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DECHEMA-Preis für RUB-Chemiker Martin Muhler

29.10.1999 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Der Bochumer Chemiker Prof. Dr. rer.nat. Martin Muhler (Lehrstuhl für Technische Chemie, RUB) erhält den mit 30.000 DM dotierten DECHEMA-Preis der Max-Buchner-Forschungsstiftung für 1999.

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Bochum, 29.10.1999
Nr. 255

Vom 3-Wege-Kat bis zur Brennstoffzelle
DECHEMA-Preis für maßgeschneiderte Katalysatoren
RUB-Prof. Martin Muhler wird in Frankfurt geehrt


Der Bochumer Chemiker Prof. Dr. rer.nat. Martin Muhler (Lehrstuhl für Technische Chemie, RUB) erhält den mit 30.000 DM dotierten DECHEMA-Preis der Max-Buchner-Forschungsstiftung für 1999. Mit diesem Preis werden am 26. November im DECHEMA-Haus (Frankfurt/Main) auf einem Festkolloquium seine richtungweisenden Arbeiten zum Verständnis der Funktionsweise, der Charakterisierung und der theoretischen Modellierung heterogener Katalysatoren prämiert, die neue Möglichkeiten der Effizienzsteigerung industrieller Grundstoffsynthesen erschlossen haben.

Katalysatoren - "unsichtbare Helfer"

Ob als 3-Wege-Kat im Auto oder als Selbstreinigungssystem im heimischen Backofen - überall sind Katalysatoren anzutreffen. Ohne diese "unsichtbaren Helfer" wäre unser Alltag um einiges mühsamer. Sie beschleunigen chemische Reaktionen, ohne im Endprodukt selbst aufzutauchen. Kaum ein industrieller Reaktions-prozess läuft heute ohne katalytische Verfahrensschritte ab. Durch den Einsatz geeigneter Katalysatoren lassen sich z.B. Reaktionszeiten verkürzen, Herstellungsprozesse laufen bei niedrigeren Temperaturen und Drücken ab, das gewünschte Produkt entsteht in höherer Reinheit. Dadurch werden Kosten und Energie gespart.

Den Dingen auf den Grund gehen

Bei den in der Industrie verwendeten Katalysatoren handelt es sich oft um mehr oder weniger poröse Trägerstoffe, auf denen winzige Mengen eines Metalls oder eines Metallgemisches abgeschieden werden. Die Metalle lösen dann die eigentliche Reaktion aus. Prof. Muhler untersucht, wie das optimale Trägermaterial beschaffen sein muss. Welches Material ist geeignet - Titandioxid, Zinkoxid oder Zeolithe? Welche Porengröße: große, flache, offenene, geschlossene Poren? Wo genau findet die Reaktion mit den Metallen statt? Bilden sich dabei Legierungen? Welchen Einfluss haben Druck und Temperatur? Für diese Sisyphusarbeit setzt Muhler modernste physikalische Methoden ein. Wenn der Reaktionsmechanismus zwischen Trägermaterial und Metall dann geklärt ist, kann durch Veränderung der anderen Parameter die Reaktion so optimiert werden, dass sie bei niedrigeren Temperaturen abläuft, dass weniger Nebenprodukte entstehen und so Ausbeute und Reinheit des Produktes erhöht werden.

Schnittstelle zur Industrie

Muhler ist ein begehrter Kooperationspartner für die Industrie, die diese Arbeiten allein nicht leisten kann. In seinem Institut wird die Technische Chemie nicht nur als Teilgebiet des Maschinenbaus oder der Verfahrenstechnik betrachtet. Hier wird Grundlagenforschung mit direktem Anwendungsbezug für die Industrie betrieben.

Biographisches

Prof. Dr. rer. nat. Martin Muhler studierte Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 1986-1989 promovierte er am Institut für physikalische Chemie der LMU bei Prof. Dr. G. Ertl. Während dieser Zeit wechselte er als Stipendiat des Chemiefonds an das Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft nach Berlin und legte dort im Februar 1989 am Fachbereich Chemie der Freien Universität Berlin seine Doktorpüfung ab. Bis 1991 arbeitete er als Postdoctoral Fellow in der Grundlagenforschung bei Haldor Topsoe A/S, Dänemark. Von Oktober 1991 - August 1996 habilitierte er sich am Fritz-Haber-Institut für das Fach "Technische Chemie". Seit 1996 hat Muhler eine Professur für "Technische Chemie" an der Ruhr-Universität Bochum inne.

Populärer Beitrag in RUBIN

Einen allgemeinverständlich geschriebenen Beitrag von Prof. Muhler hat die Pressestelle unter dem Titel "Katalyse maßgeschneidert: Von 3-Wege-Kat bis Brennstoffzelle" in RUBIN. Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität Bochum (2/98) veröffentlicht. Im Internet findet man ihn unter http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rbin2_98/rubin5.htm . Exemplare sind auch in der Pressestelle der Ruhr-Universität Bochum erhältich.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Martin Muhler, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Chemie, 44780 Bochum, Tel.: 0234/32-28754, Fax: 0234/32-14115, ltc@techem.ruhr-uni-bochum.de, http://www.techem.ruhr-uni-bochum.de/tchem/wahlohne.html

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