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Biedenkopf und andere: RUB ehrt herausragende Persönlichkeiten

04.11.1999 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Fünf herausragende Persönlichkeiten aus dem Umfeld der RUB werden am 15. November auf einer Sondersitzung des Senats (11:30 Uhr im Musischen Zentrum) geehrt, darunter Ministerpräsident von Sachsen Kurt Biedenkopf mit der Würde des Ehrenbürgers der RUB.

Bochum, 04.11.1999
Nr. 260

Kurt Biedenkopf wird Ehrenbürger der Ruhr-Uni
Fünf Ehrungen für herausragende Persönlichkeiten
RUB würdigt Mitarbeiter und Freunde in Sondersitzung des Senats


Fünf herausragende Persönlichkeiten aus dem Umfeld der RUB werden am 15. November auf einer Sondersitzung des Senats (11:30 Uhr im Musischen Zentrum) geehrt: Die Würde des Ehrenbürgers der RUB wird an Prof. Dr. Kurt H. Biedenkopf verliehen, Alexander von Berswordt-Wallrabe wird Ehrensenator der RUB, Wilhelm Beermann erhält die Universitätsmedaille, und die Ehrennadel der RUB erhalten Erika Leitheußer sowie Dr. Dietrich Müller. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung haben ihre Teilnahme zugesagt. Die Medien sind herzlich willkommen.

Programmfolge

Programmfolge: Nach Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung durch Rektor Prof. Dr. Dietmar Petzina werden die zu ehrenden Persönlichkeiten von Laudatoren gewürdigt und bekommen anschließend vom Rektor Urkunden bzw. Medaille und Ehrennadel überreicht.

Querdenker Biedenkopf wird Ehrenbürger

Prof. Dr. Kurt H. Biedenkopf, zur Zeit Ministerpräsident in Sachen, folgte im Oktober 1964 dem Ruf auf eine Professor der Juristischen Fakultät der RUB, die er bis zum 31.12.1970 innehatte. Während seiner Bochumer Zeit übernahm Biedenkopf nicht nur das Amt des Dekans seiner Fakultät (1966-67); er wurde auch Rektor der RUB (1967-69) und war während seiner Amtszeit Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz von NRW (1967-68). Vor allem seine Amtszeit als Rektor war von den auch auf die junge RUB ausstrahlenden Auswirkungen der Studentenbewegung geprägt und ließ das Biedenkopfs Talent erkennen, sich mit originellen und konstruktiven Ideen in einer unruhigen Phase das Gesetz des Handelns nicht aus der Hand nehmen zu lassen. Biedenkopf bewies in dieser Zeit seine besonderen Fähigkeiten - die "Biedenkopf-Verfassung" galt 16 Jahre in der RUB und wurde erst als Folge des neuen Hochschulgesetzes 1985 gekippt -, die ihm nach seinem Wechsel in die Politik das Attribut eines "Querdenkers" eintragen sollten. Die Laudatio auf Prof. Biedenkopf spricht Prof. Dr. Dres. h.c. Siegfried Grosse.

Kunstexperte von Berwordt-Wallrabe wird Ehrensenator

Heinz Ludwig Alexander von Berswordt-Wallrabe studierte an der RUB Kunstgeschichte bei Max Imdahl. Seiner engen Beziehung zu Imdahl ist sein Engagement für die RUB und deren Kunsthistorisches Institut zu verstehen: So schenkte er 1990 der RUB eine hochkarätige Sammlung und stellte für die Einrichtung des Museums "Situation Kunst - Haus Weitmar" ein Grundstück 99 Jahre kostenlos in Erbpacht zur Verfügung. Alexander von Berswordt-Wallrabe hat zudem entschieden dazu beigetragen, den angestammten Schwerpunkt des Kunstgeschichtlichen Instituts in Forschung und Lehre zu unterstützen. Ermöglicht wurden die Aktivitäten durch einen Förderverein des Instituts, der von Berswordt-Wallrabe gegründet wurde. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass in der Ausbildung Theorie und Praxis unmittelbar aufeinander bezogen werden können. Die Laudatio auf Alexander von Berwordt-Wallrabe spricht Prof. Dr. Dr. h.c. Knut Ipsen.

Bildungsförderer Beermann erhält eine Universitätsmedaille

Wilhelm Hans Beermann ist einer der wenigen verbliebenen Wirtschaftsführer der deutschen Montanwirtschaft. Seit 1997 ist er stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RAG in Essen. Von großer Bedeutung ist sein kulturelles und bildungspolitisches Engagement. Er ist Vorsitzender des Vereins der Freunde der Ruhrfestspiele und Aufsichtsratsmitglied der Ruhrfestspiele. Viel wichtiger noch ist sein Wirken für das gesamte bergbauliche Schulwesen. So trägt Beermann seit vielen Jahren die Verantwortung für alle Bergschulen, Bergfachschulen und auch die Georg Agricola-Fachhochschule in Bochum. Außerdem trug er maßgeblich zur Entstehung der jüngst formell gegründeten Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets bei und stellte dabei sicher, dass diese Stiftung, die in enger Kooperation zur RUB steht, auch mit dem erforderlichen Kapital ausgestattet worden ist. Das Kuratorium der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets hat Beermann am 20.8.1998 zu seinem Vorsitzenden gewählt. Die Laudatio auf Wilhelm Bermann spricht Prof. Dr. Klaus Tenfelde.

Lebende Legende: Leitheußer erhält Ehrennadel

Erika Leitheußer war seit 1971 Sachbearbeiterin im Dekanat der damaligen Abteilung Geschichtswissenschaft. Dort blieb sie bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Dienst 1995. In dieser Zeit war sie mehrfach Vertreterin der Nichtwissenschaftler/innen der Fakultät. Ihr Aufgabenfeld übertraf das einer "normalen" Dekanatssekretärin bei weitem, denn über 20 Jahre ihrer Tätigkeit war die größte Fachgruppe der Abteilung, die "Fächergruppe Geschichte", nicht in einem eigenen Institut organisiert, sondern unterstand direkt dem Dekanat, musste also von dort verwaltet werden. Leitheußer wurde nicht nur ihren Aufgaben mit ihrem fast preußischen Pflichtbewusstsein gerecht, sie tat dies auch in ihrer einmaligen, unnachahmlichen Weise. In ihrer offenen, direkten und immer herzlichen Art war sie über fast zwei Jahrzehnte Anlaufstelle für alles und jeden. Ihre Offenheit entspannte oder klärte auch in konfliktreichen Phasen vieles bereits im Vorfeld der eigentlichen Auseinandersetzungen. Mit Erika Leitheußer wird einer Frau die Ehrennadel der RUB verliehen, die in ihrer alten Fakultät schon zur Legende zu werden beginnt, einer Frau aus der Aufbauzeit der Universität.

Institution Müller erhält Ehrennadel

Dietrich Müller trat seinen Dienst an der im Aufbau befindlichen Fakultät für Chemie der RUB zum 1.11.1969 an. Sein Arbeitsgebiet war (und ist) die Massenspektrometrie in der Analytischen Chemie, das er frühzeitig als Leiter einer entsprechenden Arbeitsgruppe vertrat. Neben der erfolgreichen Wahrnehmung seiner wissenschaftlichen Aufgabe richtete sich sein aktives Interesse schon bald auf Fragen des Ausbaus und der Gestaltung sowohl seiner Fakultät als auch der jungen Ruhr-Uni. Dieses Engagement ist bis heute ungebrochen und hat vor allem auf der zentralen Selbstverwaltungsebene der RUB frühzeitig dazu geführt, dass seine Person aus der Entwicklung der Universität nicht mehr wegzudenken und über entscheidende Jahre geradezu zu einer Institution geworden ist. Müller übernahm 1971 fast gleichzeitig Funktionen im Fakultätsrat Chemie, im damaligen Universitätsparlament sowie im Vorstand seiner Gruppenvertretung, der Assisten-tenschaft und später im Senat der RUB. Dabei war sein Hauptanliegen die Qualität von Lehre und Studium, die nach seiner Überzeugung sinnvoll und effektiv nur in einem kommunikativen Prozess des gleichberechtigten Zusammenwirkens von Lehrenden und Studierenden gestaltet werden kann. Die Laudatio auf Erika Leitheußer und Dietrich Müller spricht Dr. Dieter Scheler.

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