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Weltwirtschaft mit Weltethos

14.05.1999 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Kirchen-Kritiker Professor Hans Küng spricht am 19. Mai in der Universität Jena

Jena (14.05.99) Leistet sich der Mensch Moral nur in Zeiten gut gefüllter Kassen? Zählt in der Krise - und nicht nur dann - ausschließlich der Gewinn? Der Tübinger Theologe Prof. Dr. Hans Küng, der am 19. Mai auf Einladung des Collegium Europaeum Jenense (CEJ) an die Friedrich-Schiller-Universität Jena kommt, ergreift dazu eine eindeutige Position. "Eine globale Wirtschaft erfordert ein globales Ethos" lautet seine These, die er am Mittwoch um 18.00 Uhr im Hörsaal 24 des Uni-Hauptgebäudes darlegen wird.

Küng fordert im Zeichen der Globalisierung eine Ethik, die zu allen Zeiten und an jedem Ort gilt. Dieses "Weltethos" definiert er als "Grundkonsens bezüglich bestehender verbindender Werte, unverrückbarer Maßstäbe und persönlicher Grundhaltungen". "Ohne einen Grundkonsens im Ethos droht jeder Gemeinschaft früher oder später das Chaos oder eine Diktatur", begründet Küng seine Aktivitäten.

Hans Küng (71) ist vielen vor allem als Kirchenkritiker bekannt. Wegen seiner argwöhnischen Haltung zur Unfehlbarkeit des Papstes ist Küng die kirchliche Lehrbefugnis entzogen worden. Dies hat den Schweizer Theologen, für den die Uni Tübingen einen Lehrstuhl für ökumenische Forschung außerhalb der Theologischen Fakultät eingerichtet hat, nicht davon abgehalten sich kirchlichen Positionen weiterhin kritisch zu nähern.

Die von ihm mitinitiierte "Stiftung Weltethos" streitet für einen moralischen Grundkonsens, unabhängig von Religionen und Kirchen. Es sind v. a. vier Forderungen, die das Weltethos prägen: Gewaltlosigkeit und Ehrfurcht vor dem Leben, Gleichberechtigung und Partnerschaft von Mann und Frau, Toleranz und Wahrhaftigkeit sowie die Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung. Gerade über diesen Punkt wird Küng in Jena diskutieren. Er leitet damit auch eine weitere Veranstaltung des CEJ ein. Am 28. Mai findet in der Uni das Symposium "Europäischer Humanismus vor der Herausforderung der Globalisierung" statt. Moral und Weltethik werden dann erneut eine große Rolle spielen.


Friedrich-Schiller-Universität
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