Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 17. November 2019 

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch »SAVE«

15.01.1999 - (idw) Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Bei etwa einem Drittel aller Verkehrsunfälle in Europa liegt die Ursache in einer Beeinträchtigung des Fahrerzustands. Deshalb wurde das "SAVE-System" entwickelt, ein komplexes Sicherheitssystem, das durch Sensoren den Fahrerzustand überwacht.

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch "SAVE"
Insgesamt gibt es in Europa jährlich etwa 50 000 Verkehrstote und 1,5 Millionen Verletzte. Dabei entsteht ein Schaden von etwa 70 Milliarden Euro. Bei etwa einem Drittel aller Verkehrsunfälle liegt die Ursache in einer Beeinträchtigung des Fahrerzustands.
Am 31. Dezember des vergangenen Jahres endete das Projekt "SAVE" (System for effective Assessement of the driver state and Vehicle control in Emergency situations). In dreijähriger Forschungsarbeit entwickelte ein internationales Konsortium aus Automobilherstellern, Elektronik-Zulieferern und europäischen Forschungseinrichtungen ein komplexes Sicherheitssystem, das auf der Diagnose des Fahrerzustands basiert. Das Vorhaben wurde von der EU im Forschungsprogramm für Verkehrtelematik gefördert.
Das "SAVE-System" vereinigt mehrere innovative Komponenten: Kontinuierlich werden das Fahrverhalten und der Fahrer selbst von mehreren Sensoren im Hintergrund überwacht. Das Diagnosesystem stellt durch moderne Verfahren der Signalverarbeitung (neuronales Netzwerk, fuzzy logic) mit hoher Genauigkeit fest, wann die Verkehrssicherheit, z.B. durch Ermüdung, Alkoholisierung oder einen Herzanfall, beeinträchtigt ist. Wenn der Fahrer in der Lage ist, die Situation selbst zu kontrollieren, wird er von "SAVE" über akustische und optische Warneinrichtungen sowie über Sprachausgabe gewarnt und kann selbst die notwendigen Maßnahmen ergreifen. Ist er etwa wie bei einem Herzinfarkt außer Gefecht gesetzt, so wird ein Autopilot aktiviert. Dieser fährt das Fahrzeug automatisch an den rechten Straßenrand und parkt es dort. Der umgebende Verkehr wird durch ein Warndreieck in der Heckscheibe auf die kritische Situation aufmerksam gemacht. Wenn nötig, wird die Rettungsleitstelle verständigt. Neben wichtigen medizinischen Daten, wie z.B. Blutgruppe, wird auch die Fahrzeugposition übermittelt. Über eine Freisprecheinrichtung kann die Rettungsleitstelle über Mobilfunk Kontakt mit den Fahrzeuginsassen aufnehmen.
Die Einführung von Systemen wie sie in "SAVE" entwickelt wurden, versprechen einen sehr hohen persönlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen. Daneben dürften sie für die Versicherungsbranche von großem wirtschaftlichen Interesse sein.
Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer IAO
Manfred Dangelmaier
Nobelstraße 12, D-70569 Stuttgart
Telefon +49 (0) 7 11/9 70-21 07, Telefax +49 (0) 7 11/9 70-22 99
E-Mail: Manfred.Dangelmaier@iao.fhg.de

uniprotokolle > Nachrichten > Mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch »SAVE«

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/54029/">Mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch »SAVE« </a>