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Zum zehnten Jahrestag des Falls der Mauer: Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld spricht an Chemnitzer Uni

04.11.1999 - (idw) Technische Universität Chemnitz

Vera Lengsfeld, eine der führenden Bürgerrechtlerinnen der ehemaligen DDR, spricht am Dienstag, 9. November 1999, dem zehnten Jahrestag des Falls der Berliner Mauer, um 18.15 Uhr an der Chemnitzer Uni, Hauptgebäude, Straße der Nationen 62, Hörsaal 201, über ihren Weg in die DDR-Opposition und über ihre Zeit nach der Wende.

Vera Lengsfeld, eine der führenden Bürgerrechtlerinnen der ehemaligen DDR, kommt zum 10. Jahrestag der Maueröffnung, am Dienstag, dem 9. November 1999, an die Technische Universität Chemnitz. Um 18.15 Uhr spricht sie im Hauptgebäude, Straße der Nationen 62, Hörsaal 201, über ihren Weg in die DDR-Opposition und über ihre Zeit nach der Wende. Dabei wird sie auch darlegen, was sie sich 1989 gewünscht hat, was davon eingetreten ist und was nicht.

Der Vortrag ist Teil der Ringvorlesung "1989/1990 - 1999/2000: Revolution in der DDR - und zehn Jahre danach", die der Chemnitzer Parteien- und Extremismusforscher Prof. Eckhard Jesse organisiert hat. Dabei werden bis zum Februar 2000 jeweils dienstags nahezu alle führenden Bürgerrechtler über ihr Leben in und nach der DDR berichten. Dazu sind alle Bürger herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei. Eine Liste der Referenten und Termine finden Sie in unserer Pressemitteilung Nr. 140/99 unter http://idw.tu-clausthal.de/public/zeige_pm.html?pmid=14441

Zur Person:

Vera Lengsfeld wurde 1952 im thüringischen Sondershausen geboren. Nach ihrem Abitur studierte sie erst in Leipzig und dann an der Humboldt-Uni in Berlin Philosophie. Nach ihrem Diplom arbeitete sie zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Akademie der Wissenschaften der DDR und danach als Lektorin beim Verlag Neues Leben.

Von 1975 bis 1983 war sie Mitglied der SED. Von 1981 an wurde sie in verschiedenen Öko-, Friedens- und später auch Kirchenkreisen aktiv. Wegen ihrer öffentlichen Proteste gegen eine Stationierung von Atomraketen in der DDR wurde sie aus der Partei ausgeschlossen und mit einem Berufsverbot belegt. 1988 wegen versuchter "Zusammenrottung" verhaftet und von ihren Kindern getrennt, willigte sie unter Druck schließlich ein, nach England abgeschoben zu werden.

1989 kehrte sie am Tag nach der Maueröffnung in die DDR zurück und trat in die Grüne Partei ein. Sie war Mitglied der Verfassungskommission, des Runden Tisches und der Volkskammer. Zwischen 1990 und Mitte Dezember 1996 saß sie für Bündnis 90 / Die Grünen im Bundestag. Weil die Grünen sich nach ihrer Meinung der PDS "offen anbiedern", wechselte sie zur CDU über, für die sie heute im Bundestag sitzt.

Vera Lengsfeld war mit dem DDR-Lyriker Knud Wollenberger verheiratet, mit dem sie drei Kinder hat. Nachdem sie erfuhr, dass ihr eigener Ehemann sie im Auftrag der Stasi mehr als zehn Jahre lang bespitzelt hatte ("IM Donald"), ließ sie sich von ihm scheiden.

Hinweis für die Medien: Wir vermitteln Ihnen am 9. November gern einen Interview-Termin mit Vera Lengsfeld. Rufen Sie uns bitte an.

Weitere Informationen: Technische Universität Chemnitz, Philosophische Fakultät, Fachgebiet Politikwissenschaft, Reichenhainer Str. 41, 09126 Chemnitz, Prof. Dr. Eckhard Jesse, Tel.: 0371/531-2179; Fax: 0371/531-4094; e-mail: eckhard.jesse@phil.tu-chemnitz.de
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