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Anstieg der Erstsemester um knapp 8 Prozent

11.11.1999 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben sich zum Wintersemester 1999/2000 erheblich mehr Studienanfänger immatrikuliert als im Vorjahr: Die Zahl der Studienanfänger (1. Hochschulsemester) ist im Vergleich zum Wintersemester 1998/99 (2.685) um 7,9 Prozent auf 2.896 gestiegen. Der FAU ist es damit nicht nur gelungen, den seit einigen Jahren rückläufigen Trend bei den Studienanfängern aufzuhalten, er konnte sogar ins Gegenteil verkehrt werden. Die FAU liegt beim Zuwachs von Studienanfängern (1. Hochschulsemester) eindeutig im Spitzenfeld der bayerischen Universitäten.

Die Zahl der Studienanfänger im ersten Hochschulsemester gilt als Indikator für die Attraktivität einer Universität im Wettbewerb um die Abiturienten. Die Anstrengungen der FAU zur attraktiveren Gestaltung ihres Lehrangebotes tragen damit erste Früchte, so Rektor Prof. Dr. Gotthard Jasper, der den jetzigen Erfolg bei den Studienanfängerzahlen zugleich als Motivation für weitere Anstrengungen der FAU in allen Bereichen sieht.

Die Gesamtzahl der Studierenden an der FAU ist gegenüber dem Wintersemester 1998/99 von 21.675 um 7,8 Prozent auf 19.976 Studierende zurückgegangen. Hinter diesem Rückgang um 1.699 Studierende verbergen sich zum einen Studentenbewegungen infolge der Einführung von Gebühren für das Zweitstudium. Waren im Wintersemester 1998/99 noch 1.465 Zweitstudierende eingeschrieben, so ist diese Gruppe im Wintersemester 1999/2000 auf 390 Personen geschrumpft. Hinzu kommt die Neuregelung für das Promotionsstudium, welche eine zwangsweise Exmatrikulation von Promotionsstudierenden nach dem sechsten Semester vorsieht. Die FAU hat dadurch gegenüber dem letzten Wintersemester weitere 500 Studierende verloren. Drittes Erklärungselement ist die immer noch relativ starke Absolventenzahl infolge der hohen Studentenzahlen zu Beginn der 90er Jahre.

Hinter diesen Studentenzahlen verbergen sich höchst unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Fächern und Fakultäten.

Außerordentlich erfreulich ist die Entwicklung der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (WiSo), die im Vergleich zum letzten Wintersemester einen Zuwachs bei den Studienanfängern (1. Hochschulsemester) von insgesamt 25,8 Prozent (in absoluten Zahlen: von 644 auf 810 Studienanfänger) vorweisen kann. Hervorzuheben ist dabei insbesondere die Zu-nahme der Studienanfänger (1. Fachsemester) im Fach BWL von 363 im letzten Wintersemester auf jetzt 470 Studienanfänger. Die Bemühungen der WiSo im Bereich der stärkeren internationalen Ausrichtung des Fächerangebotes sowie bei der Einführung von fächerübergreifenden Studienbereichen haben sich damit als erfolgreich erwiesen. Mit 4.101 Studierenden insgesamt muß die WiSo zwar gegenüber dem letzten Wintersemester (4.302) einen leichten Rückgang bei der Gesamtzahl der Studierenden hinnehmen, sie bleibt jedoch weiterhin mit Abstand die zahlenmäßig stärkste Fakultät der Universität Erlangen-Nünrberg.
Auch die Technische Fakultät kann insgesamt einen Zuwachs an Studienanfängern verzeichnen. Die Zahl der Studierenden im ersten Hochschulsemester hat sich gegenüber dem letzten Wintersemester von 480 auf nun 542 um 13 Prozent erhöht. Dies ist insbesondere zurückzuführen auf massive Zuwächse in der Informatik sowie auf die von den Studierenden gut angenommenen Internationalen Studiengänge Computational Engineering und Chemieingenieurwesen. Weitgehend stabil geblieben ist dagegen die Bilanz im Diplomstudiengang Maschinenbau, während der Diplomstudiengang Chemieingenieurwesen, die Elektrotechnik sowie die Werkstoffwissenschaften Verluste hinnehmen mußten. Besonders erfreulich ist der Anstieg der Frauen unter den Studienanfängern in der Technischen Fakultät.

Stark zurückgegangen ist die Gesamtzahl der Studierenden an den Philosophischen Fakultäten, wo sich offensichtlich die Auswirkungen der Gebühren für das Zweitstudium sowie die Neuregelungen zum Promotionsstudium zahlenmäßig am stärksten bemerkbar machen. Die Philosophische Fakultät I etwa hat bei der Gesamtzahl ihrer Studierenden im Vergleich zum letzten Wintersemester ein Minus von 20,2 Prozent hinnehmen müssen (WS 1998/99: 2.140, WS 1999/2000: 1.707 Studierende). Allerdings ist die Zahl der Studienanfänger (1. Hochschulsemester) dort nahezu konstant geblieben, was für eine unverminderte Attraktivität der Fakultät spricht. Getroffen von den Gebühren für das Zweitstudium ist gewiß auch die Na-turwissenschaftliche Fakultät III, wo vor allem die Fächer Geologie (-62,2 Prozent) und Mineralogie (-81,1 Prozent) bei den Studienanfängern starke Einbußen hinnehmen mußten. Einen Ausreißer bei den Lehramtsstudenten stellt die Verdoppelung der Anfänger (1. Fachsemester) im Lehramt Grundschule von 89 auf 179 dar. Sie ist zum Großteil sicher Folge der Aufhebung des lokalen Numerus clausus.

Ähnlich wie bei den Magisterstudierenden ist beim Lehramt Gymnasium mit einem Rückgang von 31,1 Prozent gegenüber dem letzten Wintersemester (LA Gymnasium: von 180 Studierenden im 1. Fachsemester auf 124) ein Einbruch zu verzeichnen, dessen Ursachen im Detail noch analysiert werden müssen. Eine große Rolle dabei spielen gewiß die Gebühren für das Zweitstudium sowie die schlechteren Berufsaussichten in diesem Bereich.

Noch ungeklärt sind auch die Ursachen für den Rückgang der Studentenzahlen der Juristischen Fakultät. Die Zahl der Studierenden im 1. Fachsemester hat dort von 279 im Wintersemester 98/99 auf nun 218 (-21,9 Prozent) abgenommen. Ob dieser Rückgang die - wie schon früher beobachtet - "Kehrseite" des Anstiegs in der Betriebswirtschaftslehre ist oder auf "hausgemachte Ursachen" zurückgeht, bedarf noch genauerer Analyse.

Insgesamt läßt sich feststellen, daß die neuen Studiengänge an der FAU von den Studierenden gut angenommen werden; das gilt nicht nur für die auf ausländische Studierende zielenden englischsprachigen Studiengänge, etwa in der Technischen Fakultät (Computational Engineering, Chemieingenieurwesen), sondern auch für die Technomathematik, die allerdings auf Kosten der allgemeinen Mathematik startete. Ganz besonders gilt dies für den zum Wintersemester 1999/2000 eingeführten Studiengang Molekulare Medizin, der mit einem harten lokalen Numerus clausus versehen ist und für den die Zahl der Bewerbungen die Zahl der zugelas-senen Studenten um ein Vielfaches überstieg.

Die Erfolge der Internationalen Studiengänge schlagen sich nicht zuletzt auch in der außerordentlich erfreulichen Entwicklung bei der Zahl ausländischer Studierender nieder. Immer mehr Personen aus dem Ausland, so Prof. Dr. Gotthard Jasper, entscheiden sich für ein Studium an der FAU. Die Zahl der ausländischen Studienanfänger (1. Fachsemester) an der FAU, die in den vergangenen Jahren stets etwa 11 Prozent betrug, ist bereits im letzten Wintersemester auf 13,1 Prozent angestiegen und liegt nun bei 15 Prozent. Zieht man davon die Zahl der sogenannten Bildungsinländer ab, also jene Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben haben, so bleiben als "echter" Ausländeranteil unter den Studienanfängern an der FAU im Wintersemester 1999/2000 12,2 Prozent (457 von 3.736 Studierenden im 1. Fachsemester). Die FAU nimmt damit unter den bayerischen Universitäten einen Spitzenplatz ein und sieht diese Entwicklung auch als Erfolg ihrer Internationalisierungsstrategie.


* Weitere Informationen:
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Doris Schuler, Assistentin des Rektors
Schloßplatz, 4 91054 Erlangen
Tel.: 09131/85 -24804, Fax:09131/85 -22188
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