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Existenzgründungsbedingungen im Großraum Braunschweig

02.09.2002 - (idw) Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel

Fachbereich Recht der FH Braunschweig/Wolfenbüttel veröffentlicht Studie: "Ordnung und Systematik im 'Beratungsdschungel' begünstigt erfolgreichen Start in die Selbständigkeit."


Verfassten die Studie: Prof. Dr. Winfried Huck und Dipl.Kauffrau Andrea Wiencke Ausgangspunkt für die von dem Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr sowie der AGIP (Arbeitsgruppe Innovative Projekte beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen) geförderten Studie war unter anderem die zugespitzt formulierte Fragestellung, welcher Personal- und Mitteleinsatz in dem Großraum Braunschweig notwendig ist, um nachhaltig das Gründungsklima und damit Gründungen zu verbessern. Ist die Feststellung einer "kritischen Masse" möglich, die für mehr oder minder kontinuierliche Gründungen in der Region sorgt ? Ist der Aufwand sämtlicher Akteure in der "Gründerszene" ökonomisch gerechtfertigt, oder kann durch effiziente Steuerungsmodelle ein optimaler Mitteleinsatz sowie bessere Ergebnisse erreicht werden?

Hierfür untersuchten die Verfasser der Studie, Dipl.-Kffr. Andrea Wiencke und Prof. Dr. jur. Winfried Huck mit verschiedenen methodischen Ansätzen die Beratungsleistungen für Gründungswillige durch die kommunalen Wirtschaftsförderer, Banken, und Unternehmensberater. Das Untersuchungsgebiet erstreckte sich auf die kreisfreien Städte Braunschweig, Salzgitter, Wolfsburg sowie die Landkreise Gifhorn, Helmstedt, Peine, Goslar und Wolfenbüttel. Vergleichszahlen über nachhaltige Ansiedlungserfolge im Verhältnis zu den kommunalen Aufwendungen stehen (leider) nicht in jeder Gebietskörperschaft zur Verfügung. Eine tiefergreifende Binnendifferenzierung ist daher derzeit nicht möglich.

Gründungswilligen steht in der Region ein Wirtschaftsraum zur Verfügung, der über eine gute Verkehrsinfrastruktur verfügt. Der Wettbewerb der Kommunen um potenzielle Gründer spiegelt sich in dem Bemühen wider, besonders gründerfreundliche Bedingungen zu schaffen. Die infrastrukturellen Gründungsbedingungen der untersuchten Städte und Landkreise sind in der Studie detailliert erfasst und lassen sich problemlos vergleichen.

Die Selbständigenquote in der Region schwankt zwischen 3% in Wolfsburg und bis zu 13% in Wolfenbüttel. Für die Region insgesamt liegt sie mit 8% und damit noch unter dem Bundesdurchschnitt von 10%. Die Region, nicht nur einzelne Städte, muss erhebliche Anstrengungen unternehmen, um zumindest den Anschluss an den Bundesdurchschnitt von 10 % zu erreichen. Ein wirksames, mit den notwendigen Kompetenzen ausgestattetes Regionalmanagement könnte den Anschluss und weitere Zuwächse erzielen. Kommunale Palisadenzäune wirken insoweit eher hinderlich. Im übrigen: Gelingt es, die Selbständigenquote zu erhöhen, so würde damit auch ein Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit geleistet. Nach den Erhebungen der Bundesanstalt für Arbeit war jeder vierte Selbständige vor der Gründung arbeitslos.

Weitere Ergebnisse: Dem Gründungswilligen steht in der Region ein weitgehend unkoordiniertes und (zu) umfangreiches Beratungsangebot von allein in der Studie erfassten 110 Anbietern gegenüber, das den Adressatenkreis, wie Interviews belegen, zum Teil überfordert. Andrea Wiencke: "Existenzgründer benötigen für einen erfolgreichen Start in die Selbständigkeit eine netzwerkgestützte zielgenaue Beratungslenkung". Professor Dr. Huck: "Zur Optimierung der Gründungsberatung wäre eine neutrale Stelle hilfreich, die bedarfsgerecht und abgestellt auf die individuellen Bedürfnisse eine an den Zielvorstellungen des Gründers orientierte Beratungsleistung aus den Beratungsangeboten auswählt."

In der Region kann bislang durch keine Statistik belegt werden, ob und mit welcher Nachhaltigkeit eine Gründung erfolgt und welche Effekte mit ihr erzielt worden sind. Genau diese Erhebungen wären eine geeignete Grundlage für ebenfalls fehlendes Regionalcontrolling im Gründungsbereich, das als Grundlage für weitere effektive Planungen in der Region förderlich wäre.

Die Studie eignet sich aufgrund ihrer zahlreichen Schaubilder, Tabellen und weiterführenden aktuellen Hinweisen, Adressverzeichnis in der Region sowie umfassender Linkliste auch als Handbuch für Existenzgründer.

Ein praktisches Ergebnis dieser Studie ist schließlich die Initiierung des in Braunschweig ausgelobten Gründerwettbewerbs "Ideen für Arbeit".

Die Studie steht zum Download zur Verfügung.

Kontaktadresse: Prof. Dr. jur. Winfried Huck
Dipl.-Kffr. Andrea Wiencke
Fachbereich Recht
Tel.: 05331/939-5001 (Sekretariat)
Fax: 05331/939-5002
E-Mail: M.Behrens@fh-wolfenbuettel.de
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