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10 Jahre WFI: Eine Fakultät wählt ihre Studenten aus

17.11.1999 - (idw) Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

In der erst zehnjährigen Geschichte der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Ingolstadt der Katholischen Universität Eichstätt (KUE) ist der Ausstieg aus dem System der Zentralstelle für die Vergabe für Studien-plätze (ZVS) 1996 das hochschulpolitisch einschneidendste Ereignis. Grund hierfür waren vor allem studentische Wünsche nach den Erfahrungen mit der zentralen Studienplatzvergabe. Die Bilanz für das Auswahlverfahren ist durchweg positiv: Die Studierenden stammen aus dem gesamten Bundesgebiet - nur jeder dritte kommt aus Bayern - und sind besonders engagiert in Veranstaltungen und studentischen Initiativen.

Zwei Jahre nur nahm die Fakultät am zentralen Vergabesystem für Studienplätze teil. Bereits zuvor - in den ersten fünf Jahren nach ihrer Gründung - hatte die Fakultät von dem ihr eingeräumten Recht der Auswahl Gebrauch gemacht - und erste gute Erfahrungen gesammelt. Über die ZVS jedoch wurden in den Jahren 1994 und 1995 nicht alle Studienplätze der Fakultät besetzt, die meisten Studenten kamen aus der Region. Studentische Organisationen beklagten sich zudem über ein für sie ungewohnt schwaches Engagement der Studenten. So waren es in erster Linie die Studenten der Fakultät, aber sicherlich auch wissenschaftspolitische Erwägungen, die es der WFI seit 1996 wieder erlauben, ihre Studierenden selbst auszuwählen.

Seitdem werden jedes Jahr 360 Bewerbungsgespräche für die 180 Studienplätze durchgeführt. Den Gesprächen gingen in diesem Jahr mehr als 500 schriftliche Bewerbungen voraus. Verantwortlich für die Auswahl sind schließlich Bewerbungskommissionen, die jeweils aus einem Professor, einem wissenschaftlichen Mitarbeiter und einem Studenten zusammengesetzt sind. "Wir wollen nicht nur fachlich gute, sondern auch sozial kompetente Inter-essenten, die kritikfähig sind", betont Frau Dekan Prof. Christiana Djanani. Soziales Engagement, aber auch eine abgeschlossene Berufsausbildung der Interessenten, werden deshalb mit Bonuspunkten belohnt.

Die von Hochschulpolitikern häufig geforderte regionale Mischung in der Herkunft der Studierenden wird durch das Auswahlverfahren erreicht. Bemerkenswert ist zudem das Engagement der Studierenden: In einem eigenen Arbeitskreis organisieren Studierende zum Beispiel das Marketing für ihre Fakultät. In diesem Rahmen wurde Anfang des Jahres im Internet der erste virtuelle Tag der offenen Tür einer Hochschule durchgeführt, zum zehnjährigen Bestehen der Fakultät wird am kommenden Freitag, 19. November, eine Forschungsmesse organisiert. Im Zusammenschluss "Tutor" bieten Studierende höherer Semester zusätzliche studienbegleitende Veranstaltungen an. Ziel dabei ist unter anderem die Vorbereitung der Studierenden auf Prüfungen. Unter dem Namen "Project e.V." sind Studierende darüber hinaus als Unternehmensberater aktiv und setzen das an der Universität Gelernte unmittelbar in der Praxis um. Andere Zusammenschlüsse befassen sich mit Themen rund um die Börse (Börsenforum Ingolstadt e.V.) oder mit der Organisation von Veranstaltungen, die den Kontakt zwischen Studierenden, Professoren und Assistenten vertiefen (IN-Team). Die Professoren der Fakultät haben zudem die Erfahrung gemacht, dass sich das starke Engagement der Studierenden besonders auch in den Lehrveranstaltungen und bei der Mitwirkung in Forschungsprojekten zeigt.

Akademische Festveranstaltung und Forschungsmesse für die Öffentlichkeit am Freitag, 19. November 1999

Die WFI feiert ihr zehnjähriges Bestehen am kommenden Donnerstag, 18. November 1999, um 18 Uhr mit einem Festegottesdienst (Kirche Maria de Victoria, Ingolstadt) und am Freitag, 19. November 1999, mit einer akademischen Festveranstaltung im Großen Hörsaal der Fakultät (Auf der Schanz 49, Ingolstadt). Festredner ist Prof. Peter Glotz, bisheriger Rektor der Universität Erfurt. Mit dem ehemaligen Finanzdirektor der Diözese München-Freising, Prälat Dr. Friedrich Fahr, und dem Ingolstädter Oberbürgermeister Peter Schnell erhalten zwei Persönlichkeiten, die sich um den Aufbau und die Entwicklung der Fakultät besonders verdient gemacht haben, die Würde von Ehrensenatoren der Katholischen Universität Eichstätt. Ab 14 Uhr präsentiert sich die Fakultät in einer "Forschungsmesse" der Öffentlichkeit.

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