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Ehemaligen-Treffen in Damaskus: Universität Heidelberg stellt Programm für Mediziner vor

28.10.1999 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Weltweite Weiterbildung für die Ehemaligen: "Alumni.med.Live" - Rektor Prof. Dr. Jürgen Siebke traf außerdem mit Heidelberger Alumni zusammen, die sich für das syrische Gesundheitswesen engagieren - Medizinisches Zentrum "belegt eindrucksvoll, was unsere Absolventen weltweit leisten"

In der Medizin hat der Wissenstransfer zwischen Abendland und Morgenland eine lange Tradition: Im Mittelalter reisten Europäer nach Damaskus, um sich als Ärzte weiterzubilden. Fast tausend Jahre später trafen sich jetzt in der Nahost-Metropole deutsche und syrische Mediziner zum Wissensaustausch beim 12. deutsch-syrischen Ärztekongress: die ideale Plattform für ein Projekt, das unter der Federführung der Universität Heidelberg die Weiterbildung für Mediziner fördert. "Alumni.med.Live ist ein Medizin-Weiterbildungspro-gramm im Internet, das sich an die ausländischen Absolventen deutscher Hochschulen richtet", so Albrecht Bayer von Heidelberg Alumni International bei der Präsentation an der Universität Damaskus.

Bayer weiter: "Es schließt vor allem auch die Alumni in Entwicklungsländern ein." Die Universität Heidelberg entwickelt dieses auf drei Jahre angelegte Projekt, das sich vorrangig an Mediziner in Entwicklungsländern richtet. Der Kern: eine umfassende, multimediale Wissensbank, die über das Internet zugänglich ist. Sie wird derzeit im CBT-Labor der Chirurgischen Universitätsklinik von Oberarzt Dr. Friedrich Kallinowski und seinem Team aufgebaut. "Gefüttert" wird diese Wissensbank von einer virtuellen medizinischen Fakultät, der Experten verschiedensten Fachrichtungen angehören, unter der Leitung des Heidelberger Chirurgen Prof. Dr. Christian Herfarth. Dabei sind auch die Alumni-Arbeitsstellen der baden-württembergischen Universitäten Freiburg, Mannheim, Tübingen und Ulm. Mit "Alumni.med.Live" präsentiert sich die deutsche Medizin in aller Welt ­ ein wichtiger Baustein zur Stärkung des Wissenschaftsstandorts Deutschland, wie die Förderung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg belegt.

Für die erste Projektvorstellung wurde ganz bewusst Damaskus gewählt ­ in den letzten Jahrzehnten haben traditionell viele Mediziner aus den Ländern des Nahen Ostens in Deutschland studiert. "Syrien ist stolz auf die Leistungen seiner Landsleute, die in Deutschland als Ärzte ausgebildet wurden", betonte die syrische Hochschulministerin Professor Dr. Salha Sankar in ihrem Grußwort. Kongresspräsident Dr. Ali Chaaban, Internist und Heidelberger Alumnus, konnte neben den rund 300 Teilnehmern des Ärztekongresses auch die niedersächsische Sozialministerin Heidrun Merk begrüßen.

Zur Präsentation von Alumni.med.Live kam auch der Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Jürgen Siebke, nach Damaskus. Er wurde dort von der deutschen Botschaft empfangen und begegnete hochrangigen syrischen Regierungsvertretern. Auf dem Programm standen auch Informationsbesuche an den Universitäten Damaskus, Lattakia und Aleppo. Prof. Siebke traf außerdem mit Heidelberger Alumni zusammen, die sich für das syrische Gesundheitswesen engagieren: So richtete Dr. Ali Chaaban jetzt ein Zentrum zur medizinischen Versorgung in seinem Heimatort ein ­ in Eigeninitiative. "Das ist Wissenschaft im Dienst der Humanität", zeigte sich der Rektor tief bewegt. "Dieses Zentrum belegt eindrucksvoll, was unsere Absolventen weltweit leisten."

Die Ehemaligen sollen bei ihrer Weiterbildung künftig durch "Alumni.med.Live" unterstützt werden. Die Präsentation auf zehn Netz-Rechnern an der Universität Damaskus stieß auf großes Interesse bei Medizinabsolventen und Studierenden ­ auch deshalb, weil das Internet in Syrien ein noch junges Medium ist.

Beim abschließenden Empfang des Rektors im Amber-Palast vor rund 500 Gästen lobte der Vertreter der deutschen Botschaft die Initiative der Heidelberger Universität: "Sie unterstützen damit unsere tägliche Arbeit." Mit tanzenden Derwischen und arabischer Musik im Palastgarten klang die Veranstaltung in orientalischer Atmosphäre aus. Weitere Treffen mit der Präsentation von "Alumni.med.Live" sind für das nächste Jahr geplant ­ in China und Lateinamerika. Die Universität kann sich dabei auf ihr Absolventen-Netzwerk "Heidelberg Alumni International" stützen.

Rückfragen bitte an:

Albrecht Bayer, Dr. Peter Saueressig
Heidelberg Alumni International
Tel. 06221 542339 oder 0621 3388351
Peter.Saueressig@intens.de

oder: Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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