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Bio-Bananen: Höherer Absatz in der Marktnische

06.05.1999 - (idw) Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

Rom, 6. Mai - Der Absatz von Bio-Bananen ist im vergangenen Jahr weltweit um 30 Prozent gestiegen, teilte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mit. Hauptabnehmer seien die Europäische Union und die Vereinigten Staaten, sowie Japan und Kanada.

Mit einem Anteil von 27 000 Tonnen bei einer Bananenproduktion von weltweit insgesamt rund 11 Millionen Tonnen besetze die Bio-Banane aber nach wie vor nur eine Marktnische, betonte die FAO in einem Bericht, der anlässlich einer FAO-Tagung in Australien veröffenlicht wurde.

Hauptproduzent von Bio-Bananen ist die Dominikanische Republik, gefolgt von Mexiko, Kolumbien, Honduras, Costa Rica und den Philippinen. Die Einfuhren von Bio-Bananen in die Europäische Union, dem grössten Absatzmarkt für Produkte aus organischer Produktion, lag 1998 schätzungsweise zwischen 11 000 und 13 000 Tonnen. Hinzukamen rund 5 000 Tonnen verarbeiteter Bananenprodukte und einige hundert Tonnen getrocknete Bananen.

Aus der Dominikanischen Republik stammten 1998 mehr als 80 Prozent der in die EU gelieferten Bio-Bananen; zu Produktionseinbrüchen kam es dort allerdings im vergangenen Sommer, als der Wirbelsturm "George" die wichtigsten Plantagen zerstörte. Der zweitgrösste Lieferant ist Kolumbien, der rund 2 000 Tonnen jährlich nach Europa liefert.

Deutschland war 1998 mit rund 6 000 Tonnen Hauptimporteur von Bio-Bananen in der EU, gefolgt von Grossbritannien mit rund 3 000 Tonnen. Das Angebot von Bio-Bananen in europäischen Supermärkte habe mittlerweile zu einer deutlich höheren Nachfrage geführt, so die FAO. Das Interesse belgischer, britischer, dänischer, deutscher, französischer, holländischer, österreichischer und schwedischer Supermarkt-Ketten am Verkauf von Bio-Bananen sei hoch. Der Absatz an Bio-Bananen könne in den europäischen Ländern durchaus auf schätzungsweise bis zu 45 000 Tonnen gesteigert werden, das entspräche rund 1,5 Prozent des gesamten EU-Bananenkonsums.

Die Vereinigten Staaten hätten 1998 etwa 11 000 Tonnen Bio-Bananen importiert, das waren nach FAO-Angaben rund 0,3 Prozent des Weltbananen-Verbrauchs. Auch in den USA könne der Absatz noch deutlich gesteigert werden.

Die Chancen für einen höheren Absatz von Bio-Bananen sind auf den wichtigsten Märkten demnach durchaus positiv, so die FAO. Allerdings gebe es in vielen tropischen Ländern Produktionsprobleme. Das grösste Hindernis sei die Pilzkrankheit "Schwarzer Sigatoka", die sich bislang noch nicht wirkungsvoll mit organischen Mitteln bekämpfen lasse. Ausserdem sei an vielen Produktionsstandorten die Bodenfruchtbarkeit zu gering. Wegen des geringen Handelsvolumens seien zudem die Frachtraten oft sehr hoch.

Die FAO betonte, dass besonders kleine und mittlere Bauern, die mit den grossen Bananenproduzenten nicht konkurrieren könnten, vom Bio-Bananenanbau profitieren könnten. Dies gelte vor allem für die Dominikanische Republik, die ostkaribischen Inseln und Südbrasilien, wo die Pilzkrankheit Schwarzer Sigatoka kaum vorkomme. Wichtig sei es zudem, die Transportprobleme zu lösen und eine höhere Bodenfruchtbarkeit zu erreichen.


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Kontakt: Erwin Northoff, 0039-06-5705 3105; im Internet sind unter der folgenden Adresse die Tagungsdokumente zu finden: http://www.fao.org/unfao/bodies/ccp/bntf/99/default.htm
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