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Hans-Dietrich Genscher, Außenminister a.D. hielt erste Vorlesung für Europa-Professur

06.05.1999 - (idw) Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Presseinformation
Nr. 65 vom 5. Mai 1999

Hans-Dietrich Genscher, Außenminister a. D.
hielt erste Vorlesung für Europa-Professur

"Europa in der Welt des 21. Jahrhunderts" ist das Thema der Vorlesungsreihe im Sommersemester von Außenminister a. D. Hans-Dietrich Genscher im Rahmen der Europa-Professur an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Die erste Vorlesung hat gestern stattgefunden. Nach dem anschließenden feierlichen Empfang, bei dem viele Zuhörer persönlich mit Genscher sprechen konnten, ging es in die zweite Runde, zu einem Seminar, in dem die vorgetragenen Thesen von Genscher diskutiert wurden. Es folgen weitere Vorlesungen am 11. und 25. Mai '99 sowie am 8. Juni '99 jeweils um 15 Uhr c. t. im Großen Hörsaal der Viadrina, Flachbau, Logenstraße 2. Auf die jeweils für ein Semester vergebene Europa-Professur der Viadrina werden nach dem Willen der Otto-Wolff-Stiftung Köln, die diese Professur finanziert, bedeutende Vertreter des Europäischen Gedankens berufen. Eröffnet wurde die Reihe der Europa-Professuren an der Europa-Universität Viadrina 1997 durch Altbundespräsident Richard von Weizsäcker.

Bei seinem gestrigen Besuch an der Viadrina wurde der 72jährige Genscher mit Applaus von Studierenden und Zuhörern im großen Hörsaal der Europa-Universität willkommen geheißen. Rektor Prof. Dr. Hans N. Weiler der Viadrina begrüßte den Gast als einen wirklich großen Vertreter des europäischen Gedankens und der europäischen Praxis. "Mit der Berufung auf die Europa-Professur der Viadrina wollten wir das Werk dieses unermüdlichen Architekten des neuen Europas würdigen. Mit der Annahme dieser Berufung ehren Sie, Herr Genscher, diese junge Universität, die sich an einem denkwürdigen Ort der europäischen Geographie aufgemacht hat, an diesem neuen Europa mitzubauen", so der Rektor.

Genscher selbst stellte in seiner eineinhalbstündigen Vorlesung die deutsche Außenpolitik zu seiner Amtszeit dar, mit der speziellen Beleuchtung der aktuellen Probleme der verschiedenen europäischen und weltweiten Bündnisse wie NATO, UNO und KSZE. Zwar seien maßgebliche Entscheidungen insbesondere direkt nach dem zweiten Weltkrieg gefallen, aber was man zu jener Stunde noch nicht wußte war, daß mit einer veränderten Politik, wie eben nach der deutschen Wiedervereinigung, es auch gelte die neue Situation zu nutzen. Heute habe sich die Außenpolitik grundlegend verändert, sie beziehe sich zunehmend auf Europa und die Weltinnenpolitik. Es gehe um ein Zusammenleben im regionalen und globalen Rahmen. Die Außenpolitik Deutschlands müsse entsprechend aktiv gestaltet werden. "Die Welt des 21. Jahrhunderts wird durch die Multipolarität bestimmt sein, durch die USA, Rußland, Volksrepublik China (die sich mit großer Dynamik entwickle) Indien (als größte Demokratie) und Japan", so Genscher. Es stelle sich die Frage, wo Europa in dieser Welt seinen Platz einnehme. So müsse sich Deutschland in Zukunft als europäisches Deutschland sehen, wie auch beispielsweise Polen als europäisches Polen, Frankreich als europäisches Frankreich und England ebenso als europäisches England. Europa sei ein Teil einer sich dramatisch verändernden Welt. Es gehe um ein Zukunftskonzept für die globalen Herausforderungen der Zukunft.

Rektor Weiler bedankte sich für den Vortrag mit den Worten: "es ist faszinierend, von denen über die Geschichte zu hören, die sie selbst gestaltet haben."
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