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Grundsteinlegung für Neubau des Universitäts-Klinikums in Jena

05.05.1999 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Jena (5.05.99) Der Startschuß für das größte Bauvorhaben des Freistaates Thüringen ist am heutigen Mittwoch (5.05.) in Jena gefallen.

Im Beisein von Dr. Gerd Schuchardt, Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Finanzminister Andreas Trautvetter, Uni-Rektor Professor Dr. Georg Machnik, Oberbürgermeister Dr. Peter Röhlinger und Jenoptik-Chef Dr. h.c. Lothar Späth ist der Grundstein für den ersten Bauabschnitt des neuen Universitätsklinikums in Jena-Lobeda gelegt worden. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich inklusive der Bauvorbereitung auf 345 Millionen Mark. Dieser erste Bauabschnitt soll bis zum 16. Dezember 2002 schlüsselfertig übergeben werden.

Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von maximal 1,2 Milliarden Mark und soll in vier Baustufen fertiggestellt werden. Entlang der Erlanger Allee werden nach Abschluß der vier Baustufen alle Einrchtungen der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU)am Standort Lobeda zusammengeführt.

Mit dem neuen Klinikum wird in Jena die Infrastruktur geschaffen für eine zukunftsweisende effiziente Einheit von Forschung und Lehre sowie für eine vorbildliche wirtschaftliche Betriebsführung. In Jena soll eine der wirtschaftlichsten Uni-Kliniken in Europa entstehen. Generalübernehmer für den ersten Bauabschnitt ist die Jenoptik MedProjekt GmbH, Jena, ein Gemeinschaftsunternehmen der IVG-Tochter Tercon Immobilien Projektentwicklungsgesellschaft mbH, der Jenoptik-Tochter Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG und der HWP Med GmbH.

Der erste Abschnitt gliedert sich in einen zentralen Operationsbereich mit 13 Operationssälen und 300 Betten. Die Nutzfläche beträgt über 29.000 Quadratmeter. Mit dem Freimachen des Baufeldes wurde am 6. April 1999 durch die Strabag Hoch- und Ingenieurbau AG (Niederlassung Jena-Gera) begonnen. Parallel dazu werden alle Ver- und Entsorgungsleitungen der Klinik für Innere Medizin (KIM) neu verlegt und an das öffentliche Mediennetz angebunden.

Verlegt wird außerdem der gesamte ruhende und fließende Verkehr, der bisher an der Nord-Ost-Seite des Klinikums vorbeiführt. Er wird künftig über die Süd-West-Seite umgeleitet. Dazu ist es erforderlich, eine neue Zufahrt sowie rund 400 Parkplätze zu bauen.

Der Startschuß für den Neubau selbst fällt am 1. Oktober 1999. Bevor das passieren kann, müssen zunächst 66.000 Kubikmeter Erde bewegt werden. Anschließend werden die Neubauten komplett auf Pfählen gegründet, die eine Gesamtlänge von 2.700 Metern haben. Das Projekt wird im Rahmen der sogenannten "Drittfinanzierung" nach dem Hochschulbau-Förderungsgesetz finanziert. Die Finanzierung hat die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) übernommen.

Das Innere des Klinikums wird den gerätetechnisch höchsten Standard aufweisen. Die Qualität der Forschungsarbeit wird dadurch ebenso erhöht wie die medizinische Versorgung der Patienten. So ist unter anderem geplant, einen offenen Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT) einzubauen. Ein eigenes PET-Zentrum (Positronen-Emissions-Tomograph) für die Neurologie soll dazu dienen, Nuklide selber zu erzeugen und für Forschungs- und diagnostische Zwecke einzusetzen.

Trotz aller Technik kommt die Ökologie nicht zu kurz. Die Dachflächen mit rund 13.000 qm werden begrünt. Auf den Frei- und Grünflächen des Klinikgeländes sollen 500 Bäume gepflanzt werden. Zusammen mit verschiedenen Sträuchern und Staudenpflanzen bilden sie dann eine grüne Verbindungslinie zwischen dem Drackendorfer Wäldchen und der Erlanger Allee. Die bereits vorhandenen, von Professoren und Freunden gestifteten Bäume wurden sorgfältig ausgegraben und für die Dauer der Bauzeit einer Baumschule zur Pflege übergeben.

Der gesamte Neubau wurde vom Gewinner des Architektenwettbewerbs, dem Erfurter Büro Dr. Worschech & Partner in Arbeitsgemeinschaft mit dem norwegischen Büro "medplan as arkitekter", Oslo, entworfen. Der städtebauliche Ideenwettbewerb umfaßte alle vier Baustufen für den Neubau der Medizinischen Fakultät mit insgesamt 133.000 Quadratmetern Nutzfläche. Nach der Preisgerichtsentscheidung vom Juni 1996 für die erste Baustufe folgte ein Gutachten zur Verwirklichung des Projektes im Oktober 1996 und der Bauantrag der FSU im Februar 1997.

Anschließend optimierte die Jenoptik MedProjekt GmbH gemeinsam mit der FSU in neunmonatiger Rekordzeit den ersten Bauabschnitt. Dabei wurden mögliche Finanzierungsformen untersucht sowie die wirtschaftliche Durchführbarkeit geprüft hinsichtlich Baukosten, betriebswirtschaftlicher Gebäudefunktion und Betriebsfolgekosten. Ohne die hohe Qualität der medizinischen Leistungen und Aufgaben einzubüßen, kann mit der gemeinschaftlich erarbeiteten Lösung der knappe Kostendeckel der öffentlichen Hand eingehalten werden.


Details zum Klinik-Neubau.

Das Leitbild für den behutsam in die Landschaft eingebundenen Neu- und Ausbau in Jena-Lobeda ist ein wirtschaftlich betriebenes Klinikum nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen mit modernsten technologischen Einrichtungen. Der Neubau umfaßt vier Baustufen.

In der 1. Baustufe werden in zwei Bauabschnitten die operativen Disziplinen mit den bereits in Jena-Lobeda ansässigen Kliniken für Innere Medizin (KIM) sowie die Frauenklinik mit der Kinderklinik und der Kinderchirurgie zusammengeführt. Parallel werden bei laufendem Betrieb der KIM die neuen zentralen Gebäude für die gesamte Verwaltung sowie die Ver- und Entsorgung errichtet. Außerdem werden dringend benötigte zentrale Flächen für die Forschung geschaffen.

Nachdem in Jena-Lobeda das Baufeld für den Klinik-Neubau freigemacht ist, entstehen im ersten Bauabschnitt zunächst die Gebäude der Kliniken für Anästhesiologie und Intensivtherapie, die verschiedenen chrirurgischen Disziplinen und Neurologie mit der gemeinsamen Infrastruktur inklusive 300 Betten und 13 OP-Sälen. Davon sind 216 Betten vorgesehen für die Allgemeinpflege und 72 für die Intensivmedizin sowie 12 als Tagesklinik.

Mit dem zweiten Bauabschnitt werden folgende Kliniken in Jena-Lobeda zentralisiert: Innere Medizin (KIM), die Frauenklinik, die Kinderklinik mit Kinderchirurgie, die Klinik für Radiologie mit Strahlentherapie und Nuklearmedizin sowie deren gemeinsame Einrichtungen und weitere Teilbereiche für Lehre, Forschung und medizinische Institute.

In der 2. Baustufe werden weitere klinische Disziplinen sowie die klinisch-theoretischen Institute mit ihren Forschungsflächen in den Neubau integriert.

In der 3. Baustufe werden die medizinisch-theoretischen Institute sowie die restlichen zentralen Lehr- und Forschungsbereiche an den neuen Standort verlagert. Damit kann dauerhaft die optimale Verzahnung der vorklinischen und klinischen Ausbildung gewährleistet werden.

Die 4. Baustufe umfaßt das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, die Klinik für Psychiatrie und die Kinder- und Jugendpsychiatrie.


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