrumUmwelt als gemeinsames Dach für die auf Fächer aller Fakultäten verteilten umweltwissenschaftlichen Forschungen errichtet. Über den Diplom-Aufbaustudiengang Umweltethik findet dieses umweltwissenschaftliche Know how jetzt in gebündelter Form auch Eingang in die Lehre.

ZWANZIG DISZIPLINEN AM PROGRAMM BETEILIGT

Neu- und einzigartig an diesem Studiengang ist zunächst seine breite fachliche Fundierung: Unter Federführung der Katholisch-Theologischen Fakultät sind fünf Fakultäten mit insgesamt zwanzig Disziplinen am Studienprogramm beteiligt. Das Spektrum reicht von der Naturphilosophie und der Schöpfungstheologie bis zu Umweltsoziologie, Umweltmanagement, Umweltrecht und Umweltpädagogik.

QUERSCHNITTSDISZIPLIN ÖKOLOGIE

Wie ein Master-Aufbaustudium vermittelt der Diplom-Studiengang Umweltethik Zusatzqualifikationen zu einem abgeschlossenen fachwissenschaftlichen Hochschulstudium. Die Zusatzqualifikation ergibt sich hier aber - anders als es beim Master die Regel ist - nicht aus einer weiteren Spezialisierung im eigenen Fach, sondern durch die Erweiterung des Blicks auf einschlägige Nachbardisziplinen. Denn ökologische Fragen sind Querschnittsfragen, und Ökologie ist folglich eine Querschnittsdisziplin, die nicht neben anderen Disziplinen existiert, sondern sich aus der Vernetzung verschiedener Disziplinen ergibt.

Ziel des Studienganges ist es dementsprechend, fachwissenschaftlich bereits Ausgebildeten einen interdisziplinären Einblick in das Querschnittsphänomen Ökologie zu geben und ihr Fachwissen um eine normative Kompetenz zu ergänzen. Sie besteht in der Fähigkeit, begründete umweltethische Kriterien und Prinzipien zu verwenden. Was ein Gesetz regelt, lehrt die Rechtswissenschaft, was man aber überhaupt regeln soll und warum, ist ein ethisches Problem.

FÜR BERUFSTÄTIGE, ABSOLVENTEN UND FORTGESCHRITTENE STUDIERENDE

Zielgruppe sind zum einen bereits Berufstätige, die im Bereich der Umwelttechnik, der Umweltbildung und in Umweltbehörden arbeiten, zum anderen Absolventen und Studierende, die sich ein spezifisches Zusatzprofil verschaffen wollen. Dabei bietet das Umweltethik-Studium Geisteswissenschaftlern und Lehrern Einblick in wirtschaftliche und juristische Zusammenhänge; Ingenieure, Juristen oder Ökonomen wiederum können hier ihr Urteilsvermögen durch die Auseinandersetzung mit ethischen und philosophischem Begründungsfiguren schärfen.

MIT 12 SCHEINEN, EINER DIPLOMARBEIT UND 3 PRAKTIKA IN 4 SEMESTERN ZUM DIPLOM

Das Studium führt in zwei Jahren zum Abschluss, wobei das Diplom - auch dies eine Besonderheit dieses Studienganges - ohne abschließende Prüfung, also allein durch die qualifizierte Belegung von Veranstaltungen und durch die Abgabe einer Diplomarbeit erreicht wird. Dieses Konzept kombiniert die Vorteile eines Leistungspunktesystems mit den Vorzügen einer Vorlesungs- und Seminarstruktur. Erforderlich sind zwölf Leistungsscheine, wobei die einzelnen Veranstaltungen aus einem breiten Pool von zwanzig Disziplinen relativ frei gewählt und kombiniert werden können. Der Aufwand für Veranstaltungsbesuche beträgt pro Semesterwoche durchschnittlich sechs Stunden, das vierte Semester ist für die Erstellung der Diplom-Arbeit vorgesehen; weiterhin werden drei Praktika - eines in einer Umweltorganisation (2 Wochen), ein zweites in einer Umweltbehörde (2 Wochen) und ein drittes in einem Unternehmen (3 Wochen) verlangt.

IMMATRIKULATION FÜR DAS KOMMENDE WINTERSEMESTER AB SEPTEMBER 2002 MÖGLICH

Zulassungsvoraussetzung ist ein abgeschlossenes oder bereits fortgeschrittenes Universitätsstudium bzw. ein mit der Note 1,5 oder besser abgeschlossenes Fachhochschulstudium. Das Studium kann sowohl im Wintersemester als auch im Sommersemester aufgenommen werden. Die Immatrikulation für das Wintersemester 2002/03 ist ab September möglich.

KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:

o Prof. Dr. Thomas Hausmanninger, Tel. 0821/598-5827

o PD Dr. Johann Ev. Hafner, Tel. 0821/598-5829 oder -2730

Professur für Sozialethik
Universität Augsburg
D-86135 Augsburg
umweltethik@kthf.uni-augsburg.de
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