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Dritter Ehrendoktor für Professor Polónyi

15.10.1999 - (idw) Universität Dortmund

Weltweite Anerkennung geniesst Professor Stefan Polóny, der von 1972 bis zu seiner Eremitation 1995 an der Universität Dortmund tätig war. An der Gründung der Abteilung Bauwesen, die ihren Lehrbetrieb am 1. Oktober 1974 aufnahm, war der gebürtige Ungar genauso massgeblich beteiligt wie an der Entwicklung des sogenannten "Dortmunder Modells", der gemeinsamen Ausbildung von Ingenieuren und Architekten. Zahlreiche Auszeichnungen wurden ihm in der Vergangenheit verliehen, darunter die beiden Ehrendoktortitel der TU Budapest und der Universität Kassel. Am heutigen Freitag kommt ein dritter dazu: Die Technische Universität Berlin, an der Polóny ab 1965 eine Professur für Tragwerkslehre bekleidete, ehrt ihren ehemaligen Hochschullehrer mit der Ehrendoktorwürde.

Polóny gilt aus Sicht der Berliner Hochschule als das Vorbild des "Entwerfenden Ingenieurs" und als "temperamentvoller Querdenker", der seine kühnen Ideen, insbesondere von Faltwerk- und Schalenkonstruktionen, in baureife Vorhaben umsetzte.

Polóny, 1930 in Gyula/Ungarn geboren, studierte Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Budapest, an der er dann vier Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war. 1956 ging er nach Köln, ein Jahr später eröffnete er dort sein eigenes Ingenieurbüro. Polóny verstand dabei die Arbeit des Ingenieurs nie als die eines technokratischen Handlangers, sondern als konstruktiven Ingenieurbau. Er verwies stets auf die kulturelle Verpflichtung des Ingenieurs, setzte dies konsequent in seinen Entwürfen um.

Ein Beispiel dafür ist die Glashalle auf der Leipziger Messe, ein weiteres die Kirche St. Suitbert in Essen-Überruhr (eine Gemeinschaftsarbeit mit dem Architekten Josef Lehmbrock). Die Schale der Kirche, aus Spritzbeton hergestellt, brachte dem Tragwerkskonstrukteur 1965 die Professur an der TU Berlin ein, an der er das Institut für Modellstatik aufbaute. Seiner Linie blieb er dort wie auch später an der Universität Dortmund immer treu. 1995 wurde Polóny in Dortmund eremitiert.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der Bauakademie und dem 100. Jahrestag der Verleihung des Promotionsrechts an die Technischen Hochschulen in Preussen verleiht die TU Berlin den Titel "Doktor der Ingenieurwissenschaften Ehren halber" auch an Professor Oswald Mathias Ungers, einem weiteren herausragenden Fachmann und ehemaligen Hochschullehrer. Die TU Berlin stuft Ungers als einen der bedeutendsten Architekten der Nachkriegsgeschichte ein.

Polóny hat neben seiner Tätigkeit als Professor auch als Ingenieur weitergearbeitet, auch in Zusammenarbeit mit Oswald Mathias Ungers, mit dem er 1983 die Galeria Messe in Frankfurt baute.

Siehe auch: Medieninformation der TU Berlin im diesem Dienst.

Weitere Informationen:
Harald Ermel, Aussenbeziehungen der TU Berlin, Tel.: 030/314 - 24267, Fax: 030/314 - 25234, e-mail: Sekretariat@ABZ.TU-Berlin.de
Klaus Commer, Uni Dortmund, Ruf 0231-755-4811
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