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Deutsches Zentrum für Alternsforschung sucht Freiwillige

09.08.2002 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Für eine Studie über Wohn- und Lebenssituation - "Hausbesuch" bei 80- bis 90-Jährigen

Wer zwischen 80 und 90 Jahre alt ist und allein in seiner Wohnung lebt, könnte in diesen Tagen per Post gebeten werden, an einer Studie teilzunehmen: Das Deutsche Zentrum für Alternsforschung an der Universität Heidelberg (Bergheimer Straße 20) beteiligt sich nämlich an einem europäischen Forschungsprojekt unter dem Titel "Enable Age". Dabei geht es darum, die Wohn- und Lebenssituation alter Menschen in Privathaushalten wissenschaftlich zu erfassen.

"Das wird aber keine 300-Seiten-Studie für die Schublade geben, sondern eher ein anwendungsorientiertes 10-Punkte-Programm", betonte Projektleiter Dr. Frank Oswald im Gespräch mit der Presse. Die Ergebnisse könnten in die nationale Politik einfließen und ebenso den Kommunen als Richtlinien bei der Stadtplanung dienen.
Wie es hieß, sind an dem Forschungsprojekt auch England, Schweden, Ungarn und Lettland beteiligt - also Länder mit ganz unterschiedlichem Lebensstandard beziehungsweise sozialem Gefüge. Allein in Deutschland - und dies bedeutet in diesem Fall in den Städten Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen - sollen 400 alte Menschen darüber befragt werden, wie sie in ihrer häuslichen Umgebung zurecht kommen, was ihnen dort gefällt und was nicht.

Zur Vorgehensweise: Wenn die Schreiben des Deutschen Zentrums für Alternsforschung (DZFA) an die schätzungsweise zweitausend in Frage kommenden Haushalte verschickt sind, werden die allein lebenden Männer und Frauen noch einmal angerufen. Wer bereit ist, an der wissenschaftlichen Studie zu teilzunehmen, erhält zum gewünschten Termin "Hausbesuch" von einer netten Dame. Laut Diplom-Soziologin Dörte Naumann sind insgesamt fünf Frauen speziell für die Befragung vor Ort ausgebildet worden und werden in der Wohnung auch schon mal Maß nehmen. Schließlich soll mit der Studie ja auch belegt werden, welche Wege die alten Menschen in den eigenen vier Wänden zurücklegen. Dr. Frank Oswald und Dörte Naumann hoffen, dass sich in Heidelberg 150 bis 200 Menschen zwischen 80 und 90 Jahren an der Studie beteiligen werden. Wobei etwa drei Viertel Frauen sein müssen und noch einmal zwischen der Gruppe der 80- bis 84-Jährigen und den noch Älteren unterschieden wird.

In einem Informationsblatt über das Forschungsprojekt heißt es wörtlich: "Wir wollen besser verstehen lernen, wie es Älteren gelingt, so lange wie möglich allein zu Hause zu wohnen..." Die erste Befragung finde bei zwei Besuchen statt und dauere jeweils etwa eine Stunde. Nach einem Jahr solle dann die zweite Befragung stattfinden, für die aber nur ein Besuch nötig sei. Natürlich würden alle Angaben in anonymer Form (also ohne Name und Anschrift) festgehalten. Außerdem könne die Teilnahme an der Studie jederzeit ohne Angabe von Gründen zurückgezogen werden. Allerdings werde man alles dafür tun, die Befragung für die Teilnehmenden "zu einem interessanten Erlebnis" zu machen und über die Ergebnisse zu informieren. Wie es hieß, gab es bisher noch keine vergleichbare Studie.
Karin Katzenberger-Ruf

Rückfragen bitte an:
Dr. Frank Oswald, Tel. 06221 548114, Sekr. 548101
oswald@dzfa.uni-heidelberg.de
Dörte Naumann, Tel. 548153

allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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