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Neun Millionen Euro für Projekte zur Frauen- und Geschlechterforschung

28.08.2002 - (idw) VolkswagenStiftung

Bewilligungen der VolkswagenStiftung in den vergangenen fünf Jahren

Die VolkswagenStiftung hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Projekten zur Frauen- und Geschlechterforschung gefördert. Diese greifen in der Gesamtschau nicht nur ein breites Themenspektrum auf, sie lancieren über die Geschlechterfokussierung hinaus auch eine neue Kultur des interdisziplinären, internationalen und themenzentrierten Forschens. Damit fördert die Stiftung ein zukunftsweisendes Wissenschaftsmodell. Im Folgenden stellen wir Ihnen drei Projekte beispielhaft kurz vor und geben Ihnen anschließend einen nach Hochschulstandorten alphabetisch gelisteten Überblick der unterstützten Vorhaben, die sich in unterschiedlichen Stadien - einige sind bereits beendet - der Bearbeitung befinden. Neben der Nennung des Themas und der wissenschaftlichen Institution soll Ihnen der jeweils angegebene Ansprechpartner die Recherche zu einem Thema erleichtern.

Beispiel 1: Universität Hannover, Institut für Architektur- und Planungstheorie:
"Konzepte und Strategien in Raumplanung und -gestaltung, die aus feministischer Sicht zum Abbau von sozial-räumlicher Ausgrenzung beitragen"
Im Mittelpunkt dieses Projekts steht die Suche nach zeitgemäßen Lösungsansätzen für menschen- und insbesondere frauengerechte Stadterneuerung. Anhand ausgewählter Viertel in Hannover, Paris und Barcelona werden die Auswirkungen städteplanerischer Eingriffe auf verschiedene Bevölkerungsgruppen untersucht. Die Kombination unterschiedlicher Forschungsmethoden - etwa Befragungen danach, wie lebenswert jemand sein Wohnquartier empfindet und warum - soll zu konkreten Planungsempfehlungen führen mit dem Ziel, Städte "wohnlicher" zu gestalten. Die besondere Chance des Projekts: Innovative städtebauliche Strategien können in drei Staaten mit unterschiedlichen politischen Entscheidungskulturen ausgelotet und verglichen werden. Kooperationspartnerinnen dieses international ausgerichteten Projekts sind Dr. Jaqueline Coutras, Groupe d'étude sur la division sociale et sexuelle du travail, IRESCO-CNRS, Paris, und Professorin Dr. Maria-Dolors Garcia-Ramon vom Departament de Geografia der Universidad Autónoma de Barcelona.
Kontakt: Professorin Dr. Ursula Paravicini / Telefon: (05 11) 7 62 32 69
Bewilligungssumme: 255.600 Euro / Projektbeginn: Juli 2000

Beispiel 2: Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik, Kaiserslautern, Universität Erlangen-Nürnberg, Institut für Psychologie I:
"Frauen in der Mathematik - Determinanten von Karriereverläufen in der Mathematik unter geschlechtervergleichender Perspektive"
Ziel dieses - bereits weit fortgeschrittenen - Projekts ist es herauszufinden, weshalb die Zahl der Mathematikerinnen in Deutschland immer noch vergleichsweise gering ist. Auch geht es darum, den Frauen von heute neue "alte" Vorbilder zu präsentieren. Dazu verfolgten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den beruflichen Werdegang von Mathematikabsolventen der Jahre 1902 bis 1940 und stellten sie den Karriereverläufen von Absolventen der Jahrgänge 1998/1999 gegenüber. Eine geschlechtervergleichende Analyse schloss sich an. Erste Ergebnisse dieser fächerübergreifenden Studie zeigten durchaus Erstaunliches und machten eine Revidierung früherer Annahmen erforderlich. So verdienen die Mathematikerinnen von heute nicht nur gleich viel wie ihre männlichen Kollegen, sie nehmen auch gleich zu Beginn ihres Berufsweges genauso karriereträchtige Anfangspositionen ein.
Kontakt: Professor Dr. Helmuth Neunzert, Privatdozentin Dr. Renate Tobies,
Kaiserslautern / Tel.: (0631) 2 05 27 46,
Professorin Dr. Andrea Abele-Brehm, Erlangen-Nürnberg / Tel.: (09131) 852 23 07
Bewilligungssumme: 614.400 Euro
Projektbeginn: Juni 1998

Beispiel 3: Internationale Frauenuniversität
"Vorbereitung und Durchführung der Internationalen Frauenuniversität im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000 Hannover"
Mit einer Fördersumme von über 2,5 Millionen Euro, finanziert über das Niedersächsische Vorab, ermöglichte die VolkswagenStiftung im Expo-Sommer 2000 die internationale Frauenuniversität in Hannover. Als postgraduales Studienprogramm mit den Themenschwerpunkten "Information", "Wasser", "Körper", "Migration", "Arbeit" sowie "Stadt" brachte die "ifu" fast tausend Studentinnen aus 115 Ländern zusammen. Inzwischen zeichnet sich ab, dass das Projekt voraussichtlich an den Universitäten Hamburg, Berlin, Hannover und Münster in Form einjähriger internationaler Masterstudiengänge weitergeführt werden wird.

Kontakt: Professorin Dr.-Ing. Ayla Neusel / Telefon: (05 11) 1 26 - 12 13
Bewilligungssumme: 2.524.400 Euro
Projektbeginn: Dezember 1997 / Projektende: Dezember 2000


Eine umfassende Übersicht über die von der VolkswagenStiftung geförderten Projekte mit Gender-Bezug finden Sie auf der Homepage der Stiftung direkt im Anschluss an den Text dieser Presseinformation.


Kontakt VolkswagenStiftung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung, Telefon: 05 11/83 81 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
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