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Welttreffen der Zootierärzte

06.05.1999 - (idw) Forschungsverbund Berlin e.V.

Das Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) veranstaltet zum 39. Mal das Internationale Symposium über die Erkrankungen der Zoo- und Wildtiere, in diesem Jahr vom 12.-16. Mai in Wien, gemeinsam mit dem Tierpark Schönbrunn und der Veterinärmedizinischen Universität Wien.
Erkrankungen der Elefanten sind ein Schwerpunkt-Thema.

Binnen relativ kurzer Zeit verstarben in Zoos der USA und Europas eine Anzahl zumeist junger Asiatischer Elefanten, deren Nachzucht sich - im Vergleich zum Afrikanischen Elefanten - besonders schwierig gestaltet. Erst kürzlich konnte ein amerikanisch-deutsches Forscherteam mit Dr. Thomas Hildebrandt aus dem Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) durch DNA-Analyse ein Herpesvirus als Todesursache identifizieren.

Der Elefantentod durch Herpesviren ist ein bestimmendes Thema auf dem 39. Internationalen Symposium über die Erkrankung der Zoo- und Wildtiere vom 12.-16. Mai in Wien, das den Erkrankungen der Dickhäuter (auch über Herzinfarkt, Tuberkulose, Elefantenläuse wird vorgetragen) einen Schwerpunkt widmet. In Wien werden deshalb mit Spannung wissenschaftliche Beiträge zu Diagnose und Therapie der an Herpesviren erkrankten Tiere erwartet.

Das traditionelle Welttreffen der Zootierärzte wird regelmäßig vom Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) veranstaltet - in diesem Jahr unter Mitwirkung des Tiergartens Schönbrunn und der Veterinärmedizinischen Universität Wien.
Über 300 Teilnehmer aus allen fünf Erdteilen haben sich angemeldet. Die Wiener Gastgeber, mit einem der artenreichsten Zoos Europas und einem jenseits der Donau neuerbauten, modernen tiermedizinischen Campus, versprechen die Ausrichtung einer besonders attraktiven wissenschaftlichen Tagung. Sie wollen damit zugleich das wissenschaftliche Werk des IZW-Direktors Prof. Dr. R. R. Hofmann im Jahr von dessen Emiritierung ehren.

Kuhpocken beim Biber
Weitere Schwerpunkte des IZW-Symposiums sind die Erkrankungen der Hasen- und Nagetiere sowie die Zoonosen, die wechselseitig zwischen Wildtieren und Menschen übertragen werden können. Dabei geht es z. B. um die Diagnostik der Kuhpocken am Beispiel des Kanadischen Bibers, die Tuberkulose beim Brasilianischen Tapir, die Lyme-Borreliose bei Zootieren in Deutschland.

Auch freie Themen wurden eingereicht, so über mikrobiell bedingte Infektionen beim Rotfuchs in Mecklenburg-Vorpommern, über Fortschritte in der Augenheilkunde bei Reptilien, zu Methoden zur Streßreduktion beim Umsetzen von Geparden oder zu Endoparasiten bei ägyptischen Greifvögeln.

Insgesamt sind 67 Anmeldungen zu Vorträgen eingegangen.

Bereits die Auswahl dieser Themen läßt ahnen, wie weit das Spektrum an Krankheiten reicht, mit dem es Tiergärtner und Wildbiologen in ihrem Bemühen um einen gesunden und artenreichen Tierbestand in menschlicher Obhut täglich zu tun haben.

Bestandteil des 39. Internationalen Symposiums sind 3 Workshops im Tiergarten Schönbrunn. Sie widmen sich
- Ultraschalluntersuchungen beim Elefanten
(unter Leitung von Thomas Hildebrandt und Frank Göritz , beide IZW, die von ihnen entwickelte neue Techniken zur assistierten Reproduktion vorstellen)
- klinischen Aspekten von Greifvogelschutz und -haltung
- dem artgerechten Transport von Zootieren.

Ein Tagesausflug zu den March-Donau-Auen und zum Steppennationalpark Neusiedlersee beschließt am 16. Mai die Veranstaltung.

Ansprechpartnerin im IZW: Dr. Jutta Wisser
Tel. 030/5168 204
e-mail wisser@izw-berlin.de
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