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Prof. Dr. Kurt Bachmann zum 70. Geburtstag

14.05.1999 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Am Freitag, 14. Mai 1999, feiert Prof. Dr. Kurt Bachmann, von 1972 bis zu seiner Emeritierung 1997 Leiter der Medizinischen Klinik II mit Poliklinik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Inhaber des Lehrstuhls Innere Medizin II, seinen 70. Geburtstag.

In Nürnberg am 14. Mai 1929 geboren, studierte Kurt Bachmann ab dem Sommersemester 1949 Medizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen. Er promovierte nach orientierenden Selbstversuchen mit Injektionen der Versuchssubstanz "Ha - 106", die später als Ganglienblocker "Camphidonium" zugelassen wurde, 1957 mit dem Thema "Die Hämodynamik der Hypertonie und ihre Änderung bei der akuten Blutdrucksenkung". In den Folgejahren befand er sich mehrmals zur Weiterbildung an Physiologischen Instituten, so bei Prof. Dr. Zijstra in Groningen, und bei Prof. Kramer in Göttingen. Dort befaßte er sich vor allem mit den Methoden der Indikatorverdünnungstechniken. Diese sollten auch zum Ausgangspunkt der Schrift "Methodische Fortschritte und neue Ergebnisse indirekter photometrischer Untersuchungen bei Herz- und Kreislaufkranken" werden, mit der Kurt Bachmann 1964 habilitiert wurde. 1970 wurde er "außerplanmäßiger Professor".

Als Internist mit den Teilgebietsbezeichnungen Kardiologie, Sportmedizin und Flugmedizin wurde Prof. Bachmann 1972 in der Nachfolge von Prof. C. Korth auf den Lehrstuhl Innere Medizin II, Schwerpunkt Kardiologie, berufen und mit der Leitung der Medizinischen Klinik beauftragt.

Prof. Bachmann gehört zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Herzstiftung e.V. und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Internistische Intensivmedizin. Er war 1982/1983 Präsident der International Society of Biotelemetry, 1982 wurde er als Flugmediziner mit Verkehrspiloten-Lizenz vom Bundesminister für Verkehr in den Fliegerärztlichen Gutachterausschuß berufen.

Prof. Bachmann hat sich intensiv um den Aufbau der Medizinischen
Klinik II am Universitätsklinikum mit drei Herzkathetermeßplätzen und einem ambulanten Herzzentrum gekümmert. Sein besonderes Engagement lag im Bereich der biomedizinischen Technik. Mit der Siemens AG hat er auf dem Gebiet der Koronarangiographie, der Kernspintomographie, der Magnetresonanztomographie und der Electron Beam Tomographie wissenschaftlich eng zusammengearbeitet und neue Methoden der Kardiologie entwickelt. Forschung und Patientenversorgung forderten bei geringen personellen und finanziellen Ressourcen großen persönlichen Einsatz - so beispielsweise bei Herzkatheter-Selbstversuchen im Rahmen der Entwicklung der invasiven Blutdruckelemetrie.

Sein wissenschaftlicher Film "Blood Pressure Telemetry" erhielt 1972 den Silver Award der British Medical Association. Herzkatheter-In-flight-Telemetrien, die telefonische Übermittlung von invasiven Daten zwischen Intensivstationen, die Weiterentwicklung der Koronarangiographie nach Ausbildungsaufenthalten bei Prof. Sones in Houston und Prof. Judkins in Loma Linda, erste Koronarangiographien 1968, die Zusammenarbeit mit Prof. Hegemann bei den ersten Bypassoperationen in der BRD 1969 und die Einführung der interventionellen Kardiologie in Erlangen (PTCA) 1977 sind wichtige Stationen seines klinisch-wissenschaftlichen Wirkens. Von den zahlreichen nationalen wie internationalen Symposien seien nur Biotelemetrie, Erlangen 1968, Telemetry of Cardiovascular System, Erlangen 1979, und Conductance in Cardiology, Nürnberg 1991, genannt.

Für die Forschung und die invasive Kardiologie waren die apparativen wie baulichen Voraussetzungen erst neu zu schaffen und vielfach, wie die Einrichtung des ersten Herzkatheterlabors und der Baubeginn für zusätzliche Bettenkapazitäten in der ehemaligen Augenklinik, in einem bis dahin ausschließlich gastroenterologisch etablierten Zentrum nur durch zunächst persönliche Finanzierung und Finanzbürgschaft zu realisieren.

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte der neu geschaffenen Medizinischen Klinik II lagen entsprechend der biomedizinischen Orientierung - Koronarangiographie, Impedanzkardiographie, invasive Telemetrie, Telefon-Telemetrie, Kernspinresonanzverfahren, Magnetokardiographie - klinisch auf dem Gebiete der koronaren Herzkrankheit und der Rhythmusstörungen des Herzens.

Mit der Emeritierung im November 1997 sieht Prof. Bachmann in der Wahl von Prof. Dr. Werner Günther Daniel zu seinem Nachfolger die richtige Weichenstellung für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Bildgebung in der Kardiologie.


* Kontakt:
Medizinische Klinik II mit Poliklinik, Prof. Dr. Werner Günther Daniel,
Herzzentrum Universität, Östliche Stadtmauerstr. 29, 91054 Erlangen,
Tel. 09131/85 -33910, Fax: 09131/85 -33838
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