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Prof. Dr. Kurt Ruh wird 85

04.05.1999 - (idw) Bayerische Akademie der Wissenschaften

Der Bayerischen Akademie der Wissenschaften eng verbunden

Am 5. Mai feiert Kurt Ruh, emeritierter Ordinarius für deutsche Philologie des Mittelalters an der Universität Würzburg, Ehrenmitglied der Konikl. Academie voor Nederlandse Taal- und Letterkunde, theologischer Ehrendoktor der Universitäten Uppsala und Tübingen und Träger des Brüder-Grimm-Preises der Universität Marburg, seinen 85. Geburtstag. Seit 1979 ist Ruh Ordentliches Mitglied der Philosophisch-historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften; fast 40 Jahre lang bestimmte er das sich in ihren Forschungsvorhaben und Veröffentlichungen ausdrückende Profil der Akademie-Kommission für Deutsche Literatur des Mittelalters als deren Mitglied wesentlich mit.
Ruh, in dessen wissenschaftlichem Werk die Breite der Methoden (Text- und Überlieferungsgeschichte, Editionen, typologische und strukturalistische Untersuchungen, epochenübergreifende Gesamtdarstellungen) der Vielfalt der Gegenstände (höfische Epik und Lyrik, Märe und Novelle, geistliche Literatur) entspricht, begriff literarische Erfahrung stets als potentiell existentielle: Beschäftigung mit mittelalterlicher Literatur, so schrieb er einmal, sei die "Suche nach uns selbst".
Als langjähriger Herausgeber der 'Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur' und Hauptinitiator der grundlegenden Neubearbeitung des 'Verfasserlexikons' hat er wesentlich zum wissenschaftlichen Renommée und zur methodischen Profilierung des Fachs beigetragen; seine zweibändige Darstellung der 'Höfischen Epik' ist der seltene Fall eines Generationen von Studenten prägenden, ebenso persönlich gehaltenen wie frei von hochgestochenen Prätentionen geschriebenen Lehrbuchs. Zentrum seines wissenschaftlichen Wirkens jedoch ist die Erforschung der geistlichen Prosa, die er als ihr sicher vielseitigster und gründlichster Kenner erst wirklich ins Bewußtsein der Germanistik gehoben hat, sowie die der europäischen Mystik: Als Summe der lebenslangen Beschäftigung mit diesem Thema wird die auf faszinierende Weise Lesbarkeit mit Wissenschaftlichkeit verbindende 'Geschichte der abendländischen Mystik', deren vierter (abschließender) Band in diesem Jahr erscheint, noch lange Gültigkeit haben.

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