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Wissenschaftlicher Pressedienst Chemie 26/99

04.05.1999 - (idw) Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Tagung in Regensburg
Wasserchemiker treffen sich an der Donau

Wasser ist Mythos und Rohstoff, Lebensgrundlage und Streitobjekt, Heilmittel und Machtfaktor, Arbeitsplatz und Urlaubsziel. Vor allem ist Wasser das wichtigste Lebensmittel und zugleich ein immer knapper werdendes Gut. Die Qualität unseres Wassers zu überwachen und zu sichern, wird daher immer wichtiger. Um Fragen des Gewässerschutzes, der Wasseraufbereitung und Wasseranalytik geht es bei der Jahrestagung der Fachgruppe Wasserchemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in Regensburg. Etwa 350 Teilnehmer aus Wissenschaft, Technik und Behörden kommen vom 10. bis 12. Mai in der Donaustadt zusammen.

Die Themen der Wasserchemiker sind vielfältig. Unter dem Leitthema "Internationale Gewässer" diskutieren sie in Regensburg den Zustand von Flüssen und Seen von Rußland bis Brasilien. Auch die anstehende Anpassung der Überwachungspraxis an die seit langem geplante und heftig debattierte EU-Wasserrahmenrichtlinie steht auf der Tagesordnung. Die Richtlinie ist als übergeordneter Rahmen für die europäische Wasserpolitik gedacht und soll eine umweltgerechte und länderübergreifende Wasserversorgung sicherstellen.

Eine der wichtigsten Aufgaben für Wasserchemiker ist die Analytik. Die Nachweismethoden für Schadstoffe werden ständig verbessert und weiterentwickelt. In Regensburg wird es aber auch um die Frage gehen, wie sicher die Ergebnisse dieser Analysen sind. Auch die Herkunft der Kontaminationen ist nicht immer leicht zu bestimmen. Neben direkten Verunreinigungen durch Industrie, Landwirtschaft und private Haushalte sind auch Belastungen von Sedimenten und Böden zu berücksichtigen. Gerade auch der Zustand der Waldböden ist von großer Bedeutung für die Qualität des Grundwassers. Da die Analytiker nach sehr unter-schiedlichen Verbindungen in verschiedenen Umgebungen suchen, nutzen sie die ganze Bandbreite chemischer Analysentechnik und Probenvorbereitung.

Das für den Menschen verfügbare Wasser auf der Erde befindet sich in einem ständigen Kreislauf von Verdunstung, Wolkenbildung, Regen, Versickerung und Rückfluß ins Meer. Von den Menschen genutztes Wasser gelangt als Abwasser zurück in den Kreislauf und muß daher sorgfältig aufgearbeitet werden. Neuigkeiten aus dem Gebiet der Abwasserbehandlung werden auch bei der Regensburger Tagung vorgestellt: Sowohl bei der Gewässeranalytik als auch bei der Aufbereitung gewinnen biologische Methoden und Verfahren zunehmend an Bedeutung.

Neben dem wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch steht die Ehrung international anerkannter Forscher und junger Wasserchemiker auf dem Programm. Professor Dr. Hans-Joachim Walther, Dresden, wird aufgrund seiner entscheidenden Beiträge zur Verfahrenschemie der Wasserbehandlung mit der Ehrenmitgliedschaft der GDCh-Fachgruppe Wasserchemie geehrt. Dr. Alfred Hamm, Wielenbach, erhält die Ehrennadel der Fachgruppe. Dr.-Ing. Thorsten Reemtsma von der TU Berlin wird mit dem Fachgruppenpreis ausgezeichnet. Die diesjährigen Promotionspreise gehen an Frau Dr.-Ing. Gudrun Gräbe von der Universität Karlsruhe (TH) sowie an Dr. Hilmar Börnick, Dresden. Der von der Fachgruppe Wasserchemie gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Chemisches Apparatewesen, Chemische Technik und Biotechnologie e. V. (DECHEMA) eingerichtete Willy-Hager-Preis wird an Dr. Marek Mösche, Braunschweig, verliehen.


Hinweis an die Redaktionen:
Eine Pressekonferenz findet am 10. Mai 1999, 11.00 Uhr, im Erhardi-Zimmer, Kolpinghaus, Adolph-Kolping-Str. 1, 93047 Regensburg, statt. Wir bitten um Anmeldung bei unserer Abt. Öffentlichkeitsarbeit: Tel.: 069/7917-356; Fax: 069/7917-322.
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