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Drosselung von T-Zellen könnte Asthmatikern helfen

03.11.1999 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

An der Entstehung von Allergien und Asthma sind bestimmte Zellen des Immunsystems und die von ihnen produzierten Interleukine wesentlich beteiligt. Diesen Zusammenhängen geht ein Forschungsprojekt am Pathologischen Institut der Universität Würzburg auf den Grund. Im Mittelpunkt steht die Wirkungsweise von Transkriptionsfaktoren.

Die Transkription ist ein Schlüsselvorgang des Lebens, bei dem die im Erbmaterial DNA gespeicherten genetischen Informationen abgeschrieben werden. Dies bedeutet zugleich eine Aktivierung der Gene, denn die abgeschriebene Information wird in den Zellen auch umgesetzt: So entsteht eine große Zahl von Proteinen. Eine Schlüsselrolle bei der Transkription spielen die so genannten Transkriptionsfaktoren. Sie binden an Steuerelemente, Promotoren genannt, die auf der DNA meist vor den Genen angeordnet sind, und bestimmen damit, wann und wie stark ein Gen abgeschrieben wird.

Die Wissenschaftler vom Würzburger Pathologischen Institut beschäftigen sich mit der Gruppe der NF-AT-Transkriptionsfaktoren, die eine besonders wichtige Rolle in T-Zellen spielen. Prof. Dr. Edgar Serfling: "T-Zellen gehören zur großen Gruppe der weißen Blutkörperchen und erfüllen wichtige Funktionen im Immunsystem. Fehlen sie, wie bei bestimmten Labormäusen, dann sterben die Tiere rasch an Infektionen. Werden die T-Zellen aber zum Beispiel nach einer Virusinfektion aktiviert, dann produzieren sie Interleukine. Das sind Proteine, die wiederum andere Abwehrzellen aktivieren - wie Fresszellen, welche die Viren dann vernichten." Doch kann ein Überschuss an bestimmten Interleukinen auch fatale Folgen haben und zu Asthma und Allergien führen.

Die NF-AT-Faktoren steuern in den T-Zellen die Transkription von Genen, welche die Information für den Aufbau von Interleukinen bergen, zum Beispiel für Interleukin-5. Die T-Zellen von Asthmatikern bilden dieses Interleukin in hohen Konzentrationen, was zu einem verstärkten Auftreten bestimmter weißer Blutkörperchen führt. Dies wiederum verschlechtert das Krankheitsbild deutlich. Die Untersuchungen am Pathologischen Institut, die von der Wilhelm Sander-Stiftung (München) gefördert werden, sind nun darauf gerichtet, die spezifische Aktivierung des Promotors von Interleukin-5 durch die NF-AT-Faktoren aufzuklären. Dadurch können sich laut Prof. Serfling Möglichkeiten eröffnen, um die überschüssige Produktion dieses Interleukins gezielt zu hemmen und damit Asthmatikern zu helfen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Edgar Serfling, T (0931) 201-3429, Fax (0931) 201-3440, E-Mail:
path015@mail.uni-wuerzburg.de
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