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Tagung Mikrobiologie 2000 an der TUM: "Gesundheit, Ökologie, Biotechnologie" im Blickfeld

08.03.2000 - (idw) Technische Universität München

Eröffnungsvortrag von Nobelpreisträger Prof. R. Huber

"Gesundheit, Ökologie, Biotechnologie" ist das Leitthema der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) und der Österreichischen Gesellschaft für Mikrobiologie, Hygiene und Präventivmedizin (ÖGHMP), die von 12. bis 16. März 2000 an der TU München, Arcisstraße 21, stattfindet. Es werden über 1000 Beiträge als Vorträge oder Poster von Naturwissenschaftlern und Medizinern vorwiegend aus Deutschland und Österreich, aber auch aus anderen europäischen Ländern und den USA, präsentiert und diskutiert. Die Tagung organisieren die verschiedenen Lehrstühle für Mikrobiologie der Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Fakultäten der TU München und der LMU München zusammen mit den Vorständen der beteiligten Gesellschaften. Es werden 1500 Teilnehmer erwartet.

Die gemeinsamen Wurzeln der Allgemeinen Mikrobiologie, der Hygiene und der Medizinischen Mikrobiologie lassen sich in das 19. Jahrhundert zurückführen und sind verbunden mit Robert Koch, Louis Pasteur und Max von Pettenkofer. Aus diesen Wurzeln ist ein Baum herangewachsen, der durch die Molekularbiologie und Gentechnologie in den letzten 25 Jahren einen enormen Wachstumsschub erhalten und inzwischen alle Bereiche der Medizin und Biowissenschaften erfasst hat. Die drei Fachgesellschaften beabsichtigen, durch den gemeinsamen Kongress ein Zeichen für diese gemeinsame Entwicklung zu setzen. Die Tagung ist ein essentielles Forum des interdisziplinären Gedankenaustausches zwischen Naturwissenschaft und Medizin und unverzichtbar für den weiteren Fortschritt des Fachs.

Den Einführungsvortrag am 12. März, 18.00 Uhr, im Auditorium Maximum der TUM hält Nobelpreisträger Prof. Dr. R. Huber, Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, über seine Arbeiten zu supramolekularen Strukturen, die an Proteinfaltung und -abbau beteiligt sind. Vom 13. bis 16. März werden vormittags aus dem breiten Spektrum aktueller Forschungsgebiete der Mikrobiologie im Rahmen von Symposien vier Leitthemen aus den Gebieten der Allgemeinen und Angewandten Mikrobiologie sowie der Infektiologie und Medizinischen Mikrobiologie diskutiert.

Am Montag werden die neuesten Forschungsergebnisse zu medizinisch bedeutsamen Erregern von Darminfektionen, Lungenentzündung und im Krankenhaus erworbenen Wundinfektionen referiert. Die Ergebnisse lassen neue Therapiekonzepte für Infektionskrankheiten erwarten.

Das Dienstagsymposium "Globale Kontrolle der Genexpression" behandelt die Frage, wie frei lebende und symbiontische Bakterien physikalische und chemische Umweltreize wahrnehmen und sich über Aktivierung entsprechender Gene an Änderungen dieser Bedingungen anpassen.

Das Symposium "Molekulare Ökologie von Mikroorganismen" am Mittwoch konzentriert sich auf die Analyse von Gemeinschaften von Mikroorganismen am natürlichen Standort unter Anwendung aktueller molekularbiologischer Methoden, wobei die Aufschlüsselung der Populationen und die Zwischenwirkungen im Mittelpunkt stehen. Dieses Forschungsgebiet wird neue Möglichkeiten eröffnen, um die Bedeutung der mikrobiellen Besiedelung des Menschen besser zu verstehen. Schließlich trägt der Mensch zehn mal mehr Bakterien als Zellen mit sich herum.

Im Mittelpunkt des Symposiums über "Neue Aspekte der Biotechnologie" am Donnerstag steht dann die Verwendung der Mikroorganismen als Zellfabriken für die Erzeugung von therapeutisch oder technisch einsetzbaren Proteinen.

Zusätzlich zu den Symposien finden rund 40 Kurzvortrags-Sitzungen statt, die ebenso wie die etwa 750 Poster den gesamten Themenbereich der Mikrobiologie und Hygiene abdecken. In ihnen werden die aktuellen Ergebnisse aus Forschungslabors der Universitäten und Industrie präsentiert und diskutiert, meist von den direkt an den Projekten beteiligten Doktoranden und Diplomanden. Die Tagung wird dadurch zu einer wichtigen Begegnung zwischen etablierten Forschern und Nachwuchswissenschaftlern.


Kontakt:

Prof. Dr. Karl-Heinz Schleifer
Lehrstuhl für Mikrobiologie der TU München in Freising-Weihenstephan
Tel : 08161/71-5441; Fax: 08161/71-5475
e-mail : schleife@mikro.biologie.tu-muenchen.de

Prof. Dr. J. Heesemann
Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und Mikrobiologie,
Lehrstuhl für Bakteriologie der Ludwig-Maximilians-Universität München
Tel. 089/5160-5200; Fax: 089/5160-5202
e-mail: microbiology.2000@m3401.mpk.med.uni-muenchen.de
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