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Internationaler Preis für Dresdner Forscher

29.10.1999 - (idw) Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden

Professor Dr. Gernot Krabbes vom Institut für Festkörper- und Werkstofforschung Dresden (IFW) hat für die Entwicklung großer supraleitender Kristalle, die zu den stärksten Dauermagnet der Welt verarbeitet wurden, den internationalen PASREG Award of Excellence erhalten.


Professor Gernot Krabbes mit einem supraleitenden Einkristall von beachtlicher Größe in der Hand Professor Dr. Gernot Krabbes vom Institut für Festkörper- und Werkstofforschung Dresden (IFW) hat für die Entwicklung großer supraleitender Kristalle den PASREG Award of Excellence erhalten. PASREG steht für "Processing and Application of Superconducting Rare Earth Large Grain Materials" und bezeichnet sowohl ein unabhängiges internationales Wissenschaftlerkommittee als auch eine regelmäßig stattfindende internationale Tagung, zu der sich die weltweit führenden Supraleiter-Forscher im Oktober dieses Jahres in Morioka, Japan, getroffen haben.
Professor Krabbes und seine Kollegen im IFW entwickeln erfolgreich supraleitende Einkristalle aus Yttrium-Barium-Kupfer-Oxid (YBCO), in denen sehr hohe supraleitende Ringströme verankert werden können. Supraleitung - das ist Stromfluß ohne Widerstand. Somit fließen diese Ringströme, wenn sie einmal in Gang gesetzt sind, endlos und verlustfrei. Mehr noch - sie bewirken die Entstehung eines Magnetfeldes, das ebenso permanent ist, wie die fließenden Ströme. Dabei sind supraleitende Permanentmagnete bedeutend stärker als herkömmliche Magnete. In den Supraleiterkristallen konnten Felder bis zu 14,35 Tesla verankert werden, sie stellen die derzeit stärksten Dauermagnete der Welt dar. Je größer die supraleitenden Kristalle sind, desto größere Kreis ziehen die Ringströme im Material und entsprechend größer sind auch die Magnetfelder, die der Supraleiter auf diese Weise erzeugt. Die Präparation großer Einkristalle ist allerdings nicht trivial. Im IFW wird werden die Kristalle in einem trickreichem Verfahren hergestellt, bei dem zunächst die Ausgangspulver nach einem besonderen Rezept gemischt, gemahlen und zu Formlingen gepreßt werden. Diese werden partiell geschmozen und mit einem Kristallisationskeim "geimpft", der den zukünftigen Kristallen die gewünschte Orientierung vorgibt. In einer anschließenden tagelangen Wärmebehandlung unter genau definierten Temperaturverläufen bildet sich ein Einkristall, in den gezielt mikroskopische Fremdpartikel eingebaut sind. Das Know How, wie man am Ende tatsächlich YBCO-Kristalle mit guten supraleitenden und magnetischen Eigenschaften erhält, hat Professor Krabbes mit seinem Team entwickelt. Aus seiner "Küche" kommt das Material, das sein Kollege Dr. Günter Fuchs zum weltweit stärksten Dauermagnet verarbeitet hat. Mit dem PASREG Award of Excellence wurde diese Spitzenleistung international gewürdigt.
Weitere Auskünfte erteilt auch:
Prof. Dr. Gernot Krabber, Tel. (0351) 4659 410, e-mail: g.krabbes@ifw-dresden.de

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