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Humboldt-Stipendiaten entscheiden sich für "Massenuniversitäten"

10.05.1999 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Ausländische Spitzenwissenschaftlerinnen und Spitzenwissenschaftler wissen die Qualitäten der großen Universitäten Westdeutschlands zu schätzen. Studierende bevorzugen - wie die jüngste Spiegel-Umfrage zeigte - oft kleinere, überschaubare Hochschulen mit Möglichkeiten zur intensiven Betreuung; auf die Forschungsstipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung dagegen wirken die oft geschmähten "Massenunversitäten" besonders anziehend. In der Gunst des hochqualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchses liegt die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg nach einer Übersicht der Humboldt-Stiftung über die vergangenen zehn Jahre auf Platz 11 in Deutschland; 113 ausländische Stipendiaten wählten in diesem Zeitraum die FAU als Gastinstitution. Die meisten Stipendiaten, die alle promoviert und jünger als 40 Jahre sind, gaben der Ludwig-Maximilians-Universität München, der bei weitem größten Universität Bayerns, den Vorrang.

Nach Fächern aufgeschlüsselt, nimmt die Universität Erlangen-Nürnberg in Mechanik/Thermodynamik und Optik sogar den ersten Rang ein: 17 Humboldt-Stipendiaten mit diesen Spezialgebieten waren hier bei einem Forschungsaufenthalt zu Gast. In Elektrotechnik und Nachrichtentechnik landete die FAU auf Platz 3, in Chemie und Pharmazie sowie in der Medizin immerhin noch auf Platz 9.


Freie Wahl der Stipendiaten

Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt jährlich bis zu 600 Forschungsstipendien. Bei der Bewerbung benennen die Kandidaten das Forschungthema, das sie frei gewählt haben, und den gewünschten Kooperationspartner an einer deutschen Universität. Ein Wissenschaftlerausschuß wählt unter den Bewerbungen dann das beste Drittel aus. Die meisten Stipendiaten haben sich durch Veröffentlichungen bereits international ein wissenschaftliches Renomee erworben.

Zur Präsentation ihres Jahresberichts für 1998 hat die Humboldt-Stiftung nun eine Übersicht über die Zielorte und Gastinstitutionen ihrer Forschungsstipendiaten in der Zeit von Januar 1989 bis Dezember 1998 vorgelegt. Da die ausländischen Forscher Thema und Gastgeber aussuchen, sind die Zahlen der Stiftung ein Indikator für das internationale Ansehen der Wissenschaftler an verschiedenen deutschen Forschungsstätten und für die Qualität ihrer Arbeit. Stiftungspräsident Professor Reimar Lüst, bescheinigte den Universitäten wie anderen Forschungsinstitutionen in Deutschland international einen sehr guten Ruf. "Die zuletzt hart kritisierten deutschen Massenuniversitäten bieten immer noch hochinteressante Forschungsmöglichkeiten," sagte Prof. Lüst bei der Vorlage des Berichts. Gute Forschungsuniversitäten müßten jedoch auch die Chance zur Reform erstreiten und nutzen, um ausländische Studierende neu für sich zu gewinnen.
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