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Premiere für Medienprojekt der Kasseler Universität

05.11.1999 - (idw) Universität Kassel

Der Film ist im Rahmen eines Fortgeschrittenen-Seminars hergestellt worden von Studentinnen und Studenten der Universität Gesamthochschule Kassel, Fachbereich Sozialwesen, sowie von berufstätigen Sozialarbeitern in Kooperation mit dem Jugendhof Dörnberg.

Kassel. Gewalterfahrungen - als Täter oder Opfer - sind ein Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen: Macho-Gewalt gegen Mädchen und Frauen, Konkurrenz-Gewalt in der Clique, Gewalt gegen alles Fremde, aus Frust, Langeweile, Furcht, sadistischem Spaß, alkoholisiert und aus den Gewalterfahrungen in der eigenen Familie. Diese Erfahrung war Ausgangspunkt einer Medienwerkstatt auf dem Jugendhof Dörnberg unter Leitung des Medienpädagogen Reinhard Nolle vom Fachbereich Sozialwesen der Universität Gesamthochschule Kassel. Endpunkt war ein 40minütiges Video, das am 13. November um 17 Uhr im Kasseler Filmladen Premiere hat. 25 Studenten und Studentinnen sowie berufstätige Sozialarbeiter, die allesamt schon mehr oder weniger Filmerfahrung mitbrachten, haben den Film als Darsteller, Techniker, Drehbuchschreiber, Maskenbildner,... produziert.
"Um Veränderungen im (Gewalt-)Verhalten zu erzeugen muss man die Alltagsgewalt reflektieren, versuchen sie transparent zu machen, um die Ursachen und Hintergründe aufzudecken", sagt Reinhard Nolle. Eine Möglichkeit sei, die Alltagserfahrungen in Filmen spielen zu lassen. Kinder und Jugendliche lieben es, sich selbst darzustellen, sich zu produzieren. Schlägerei- und Aktionsfilme sind besonders beliebt.
Bedingung ist: Die Film-Geschichte muss mit ihren eigenen Gewalterfahrungen zu tun haben. Adaptionen aus dem Fernsehen sind tabu. Dazu müssen sie die Hintergründe, wie es zu den Gewalthandlungen gekommen ist, erzählen. Daraus wird die Filmstory entwickelt. Bedingung ist aber auch, dass diese Filme relativ professionell gemacht werden sonst geht die Motivation sehr schnell verloren. Diejenigen, die mit Jugendlichen solche Filme produzieren wollen, müssen sehr viel bei dem Produktionsprozess helfen und anleiten.
Dieses waren die Ausgangsüberlegungen für das Filmprojekt "DeadEnd". Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollten lernen, wie man die relativ schwierigen Aktion- und Schlägereiszenen dreht, welche Tricks und Stunt-Maßnahmen es gibt, wie eine spannende professionelle Produktion entsteht. Da die Mitwirkenden an diesem Projekt über wenige bis gar keine einschlägigen Gewalterfahrungen verfügten, ist als Basis für die Filmgeschichte das Westerngenre gewählt worden.

Dieser Film richtet sich an alle an Jugendarbeit interessierte Menschen sowie speziell an alle in der Sozialarbeit tätigen Mitarbeiter in Kassel und der Region. Es ist ein Film über Gewalt. Die Kampf- und Mordszenen werden sehr realistisch gezeigt. Für Kin-der unter 14 Jahren ist dieser Film nicht geeignet.

"DeadEnd"-Premiere: Samstag, den 13. November im Filmladen Kassel um 17 Uhr.
jb.
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