Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 13. Dezember 2019 

Komponist Heyn berichtet von der Seele des Klangs und dem Moment des Zufalls

04.11.1999 - (idw) Universität Dortmund

"Denn irgendwo geht durch den Klang hindurch ein dünnster Faden, die Seele des Klangs - unstete ganz unberechenbare Bewegungen... also nicht mehr komponieren, sondern der Versuch zu lenken - tönendes Material in seiner eigenwilligen Unbestimmtheit zu entziffern... den gewünschten provozierten Moment des Zufalls mit präzisester Notation auffangen...": Worte des Komponisten Volker Heyn. Im Rahmen der Reihe Komponisten-Porträts, die 1994 im Institut für Musik und ihre Didaktik ins Leben gerufen wurde, stellt Volker Heyn am 1. und 2. Dezember 1999 zahlreiche Musikbeispiele vor, um einen Einblick in sein kompositorisches Schaffen zu geben.

An beiden Veranstaltungstagen, die auch unabhängig voneinander besucht werden können, gibt es reichlich Gelegenheit zu Gesprächen und Diskussionen. Angeboten wird ein Buch mit Aufsätzen von allen zehn früheren Gästen (Hans-Joachim Hespos, Adriana Hölszky, Vinko Globokar, Helge Jung, Dieter Schnebel, Michael Denhoff, Violeta Dinescu, Jürg Baur, Younghi Pagh-Paan und Isabel Mundry) und einigen Studierenden des Faches Musik. Das Buch enthält zudem Partiturausschnitte aus Werken der Komponistinnen und Komponisten.

Volker Heyn, 1938 in Karlsruhe geboren, kam auf ungewöhnliche Weise zur Musik. Erste Erfahrungen mit Klängen metallischer Art sammelte er nach seiner Emigration nach Australien (1960) als Schichtarbeiter in der stahlverarbeitenden Industrie. Er erweiterte seine Klangexperimente, beobachtete intensiv die unberechenbaren sowie die poetischen Aspekte von klanglichen "at random"-Ereignissen, kam zur Entdeckung der "Poesie im Geräusch", studierte an der Savitzkys Actors School Melbourne und arbeitete an ersten Produktionen im Bereich Musiktheater.

Weitere Stationen: Studium der Gitarre bei Antonio Losada in Sydney und der Musiktheorie bei Don Andrews am Sydney Conservatory, nach der Rückkehr nach Europa (1972) Studium der Gitarre an der Staatlichen Musikhochschule Karlsruhe und der Komposition bei Werner Eugen Velte.

Heyn gründete die Gruppe für Kreative Musik, begann 1978 seine Arbeit als freischaffender Komponist, erhielt mehrfach Stipendien, hielt Vorlesungen und Workshops in Darmstadt, Sydney, Melbourne, Canberra und Kyoto. Sein umfangreiches Werkverzeichnis umfasst Werke für Kammermusik, verschiedene Soloinstrumente, Orchesterwerke, Performances und die Oper "Geisterbahn". Noch un-aus-gedacht ist "Das Projekt maul Wurf" für Metall und Ambiente von 1997 bis "open ended".

Die öffentliche Veranstaltung findet statt am 1. Dezember 1999, 15 bis 18 Uhr, und 2. Dezember 1999, 10 bis 13 Uhr in der Emil-Figge-Straße 50, Raum 4.314.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Eva-Maria Houben, Institut für Musik und ihre Didaktik
Tel.: 0231/755-2971
uniprotokolle > Nachrichten > Komponist Heyn berichtet von der Seele des Klangs und dem Moment des Zufalls

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/53613/">Komponist Heyn berichtet von der Seele des Klangs und dem Moment des Zufalls </a>