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Wie Menschen verschiedener Kulturen lernen, miteinander umzugehen

11.05.1999 - (idw) Technische Universität Chemnitz

Die Chemnitzer Uni hat den Tübinger Privatdozenten Dr. Gerhard Winter zum Honorarprofessor für Interkulturelle Kommunikation und Fremdverstehen ernannt. Die TU Chemnitz war die erste deutsche Hochschule, die bereits im Wintersemester 1995/96 einen eigenständigen Studiengang "Interkulturelle Kommunikation" eingerichtet hat. Das Fach wird im Zuge der weltweiten wirtschaftlichen Verflechtung immer wichtiger.

Wie Menschen verschiedener Kulturen lernen, miteinander umzugehen
Prof. Gerhard Winter wird Honorarprofesser für Interkulturelle Kommunikation und Fremdverstehen

Er ist einer der ganz wenigen Spezialisten für Kommunikation und interkulturelles Handeln: der Tübinger Privatdozent Dr. Gerhard Winter. Schon als sich in den siebziger Jahren der internationale Schüleraustausch ausweitete, etwa beim Deutsch-Französischen Jugendwerk, untersuchte er, ob dies die Jugend Europas wirklich einander näher bringt. Später setzte er seine Forschungen beim Studentenprogramm Sokrates fort. Mittlerweile hat er eine ganze Reihe von Fachaufsätzen darüber veröffentlicht, wie sich Menschen verschiedener Kulturen verhalten, wenn sie zusammentreffen und seine Kenntnisse an die Studierenden des Fachs "Interkulturelle Kommunikation" weitergegeben, wo er schon bisher einen Lehrauftrag hatte.

Jetzt wird der Experte aus Tübingen zum Honorarprofessor für Interkulturelle Kommunikation und Fremdverstehen an der Chemnitz Uni ernannt. Die feierliche Übergabe der Urkunde findet am Montag, dem 17. Mai 1999, um 18.30 Uhr im Hörsaal 201 der Uni in der Wilhelm-Raabe-Straße 43 statt. Den Festvortrag wird der international angesehene Linguist Prof. Michael G. Clyne von der Monash University im australischen Melbourne halten. Prof. Winter selbst wird über das Thema "Interkulturelle Kommunikation als subjektiver, sozialer und gesellschaftlicher Prozeß" sprechen. Gutachter des frischgebackenen Professors waren übrigens Prof. Alexander Thomas von der Uni Regensburg, bekanntester deutscher Wissenschaftler auf dem Gebiet der "Psychologie interkulturellen Handelns", und Prof. Diether Breitenbach von der Uni Saarbrücken, ehemals Bundestagsmitglied und saarländischer Kultusminister.

Die Beschäftigung mit Schwierigkeiten und Chancen von Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Menschen, die verschiedenen Kulturen angehören, hat in Chemnitz bereits Tradition: Die Uni war die erste deutsche Hochschule, an der ein eigenständiger Studiengang "Interkulturelle Kommunikation" eingerichtet wurde, der durch Prof. Bernd Müller-Jacquier betreut wird. Die Absolventen sind in international ausgerichteten Firmen gern gesehen als Trainer für Mitarbeiter, die ins Ausland geschickt werden sollen. Aber auch Nebenfachstudenten vom Betriebswirt über den Naturwissenschaftler bis zum Ingenieur profitieren von dem Fach - sie können hier ein Basis-Zertifikat Interkulturelle Kommunikation (BaZiK) erwerben, das ihnen die Beherrschung wichtiger Fertigkeiten und Fähigkeiten im Umgang mit Personen aus fremden Kulturen bescheinigt. Denn auf derartige Fähigkeiten legen Arbeitgeber immer mehr Wert.

Noch freilich ist erst ein Bruchteil dessen erforscht, was die Beziehungen von Menschen aus verschiedenen Kulturen zueinander erschwert. So ist nach wie vor unklar, ob junge Leute, die während ihrer Ausbildung und Studienzeit viel in der Welt herumkommen, dadurch andere Kulturen besser verstehen lernen und auch ein besseres Verhältnis zu ihnen aufbauen. Man weiß auch immer noch nicht genau, was eigentlich zwischen den Menschen unterschiedlicher Kulturen passiert, wenn sie einander begegnen, und zwar nicht nur im Urlaub oder in der Freizeit, sondern um miteinander zu arbeiten, etwa in international ausgerichteten Konzernen. Da gibt es nicht selten Schwierigkeiten, weil Deutsche, Franzosen, Amerikaner oder Japaner - kulturell bedingt - unterschiedlich denken, handeln oder miteinander umgehen. Auch die Art, wie man zum Beispiel ein Problem löst, unterscheidet sich von Kultur zu Kultur. Gelingt es, sich hier besser zu verstehen und aufeinander einzugehen, dann stellen auch Firmenzusammenschlüsse über Grenzen und Kontinente hinweg keine Schwierigkeit mehr da. Auf diesen Gebieten wird Prof. Winter auch in Zukunft weiterforschen.

Weitere Informationen: Technische Universität Chemnitz, Philosophische Fakultät, Thüringer Weg 11, 09107 Chemnitz, Prof. Dr. Bernd Müller-Jacquier, Tel. 0371/531-3966, Fax 0371/531-2933, e-mail: mue-jac@phil.tu-chemnitz.de, oder im Internet: http://www.tu-chemnitz.de/phil.ikk. Bitte beachten Sie auch unsere früheren Pressemitteilungen http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/1997/10.06-13:20.html und http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/1997/09.16-9:12.html, die ebenfalls vom Fach Interkulturelle Kommunikation handeln und noch aktuell sind.

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