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Umfrage der Universität Karlsruhe

14.05.1999 - (idw) Universität Fridericiana Karlsruhe (T.H.)


Ebene 1: Geschäftsführer, Betriebsleiter
Nr. 38 / 14. Mai 1999 / sho

Umfrage der Universität Karlsruhe
zum Thema Frauen in Führungspositionen:

TechnologieRegion Karlsruhe hat bundesweit die Nase vorn
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Was den Anteil von Frauen in Führungspositionen betrifft, haben die Unternehmen der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) bundesweit die Nase vorn. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage, die die Kontaktstelle für Wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Karlsruhe in Zusammen-arbeit mit Dr. Gunter E. Zimmermann vom Institut für Soziologie bei 125 Unternehmen der TRK durchgeführt hat.

Beim Anteil der Unternehmen, die Managerinnen in der Führungsebene "Geschäftsführer/Betriebsleiter" beschäftigen, liegt die TRK mit 15 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Insgesamt beträgt der weibliche Anteil unter den Managern dieser Position in der TRK 10 Prozent (Bundesdurchschnitt zu Beginn der 90er Jahre: 4 Prozent).

Wie die Umfrage jedoch auch belegt, spiegelt die noch immer geringe Zahl an Frauen in Führungspositionen die männlich dominierten Machtstrukturen in der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung wieder. Auf dem Weg in die Chefetagen stoßen Frauen in Unternehmen an unsichtbare Grenzen. Je höher die Ebene der beruflichen Hierarchie, um so geringer ist der Anteil der Unternehmen, die Frauen in den entsprechenden Führungsebenen beschäftigen. Während auf der 3. Führungsebene (Sachgebiets-, Gruppen-, Teamleiter) fast 70 Prozent der Unternehmen Frauen beschäftigen, sind es auf der 2. Ebene (Abteilungsleiter, Prokurist) nur mehr 50 Prozent und auf der 1. Ebene (Geschäftsführer, Betriebsleiter) lediglich noch 15 Prozent. Der geringe Anteil an der Ebene 4 (Meister, Vorarbeiter) beruht vor allem auf dem bekannten Sachverhalt, daß Frauen eher selten in der Produktion oder in technischen Berufen tätig sind.

Auch wenn grundsätzlich der Anteil der Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen zunimmt, je niedriger die Managementebene ist, liegt der Anteil, den Frauen innerhalb dieser Ebenen einnehmen, lediglich bei 10 und 12 Prozent (ohne Ebene 4).

Das gute Abschneiden der TRK ist kein Grund für ungebremsten Enthusiasmus, spricht aber für die innovative Dynamik der regionalen Unternehmerschaft. Der stetige Veränderungsprozeß und die zunehmende Globalisierung erfordern von den Unternehmen hohe innerbetriebliche Flexibilität, die vor allem im Bereich


Teamarbeit, Kommunikation, Kreativität und vernetztes Denken hohe Ansprüche stellt. Genau hier liegen, inzwischen allgemein anerkannt, die Stärken der Frauen.

Des weiteren zeigt die Umfrage, daß sich ein ausgeprägtes Bewußtsein für die Notwendigkeit von Weiterbildung entwickelt hat. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen erachten Weiterbildungsmaßnahmen für die eigenen Mitarbeiter-innen und Mitarbeiter als sehr wichtig oder wichtig. Die Durchführung solcher Maßnahmen scheitert jedoch häufig an der zur Verfügung stehenden Zeit. Immerhin 62 Prozent der befragten Unternehmen führen ständig bis häufig interne Weiterbildungsmaßnahmen durch, und mehr als die Hälfte arbeiten häufig bis ständig mit externen Trägern.

Weiterbildungsreihe "Frauen in Führung" (FiF)

Das große Interesse von Unternehmen an Fortbildungsmaßnahmen und die Tatsache, daß die Zahl von Frauen in Führungspositionen noch immer gering ist, erfordern professionelle Frauenförderung für Führungskräfte und angehende Führungskräfte. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der richtungsweisenden Ergebnisse der TRK plant die Kontaktstelle für Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Karlsruhe eine Weiterbildungsreihe speziell für Frauen in den oben genannten Positionen. In dieser Weiterbildungsreihe mit dem Namen "Frauen in Führung" (FiF) werden Führungskompetenzen vermittelt und - basierend auf frauenspezifischen Erfahrungen aus dem Berufsalltag - Kontakte unter den Frauen geknüpft.

Die vorläufige Planung des Weiterbildungsangebots beinhaltet 4 oder 5 zusammenhängende Bausteine in den Bereichen Mitarbeiterführung, Teamarbeit, Projektmanagement von Veränderungsprozessen, wobei jeder Baustein einen Umfang von zwei bis drei Tagen hat. FiF wird von einem Dozentinnenteam geleitet. Die Mischung aus erfahrenen Trainerinnen der Universität und weiblichen Führungskräften aus Großunternehmen der Region gewährleistet einen hohen beruflichen Nutzen für die Teilnehmerinnen. Ziel ist unter anderem ein Netzwerk, das als Pool für Wissen und Erfahrung fungiert und so den dringend benötigten Informationsaustausch unter Frauen fördert. So ließe sich die überbetriebliche Kommunikation, die bei Männern ausgeprägt ist, stärken.

Nähere Informationen:

Weiterbildungsreihe "Frauen in Führung" (FIF)

Kontaktstelle für Wissenschaftliche Weiterbildung
Manfred Weber, Tel. 0721/608-6064


Umfrage
Institut für Soziologie
Dr. Gunter E. Zimmermann, Tel. 0721/608-3384

Schaubilder:


Ebene 1: Geschäftsführer, Betriebsleiter
Ebene 2: Abteilungsleiter, Prokurist
Ebene 3: Sachgebiets-, Gruppen-, Teamleiter
Ebene 4: Meister, Vorarbeiter


Diese Presseinformation ist im Internet unter folgender Adresse abrufbar:
http://www.uni-karlsruhe.de/~presse/Pressestelle/pi038.html
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